Fragen und Antworten zur Vereinigung von Menschen, die vom Okkultismus herkommen, mit der Orthodoxen Kirche...
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Fragen und Antworten zur Vereinigung von Menschen, die vom Okkultismus herkommen, mit der Orthodoxen Kirche, zusammengestellt nach der Form der katechetischen Gespräche
Materialien zur Rehabilitation von Menschen, die in Sekten und/oder dem Okkultismus verfallen waren, gesammelt vom Orthodoxen Zentrum für Seelsorge (OZS) zu Ehren des Hl. Gerechten Johannes von Kronstadt in Moskau (geleitet von Igumen Anatolij Berestow).
Entsagungen für ehemalige Satanisten
Mit Anlagen, kanonischen Beispielen und kurzen Kommentaren
Inhaltsverzeichnis
EINFÜHRUNG
Fragen und Antworten zur Vereinigung von Menschen, die vom Okkultismus herkommen, mit der Orthodoxen Kirche, zusammengestellt nach der Form der katechetischen Gespräche mit kurzen Kommentaren aus dem Erfahrungsschatz des Zentrums für Seelsorge
Fragen und Antworten zur Entsagung des Satanismus
ANLAGEN:
1. Fragen und Antworten zur Vereinigung von Menschen, die vom Okkultismus herkommen, mit der Orthodoxen Kirche, zusammengestellt nach der Form der katechetischen Gespräche. Ohne Kommentare (zur bequemen Nutzung für praktische Ziele)
2. MYSTERIEN UND RITEN DER ORTHODOXEN KIRCHE (Kapitel „Der Gottesdienst der Vereinigung mit der Orthodoxie“ aus dem Buch von Erzpriester Gennadi Nefjodow)
3. Über die Vereinigungsordnungen mit der Orthodoxie. Abteilung für Mission der Moskauer Diözese
4. AUFNAHMEORDNUNG FÜR DIEJENIGEN, DIE VOM OKKULTISMUS UND SATANISMUS HERKOMMEN (kanonisch)
5. ORDNUNG FÜR DIE ENTSAGUNG DES OKKULTISMUS. BEICHTE VON MENSCHEN, DIE OKKULTISTICHE PRAKTIKEN ANGEWANDT HABEN
6. AUS DEM BESCHLUSS DES BISCHOFSKONZILS DER RUSSISCHEN ORTHODOXEN KIRCHE „ÜBER PSEUDOCHRISTLICHE SEKTEN, NEOHEIDENTUM UND OKKULTISMUS“
7. Die Heilige Schrift über Magie und Ähnliches: „So spricht der Herr!“
„Sowie auch bei der Heilung des Körpers ist es das Ziel der ärztlichen Kunst,
die Gesundheit des Kranken wieder herzustellen,
wobei die Art der Heilung je nach Krankheit unterschiedlich ist;
denn jeder Krankheit ist eine eigene Kur zugeordnet:
eben so wird bei seelischen Krankheiten,
wegen der großen Menge und Unterschiede der Leidenschaften,
verschiedenartige heilende Seelsorge notwendig,
um je nach dem jeweiligen Leiden die Heilung herbeizuführen.“
Kanonisches Sendschreiben des Heiligen Gregor,
Bischof von Nyssa, an Litoius, Bischof von Malatya
Einführung
In den letzten Jahrzehnten haben viele tausend Menschen von den Priestern der Orthodoxen Kirche das Sakrament der Taufe empfangen – das Sakrament, das die Pforten zum Reich der Gnade öffnet, das die Kirche ist. Die Frühchristen machten zuerst die Erfahrung des Lebens in dieser Kirche, um dann, nach eigener Zustimmung, ihre Traditionen und Richtlinien zu empfangen, ihr das Vertrauen zu bezeugen und sich erst dann in das Taufbecken tauchen zu lassen. Unter den Bedingungen des modernen Lebens geschieht es jedoch meist umgekehrt: der Mensch empfängt die Taufe, und erst mit der Zeit beginnt er sich im Hause Gottes umzuschauen, in das er auf diese Weise hineingetreten ist. Und meist stellt sich heraus, dass dieser Mensch, der sich bereits für einen Christen hielt, nicht nur ganz anders gedacht, sondern auch ganz anders gelebt hat, als man in diesem Hause leben soll. Viel zu vielen Verführungen ist so ein „Neuling“ in der modernen Welt ausgesetzt. Und der Name der Schlimmsten davon ist „Okkultismus“.
In den ersten Jahrhunderten des Christentums, als die äußere Verfolgung der Kirche, die eine große Menge Märtyrer hervorgebracht hatte, beendet war, sorgte der Feind des Menschengeschlechts für geistliche Wirren, und so kam es zu zahlreichen Häresien und Schismata.
Und heute, wenn die Orthodoxe Kirche nach einem Jahrhundert der Verfolgungen wieder zu Kräften kommt und den ihr zustehenden Platz im russischen Staat wieder einnimmt, wiederholt der altböse Feind seine uralte Taktik der Verwirrung der Köpfe und Herzen.
Kaschpirowski und Tschumak[1], Horden westlicher Prediger, Fluten okkulter Dienstleistungen und die Bacchanale der Unzucht und Gewalt, über die Fernsehen und Massenmedien exzessiv berichten, haben ihr Werk verrichtet: viele Seelen sind verloren gegangen –dem menschlichen Leben und der Kirche, unter deren Obdach es nur Manche knapp geschafft haben, unterzukommen.
Nachdem sie die Kreise der häretischen Hölle durchschritten haben, sind sie – moralisch entkernt und geistig und häufig auch körperlich krank -an die Pforten des orthodoxen Gotteshauses zurückgekehrt, wo ihnen von den Vätern der Alten Kirche die kanonischen Regeln der Zeitlosigkeit des katholischen Bewusstseins des apostolischen Christentums gezeigt wird.
Die Frage nach der Wiederaufnahme der von der Kirche abgefallenen Kirchenmitglieder hatte sich bereits in den Zeiten der Verfolgung der ersten Jahrhunderte, noch vor den Ökumenischen Konzilen, akut gestellt. Damals waren die ersten kirchlichen Schismata entstanden– nämlich in Karthago und in Rom, deren Oberhäupter die Priester Novatus und Novatian gewesen waren. Unter den Heiligen Vätern, die für ihre Werke und ihr Leben verehrt wurden - etwa zwischen Dionysius dem Großen und Papst Stephan vom Rom, die beide Hieromärtyrer waren - gab es diesbezüglich keine einheitliche Meinung. Auch auf den Konzilen gab es zu diesen Problemen jeweils unterschiedliche Meinungen.
Die moderne Kirche verfügt über die Canones, die bei weiser Verwendung auch für den leidenden modernen Menschen den geraden Weg ins Leben unter der Obhut der Orthodoxie weisen.
Heute ist wieder einmal Zeit für die Wiedererrichtung des Hauses der Kirche. Heute ist es möglich geworden, nicht nur diejenigen, die sich für „orthodox“ gehalten haben und immer noch halten, dies aber weder nach ihrem Glauben noch nach ihrem Geist sind, zum Verständnis der Wahrheit zu bringen, sondern auch im Bewusstsein der gesamten kirchlichen Gemeinschaft das zu erneuern, was die unerschütterliche Grundfeste des Lebens der Apostolischen Kirche bildet: nämlich ihre Tradition, die alle Bereiche der kirchlichen Lebenstätigkeit heiligt und weiht. Die heutige Lage ähnelt der Zeit nach dem Babylonischen Exil, als Esra der Priester dem Volk, das Buße für die Abwendung von Gott getan hatte, das Buch der Gesetze vorgelesen hatte (Neh 1,8).
In dieser Arbeit wird die Frage sowohl nach der Praxis der Aufnahme in die Orthodoxe Kirche für Menschen, die aus dem Okkultismus (uns dem Satanismus) kommen, als auch nach den negativen Folgen ihres ganzen Fehlverhaltens erhoben.
Das Orthodoxe Zentrum für Seelsorge zu Ehren des Hl. Johannes von Kronstadt (OZS) wurde im Jahre 1996 nach dem Segen des Patriarchen Alexij dem Zweiten als Einrichtung der Russischen Orthodoxen Kirche gegründet, deren Hauptaufgabe die Rehabilitation von durch Sekten und/oder Okkultismus zu Schaden gekommenen Menschen ist.
Die Erfahrung der Seelsorge von mehreren Tausenden Leidenden und die entsprechende Statistik- und Forschungsergebnisse ermöglichen es uns, zu behaupten, dass es bei der heutigen Praxis der Aufnahme der ehemaligen Sektierer und Okkultisten in die Kirche ernsthafte Probleme gibt; nicht weil es schwer wäre, die kanonische Vorgehensweise in Bezug auf die unübersichtbare Vielfalt des modernen okkultistisch-sektiererischen Pantheons zu bestimmen, sondern wegen der zumindest leichtsinnigen Einstellung gegenüber dieser Vorgehensweise.
Dennoch schreibt die durch die Geschichte bestätigte kanonische Kirchenpraxis eine äußerst strenge Einstellung bei Aufnahme von abgefallenen Mitgliedern vor. Auch die OZS-Praxis zeigt deutlich, wie wohltuend der Einfluss dieser alten kirchlichen Erfahrung auf die heute leidenden Menschen ist.
Von alters her nahm die Kirche die Menschen, die anderen Glaubenslehren, Häresien oder Schismata verfallen waren, durch drei Arten oder „Formen“ auf, als da sind: die Ordnung der Taufe, die Ordnung der Myronsalbung und die Ordnung der Beichte.
Für Menschen, die in keiner Sekte mit eigener Dogmatik gewesen sind (was separat behandelt werden muss), sondern sich allgemein mit der okkulten Praktiken beschäftigt haben, existieren Maßnahmen, die, historisch gesehen, auf zum Christentum bekehrte Heiden angewandt wurden.
Hierzu ist zu bemerken, dass ein Heide, der zur Kirche Christi kommt, sich einen historisch logischen Schritt vollzieht, wohingegen der Abfall vom Christentum ins Heidentum eine größere als nur menschliche Tragödie darstellt – nämlich einen spirituellen Kataklysmus, eine Zerstörung der Seele. Dabei ist der moderne Okkultismus die schlimmste Form des Heidentums, da heidnische Glaubensvorstellungen, mit magischen Praktiken kombiniert, direkter Dienst an Dämonen sind.
Auf jeden Fall ist der moderne Okkultismus eine Transformation und Weiterentwicklung der alten heidnischen Glaubensvorstellungen und Praktiken, und hier existierte und existiert nur eine Regel – die Aufnahme solcher Menschen in die Kirche ist ausschließlich durch die Ordnung der Taufe möglich. Aber die Mehrheit der modernen Heiden (Menschen, die den Okkultismus praktizieren) sind leider bereits orthodox getaufte Christen – also kommt auch die zweite Ordnung (durch Myronsalbung) in Frage.
Die Hirten, die mit der kanonischen Praxis der Aufnahmeordnungen vertraut sind, sind bestürzt durch die Tatsache, dass die meisten dieser Leidenden regulär getauft, d.h., auch mit Myron gesalbt worden sind. Die Wiederholung der Taufe ist durch eine strenge Apostolische Regel (Nr. 47) eindeutig verboten; aber auch wenn das Mysterium des Myronsalbung für solche Menschen wiederholt würde, riefe dies mehrere Fragen auf.
Bevor wir uns aber den Beispielen aus der kirchlichen Erfahrung zuwenden, betonen wir, dass hier vom Okkultismus die Rede ist, also dem unmittelbaren Kontakt des Menschen mit der Dämonenwelt. Okkultismus und Satanismus sind ontologisch und historisch untrennbar miteinander verbunden. Da, wo Opfer für Satan gebracht werden, ist es unmöglich, von der Aufbewahrung des kirchlichen Sakraments zu sprechen. Die Frage nach der Aufnahmeordnung stellt sich nur dann, wenn ein Mensch sich ernsthaft in die okkulte Praxis, die direkte Gemeinschaft mit den „ Tiefen des Satans“ (Off 2,24), versenkt hat.
Hier stellt sich die Frage: ist es generell möglich, einen Menschen für „orthodox“ zu halten, der als Kind getauft worden ist, aber keine persönlichen kirchlichen Erfahrungen hat, da ihn seine Taufpaten nicht dazu erzogen haben? Häufig beschränkt sich ja die ganze „Orthodoxie“ auf das Essen „zum Osterfest“, die Besuche von diversen Galsterweibern und die Besprengung mit geweihtem Wasser „gegen den bösen Blick“.
Das führt zu einer weiteren Frage: ist die Taufe eines Kleinkindes wirksam, dessen Taufpaten, „für deren Glaube“ die Taufe gespendet wird, ins kirchliche Leben nicht integriert und manchmal sogar ungläubig sind? Oder ist die Taufe in einem bewussten Alter, aber ohne Glauben an die Göttlichkeit Jesu Christi oder nach einer „Überweisung“ durch sog. „Übersinnlich Begabte“, wirksam?[2]
Wenn aber der Mensch bewusst orthodox gewesen war und davon bewusst abgewichen ist, dann sind die Schlussfolgerungen um so ernster.
Natürlich muss all das bei der Klärung der Frage nach der Aufnahme in die Kirche von Menschen, die von okkulten Irrlehren herkommen, berücksichtigt werden.
Wenn so viele Fragen entstehen, die Zweifel hervorrufen (und es geht hier um die Erlösung), ist es vernünftig, nicht nach „Kontras“, sondern nach „Pros“ zu suchen – also nach Argumenten dafür, dass jede Möglichkeit der Erneuerung des Menschen durch die göttliche Gnade genutzt wird - so wie es beispielsweise die Regeln bezüglich Zweifeln bei der Taufe vorschreiben.
Manchmal gibt es in der OZS-Praxis Fälle, in denen ein Mensch aus einem ganz anderen Anlass kommt: Drogen- oder Trunksucht oder einem ausweglosen Zustand nicht-rehabilitierbarer Degradation; und plötzlich werden in seiner Lebenserfahrung diese oder jene Gründe zur Einsetzung der Aufnahmeordnung gefunden. Zum Beispiel kann es sich herausstellen, dass er vor zehn Jahren sektiererische „Initiationen“ durchlaufen hat. Bei solchen Erfahrungen haken wir dann ein - und zwar nicht nur, weil wir das für die entscheidende Ursache seines jetzigen Zustands halten, sondern in der Hoffnung, dass das Mysterium der Myronsalbung, auch wenn es wiederholt wird, das vollzieht, was die Menschen alleine nicht mehr schaffen können, und die erkrankte Seele heilt. Und häufig geschieht es auch so.
Zur Frage über die Myronsalbung zitieren wir einen Abschnitt der kanonischen Aufnahmeordnung (nach der zweiten Form, für diejenigen, die aus dem Heidentum kommen), wie sie heute im Gebrauch ist:
„Eine Sonderstellung haben diejenigen inne, die nach dem Mysterium der Taufe begannen, sich mit verschiedenen okkulten Praktiken zu beschäftigen. Nach den Regeln des Hl. Basilios dem Großen (65;72), ist über Einen, der sich an einen Magier wendet, für fünf (24. Regel von Ankyr.) oder sechs Jahre (61. Regel des 6. Ökumenischen Konzils) ein Kommunionsbann zu verhängen. Über einen Hersteller von Horoskopen und Amuletten, sowie auch über einen Wahrsager, ist für sechs Jahre (61. Regel des 6. Ökumenischen Konzils) ein Kommunionsbann zu verhängen. Derjenige, der sich freiwillig von Christus abkehrte und begann, sich mit dem Dienst an Satan zu beschäftigen, kann nur auf dem Sterbebett die Kommunion empfangen (Gregor von Nyssa, 3. Regel). All diese Regeln sind allerdings für diejenigen geschrieben worden, die wirkliche Mitglieder der Kirche gewesen waren, und nicht nur durch Taufe als Kleinkinder als solche gezählt wurden. Auf diese ist die Regel des Hl. Method anzuwenden, die solchen Menschen befiehlt, sieben Tage lang die Reinigungsgebete zu praktizieren, am achten Tag sich zu waschen und danach mit Myron gesalbt und mit neuen Gewänden bekleidet zu werden, nach dem Ebenbild der Täuflinge. Allerdings gilt diese Regel nur für diejenigen, die die Taufe im unbewussten Alter empfangen haben, und nicht für diejenigen, die als Erwachsene wiedergeboren wurden und abgefallen sind. Hier müssen wir aber sicherlich unser Urteilsvermögen diesbezüglich einsetzen, wie ein bestimmter Okkultist ins kirchliche Leben integriert war, und über die Aufnahmeordnung erst nach der Bewilligung durch den Diözesanbischof entscheiden.
Unzulässig ist, alle wahllos aufzunehmen; denn so würde sich ein Priester dem Judas angleichen, der Christus den Mördern hingibt“.
Hier ist es geboten, besondere Aufmerksamkeit auf die Frage zu richten, ob es prinzipiell möglich ist, einen Menschen, der sich bewusst taufen ließ und bewusst abgefallen ist, mit der Kirche „vor dem Sterbebett“ zu vereinigen. So befiehlt die Regel des Hl. Hierarchen Gregor von Nyssa: „Derjenige, der willkürlich dem Glauben an den Herrn abgeschworen und sich dem Judentum oder Heidentum oder Manichäertum oder einer anderen der vielen Arten der Gottlosigkeit zugewandt und dies danach bereut hat, muss sein ganzes Leben lang büßen: denn so einem Menschen ist es nie mehr erlaubt, während der Verrichtung des sakramentalen Gebets gemeinsam mit den Gläubigen Gott anzubeten, sondern er muss sowohl allen beten als auch auf den Empfang der Heiligen Sakramente gänzlich verzichten; und (erst) in der Stunde seines Todes kann er der Göttlichen Gaben teilhaftig werden; wenn er aber, entgegen allen Erwartungen, am Leben bleibt, muss er sich lebenslang dieser Buße unterziehen, ohne der Hl. Sakramente würdig zu werden, bis sein Ende kommt.“
Einerseits kann diese Regel auf die überwiegende Mehrheit derer bezogen werden, die sich in den letzten Jahrzehnten ernsthaft in den Okkultismus versenkt und damit „willkürlich vom Glauben an den Herrn abgeschworen“ haben; andererseits stellt sich, wie bereits erwähnt, die Frage, inwiefern diese Menschen, die in der verworrenen Post-Perestroika-Ära die Taufe blind empfangen haben, dadurch als „wiedergeboren“ angesehen werden können. Der Wechsel von einem Aberglauben zum anderen ist kein „Abschwören“. Aber streng gesehen bleibt die Tatsache bestehen: sie waren im Taufbecken und haben - obwohl sie von seiner Gnade bestärkt wurden -abgeschworen[3]. Wir haben weder die Kräfte noch den festen Glauben der Christen der ersten Jahrhunderte, und daher werden für solche Menschen in den Werken der Heiligen Väter und der Erfahrung der Kirche alle möglichen Vergünstigungen gesucht. Und solche gibt es; und zwar die zweite Form der Aufnahmeordnung mit dem Mysterium der Myronsalbung nach der Regel des Hl. Method, dem Patriarchen von Konstantinopel[4], wie sie in der oben erwähnten kanonischen Erkundigung erläutert ist.
Unten sehen wir diese Regel als Faksimile des Originaltextes des ersten russischen Nomokanons, der in der Zeit des Patriarchen Iosif im Jahre 1650 zusammengefasst wurde (S. 1289-90; weitere Ausgaben: 1786, 1888, 1913).
Auf dieselbe Regel verweist auch der Metropolit Petro Mohyla in seinem bekannten Euchologion (Kiew 1646)[5].
Die Ordnung des Hl. Method von Konstantinopel selbst kann beispielsweise im Großen Euchologion gefunden werden, das 1992 von der St.-Sergius-Dreiheitslavra als Reprint veröffentlicht wurde. Unten abgebildet ist ein Endfragment[6].
Noch eine wichtige Frage ist die nach der Taufe derjenigen, welche ernsthaft okkulte Praktiken betrieben haben. Für einen Menschen, der dem Okkultismus verfallen ist, ist es besser, noch gar nicht getauft zu sein, als die Taufe bereits empfangen zu haben. In diesem Fall scheint es vom Standpunkt der Aufnahme in die Kirche zwar einfach zu sein – der Mensch höre mit seinen geisttötenden Beschäftigungen auf und lasse sich taufen – jedoch gibt es hier, wie die OZS-Erfahrung zeigt, auch Probleme. Ein Mensch, der sich ernsthaft mit okkulten Praktiken beschäftigt hat, muss vor der Taufe ebenfalls den Irrlehren abschwören, denen er angehangen hat – so wie auch ein Jude (ein praktizierender Anhänger des Mosaismus) oder auch ein Muslim u.a. Doch die direkte Erfüllung der kanonischen Regel wäre, einen solchen Menschen nicht nur durch Taufe, sondern auch durch die Ordnung der Vereinigung durch Taufe aufzunehmen - so wie es die kanonische Praxis für die „aus dem Heidentum Kommenden“ vorschreibt. Diese Ordnung erfordert nicht nur allgemein „Entsagungen des Täuflings“, sondern auch die Entsagung, der konkreten Irrlehren.
Am ehesten stoßen wir in der Arbeit des Zentrums auf das Problem einer „mittleren“ Einstellung, die viele Hirten gegenüber allen Beichtenden einnehmen - auch gegenüber denjenigen, die aus den schlimmsten Sekten kommen. Hast du gebeichtet, kannst du auch die Kommunion empfangen - mit dem unerschütterlichen Glauben an die Barmherzigkeit Gottes und die Wirksamkeit der Mysterien. Doch haben die Väter, die für uns bestimmt haben, wie in solchen Fällen vorzugehen ist, etwa nicht an die heilende Kraft der Mysterien geglaubt? So kann hinter dieser heilsamen Formel bloße Verantwortungslosigkeit verstecken.
Wir hatten häufig Schwierigkeiten, wenn wir Situationen berichtigen mussten, in denen man Menschen, die buchstäblich noch das Blut der magischen Riten an den Händen hatten, gesagt hatte: „Jetzt hast du gebeichtet; gehe regelmäßig ins Gotteshaus und empfange die Kommunion“. Wozu aber dann die kanonischen Regeln, die übrigens nicht nur ein „Geleitbrief“ für die Reinheit der Kirche sind, sondern auch den Menschen stärken und dabei seine Leiden mildern, die nach schweren Irrlehren immer zurückbleiben? Die Pforten des Gotteshauses werden durch die kirchlichen Kanones nicht geschlossen, sondern geöffnet, da sie die endgültige Erlösung des Menschen bezwecken.
Es besteht kein Zweifel, dass sowohl die Buße als auch die kirchlichen Mysterien in sich die Vollkommenheit der Gnade tragen, die fähig ist, auch die verirrteste Seele zu verklären. Zweifellos sind viele Menschen, die vorher negative spirituelle Erfahrungen gemacht hatten, in die Kirche gekommen und vollwertige Mitglieder geworden, ohne die Ordnungen zu durchlaufen, von denen hier die Rede ist. Dabei haben sie meist nichts davon gewusst oder auch die Möglichkeit nicht gehabt.
Hier kann wieder ein Vergleich mit der Taufe gezogen werden. In Sonderfällen lässt die Kirche die Taufe durch Aspersion und sogar die durch einen Laien gespendete Taufe zu. Solch eine Taufe wird zwar akzeptiert, aber es wird empfohlen, sie bei Gelegenheit zu ergänzen. So ist es auch hier - wenn es keine Möglichkeit gibt, wird eine solche „Nottaufe“ von Gott ergänzt und von der Kirche akzeptiert, und dann ist bei spirituell gesunden Menschen von den Ordnungen gar nicht mehr die Rede. Heute haben wir aber alle Möglichkeiten; es muss nur der Wunsch bestehen. Zudem handelt es sich um leidende Menschen.
Als Beispiel wollen wir uns der Erfahrung der alten Kirche zuwenden und nicht nur daran erinnern, wie der gottgelehrte Vater Hieromärtyrer Dionysius von Alexandrien die Situation gelöst hatte, sondern auch wie er den sorgsamen Umgang mit den Menschen, den ehrfurchtsvollen Zweifel und das Bewusstsein der Verantwortung vor Gott pflegte, mit denen er folgenden Brief schrieb. Es handelte sich um einen Brief an den zukünftigen Lukian von Kathago (der das Katheder vom Hl. Hierarchen Cyprian übernahm).
(An den römischen Bischof Xystus:) Bruder, ich brauche dringend einen Rat und möchte dich nach deiner Meinung fragen. Es ist etwas geschehen, bei dem ich befürchte, mich zu irren. In der Bruderschaft gab es einen Menschen, der seit langem als Christ galt; er war bereits einer der Brüder schon vor meiner Weihe und, Das glaube ich, auch schon vor der Ernennung des seligen Heraclas. Einmal befand er sich bei den Täuflingen, hörte sich die ihnen gestellten Fragen und ihre Antworten an und kam dann weinend und über sich trauernd zu mir, fiel mir zu Füßen und schwor, dass er seine Taufe von Häretikern empfangen und diese mit der wahren Taufe nichts gemeinsam habe, denn sie sei voll Schande und Blasphemie gewesen. Er sagte, dass seine ganze Seele voller Schmerz sei und er es nicht wage, seine Augen zu Gott emporzuheben, da er mit blasphemischen Worten und Ritualen begonnen hätte; daher bat er, ihn zu bereinigen, aufzunehmen und der Gnadenfülle teilhaftig zu machen. Ich wagte dies aber nicht und sagte ihm, dass die langjährige Gemeinschaft mit der Kirche ausreiche: er war bei der Eucharistie anwesend gewesen, hatte mit allen zusammen das „Amen“ gesprochen, war zum Altartisch gekommen, hatte seine Hände ausgestreckt, um das Heilige Brot zu empfangen, und er hatte es empfangen; er wurde lange Zeit hindurch des Leibes und des Blutes unseres Herrn teilhaftig. Ich wage es nicht, wieder am Anfang zu beginnen. Ich riet ihm, guten Mutes zu sein und in festem Glauben und in guter Hoffnung zu den Sakramenten hinzutreten. Er weinte unaufhörlich, als er am ganzen Körper zitternd zum Altartisch trat, und trotz meiner Ermunterung fiel es ihm schwer, dem Gottesdient beizuwohnen.
In der kirchlichen Seelsorge gilt nach den kanonischen Richtlinien und Empfehlungen das autonome Recht des Priesters, die Verantwortung auf sich zu nehmen und je nach der konkreten Situation zu handeln, in der er „die Reue sieht“. Doch hinsichtlich der Aufnahme derjenigen, die aus ketzerischen Sekten kommen, bezog sich die Empfehlung, „die Reue zu beurteilen“, nur auf die Dauer der Buße, der Zulassung zu den gemeinsamen Gebeten, zur Kommunion und zu anderen Mysterien, doch keinesfalls zur vollen Vernachlässigung dessen, was die kanonischen Regeln vorschreiben.
Häufig findet sich eine Vermischung der Begriffe: die Ordnung der Beichte und die einfache Beichte eines Menschen ist nicht dasselbe. Ersteres ist die Ordnung der Aufnahme durch die Beichte – ein besonderer, all-kirchlicher, katholischer Akt; zweiteres ist nur ein Teil dieses Aktes. Der Mensch kann an keinen Mysterien teilnehmen, ohne dass er die Ordnung der Beichte durchlaufen hat, wenn diese kanonisch geboten ist; und die persönliche Beichte ist ja ein solches Mysterium.
In unserem Alltag, wenn wir in der alltäglichen Sprache „unsere Zunge nicht bändigen“[7], vergessen wir auch die sakrale Bedeutung der Worte im Gottesdienst. Wenn der Priester sagt: „segne nun auch diese Brote“[8], bittet er Gott, nur „diese Brote“ zu segnen; die Anrufung des Heiligen Geistes bei der Weihe eines Klerikers bezieht sich nur auf das konkrete „gebeugte Haupt“; für die Spendung des Sakraments der Taufe ist die besondere Weihung des Wassers erforderlich (abgesehen von Ausnahmesituationen), die ihm die besonderen Eigenschaften für die Taufe mitteilt[9], und nicht die Nutzung von Wasser, das durch eine andere Ordnung geweiht ist. Derselbe Unterschied gilt auch für die allgemeine Segnung, die der Priester spendet, und die Segnung, die auf ein konkretes Zweck gerichtet ist. Und genauso ist es eben im vorliegenden Fall.
Andererseits nimmt der Mensch diese Taten psychologisch und spirituell natürlich ganz anders wahr, und das ist für dieses verlaufene Kind der Kirche, das in ihren mütterlichen Schoss wieder aufgenommen werden soll, natürlich von großer Bedeutung. Die Ordnung, die das festgelegte Ziel hat, bedeutsam und sogar feierlich zu sein, muss in solch einer Seele einen wohlbestimmten Ort auf der spirituellen Koordinatenachse festlegen und klar bestimmen, dass der Mensch in die Kirche wiederaufgenommen wurde und sich dabei vor dem Angesicht der Kirche das Gelübde des Gehorsams auferlegt hat. Natürliche Verstörtheit, Angst, Emotionen sowie der erzwungenermaßen schnelle Verlauf der Beichte verhindern die klare Wahrnehmung der Wichtigkeit des Geschehens. Die Ausgestaltung der Ordnung und die besondere Vorbereitung auf sie ist etwas ganz anderes.
Es muss bedacht werden, dass eine kranke Seele nach der Beichte durch Vieles verführt werden kann, etwa durch Gedanken wie „Ich habe nicht alles gebeichtet“ oder „Durch die Beichte hat sich nichts verändert“.
Die Ordnung der Beichte sieht ein bestimmtes System vor und schließt besondere Gebete ein: die Befragung nach der Aufrichtigkeit der Entsagung vorheriger Irrwege und nach dem Wunsch, sich mit der Orthodoxen Kirche zu vereinigen, das Gebet „Herr Gott, du Allmächtiger…“, die Befragung nach der Entsagung von den Irrwegen und die Entsagung selbst, und das Bekenntnis zum orthodoxen Glauben. Sicherlich kann der Hirte die Beichte so aufbauen, aber außerhalb des üblichen Vorganges der Beichte, wenn viele Menschen Schlange stehen. Es ist möglich, den Dialog richtig aufzubauen, nämlich als Befragung, Antwort in Form der Entsagung usw.; dafür ist es aber notwendig, ihn zu kennen und vorher durchgearbeitet zu haben. Auf jeden Fall wird sich ein System, eine Abfolge, also eine Ordnung[10] aufbauen.
Manchmal wird völlig außer Acht gelassen, dass für eine wirksame Buße auch bestimmte Bedingungen notwendig sind. Einem Menschen, den der Feind beherrscht, fällt es schwer, richtig und aufrichtig zu büßen, und die Ordnung ist eben der Akt, der den Feind unserer Erlösung bannt.
Außer den oben erwähnten Ursachen –Unkenntnis der Praxis der Ordnungen oder deren Unterschätzung, Vermischung des Mysteriums der Beichte mit der Ordnung der Beichte – sind noch einige objektive Probleme zu nennen, die jedem Hirten bekannt sind.
Die erste bezieht sich auf jenen Teil der Herde, der auf keinen Fall fähig ist, den von der Kirche angebotenen „königlichen Weg“ zu gehen, der keine schnellen Ergebnisse liefert und keinen besonderen spirituellen „Komfort“ verspricht. Solche Menschen suchen immer nach einer Regel zu ihrer „Berichtigung“, so wie Exorzismus, Hellseherei und irgendeine Ordnung, die eben in dieser Reihe steht. Wenn sie begründen, dass so etwas für sie notwendig ist, schätzen sie dies alles nach der betrügerischen Subjektivität ihrer persönlichen Empfindungen ein. Und selbst dann, wenn es in Bezug auf diese Menschen Gründe für kanonische Entscheidungen gibt, sollte der Hirte, der das Problem durch das Prisma dieser konkreten Person betrachtet, ernsthafte Akten wie die Ordnung der Myronsalbung sehr vorsichtig vornehmen.
Die zweite Ursache besteht darin, dass viele Leidende, welche den okkulten Einfluss auf die persönliche Erfahrung erlebt haben, ihren Beichtvater in die Irre führen. Nicht, dass sie ihn absichtlich betrügen würden, sondern indem sie sich selbst irren und noch verführt sind durch nebensächliche Dinge, und wenn sie Wichtiges erwähnen, messen sie ihm nicht die angemessene Bedeutung zu. In solchen Fällen muss der Hirte das Problem erkennen können, was nicht einfach ist...
Aus der Praxis des OZS ist bekannt, dass viele Hilfesuchende dem Hirten gegenüber bei der Beichte vieles einfach nicht „über die Zunge bringen“, was sie den Spezialisten beim primären Erstkontakt erzählt haben. Das ist einer der Gründe für die Einführung spezieller, ausführlicher Fragebögen, die vor der Beichte beim Priester ausgefüllt werden und wo alle notwendigen Daten festgestellt werden. Dabei besteht die Aufgabe des Erstkontakts mit solchen Menschen darin, ihnen zu helfen, die richtigen Akzente zu setzen, und auch hier muss der Priester die Daten noch richtig interpretieren.
Die dritte Ursache besteht darin, dass es spirituell kranke Menschen gibt, die all das tun werden, was ihnen gesagt wird – ohne eigenes Verantwortungsbewusstsein und ohne Glauben. Sie sind einfach ungläubig. Wenn der Hirte so jemandem begegnet, wird er die Verantwortung nicht allein tragen wollen, was auch richtig ist. Bedauerlicherweise gibt es viele solche Menschen.
Auf die vierte Ursache stoßen wir selbst häufig in der Praxis. Wenn einem Menschen die Vereinigung mit der Kirche verordnet wird, hat er sich natürlich vorher von ihr abgewandt. Das heißt, er hat sich von Christus abgewandt und sein Christentum verloren. Wir können versuchen, uns vorzustellen, wie sehr diese Tatsache in der Alten Kirche betont wurde, und wie viele Tränen ein Mensch vergießen musste, der gebetet und gebeten und darauf gewartet hatte, dass er vom spirituellen Tode wieder zurück im Leben empfangen wird. Im Prozess der Vorbereitung auf die Ordnung wird dem Menschen erklärt, dass er sich abgewandt hat und sowohl die Kirche als auch Christus verloren hat. Dabei ist geht es um diejenigen, die tief im Okkultismus versunken waren –Anderen wird die Ordnung der Vereinigung nicht verordnet. Doch behauptet so einer überzeugt, beinahe hysterisch: „Ich habe mich weder von Christus noch vom Christentum verabschiedet“. Und manchmal noch nicht einmal „von der Kirche“ – dies aber seltener. Wie soll er aber aufgenommen werden, wenn er „sich nicht verabschiedet“ haben will? In diesem Falle könnte sich das heilende Mysterium in eine Formalität und sogar Blasphemie verwandeln. Sicherlich würde der Hirte sich in solch einer Situation hüten, die Ordnung zu empfehlen; hier sind Zeit und vernünftige Ermahnung erforderlich. Doch in solch einer Situation ist vernünftige Entschiedenheit seitens des Hirten notwendig, der im Namen der Kirche spricht. Ein fehlgegangener Zögling, der von der Kirche „offiziell“ verstoßen wurde, wird sich vielleicht ernsthaft Gedanken machen.
Hier zeigt sich auch noch eine besondere Verwirrung, die im Bewusstsein der Massen durch die Wirkung des Satans längst akzeptiert ist - nämlich die Trennung zwischen den Begriffen „Christentum“ und „Kirche“. Aber Ersteres gibt es ohne das Zweitere nicht – so sagen es die Väter und die gesamte Geschichte.
Hier muss noch eine Einstellung genannt werden, die manchmal vorkommt: „Mag dieser hier ruhig leiden; dafür kommt er ins Paradies.“ Es ist aber unbarmherzig, einem Kranken die Medizin vorzuenthalten, wenn es vorhanden und vom einen weisen Heiler – der Kirche – angefertigt wurde. Wenn es für die Väter der Alten Kirche eine derart ernsthafte Frage war, wäre dann die Nicht-Beachtung ihrer Werke und Erfahrungen nicht zumindest respektlos?
Beim Empfang von Menschen, die okkulte Erfahrungen haben, teilt sich die Hauptarbeit im OZS in mehrere Richtungen:
1. Sorgfältige Analyse und Erarbeitung eines Vorgehens (Welches geistliche Werkzeug aus dem Arsenal der Kirche ist für die Heilung des Leidenden anzuwenden?);
2. Bestimmung, inwieweit ein bestimmter Mensch die angebotenen Empfehlungen annehmen kann, und, anhand dessen, seiner Bedürfnisse und des notwendigen Grades der psychologischen und psychiatrischen Hilfe;
3. Dem Menschen helfen, sich selbst alles bewusst zu machen, die richtige Schlüsse zu ziehen und Entscheidungen zu treffen;
4. Seelsorge, um diesen Leidenden im Laufe der gesamten Rehabilitationsperiode zu unterstützen.
Daran müssen der missionarische, der medizinisch-psychologische, der soziale Dienst und sicherlich die Beichtväter und der gesamte Klerus teilnehmen. Hauptziel ist natürlich die Integration der Betroffenen ins Kirchenleben.
Bemerkenswert ist, dass es immer schwieriger wird, mit den hilfesuchenden Menschen zu arbeiten, da die Welt immer mehr Verführungen anbietet. Wir haben viele Fälle, die eine gleiche Typologie haben: Ende der 1980er Jahre waren sie bei Kaschpirowski und Tschumak, dann kam die Teilnahme an charismatischen Versammlungen in Sportstadien, dann Bibelstudien in diversen protestantischen Versammlungen – häufig auch mit „Taufe“ und „Zungenrede“; Hinwendung an Menschen mit angeblich außerersinnlicher Wahrnehmung und Galsterweiber, dann Erwerb des Zeugnisses über Besitz über außersinnliche Wahrnehmungsfähigkeiten, Initiation in einer Reiki-Sekte oder ähnlichem und Variationen dieses Verlaufs – von Roerichs[11] bis Wissarion und Grabowoj; plus „ein bisschen“ Moon und Zeugen Jehovas als „Suche“.
Diese spirituelle „Erfahrung“ hat ihre Logik: das zufällig in irgendeinem Stadion erhaltene „Charisma“ hat den Weg über diverse Sekten und okkultistische Lehren bestimmt, und die flüchtige Wendung an Außersinnliche einen bestimmten Denktyp entsprechende Fähigkeiten gefördert. All das hat diese spirituelle Allesfresserei geformt, die die Menschen aller möglichen Sekten und Kulte befallen hat. Im Endeffekt haben wir es mit Seelen zu tun, die wortwörtlich alle in der Geschichte bekannten Häresien und sektiererischen Lehren in sich aufgesaugt haben.
Was ist hier zu tun? Nach welcher Ordnung sollen diese Menschen in die Kirche aufgenommen werden? Dabei ist ein solcher Mensch schon in der Orthodoxen Kirche getauft, hält sich für orthodox, nimmt ab und zu an den Mysterien teil, besucht „Starzen“ (oder Pseudostarzen) und nimmt regelmäßig an exorzistischen Gottesdiensten teil. Also muss ihm etwas anderes vorgeschrieben werden als „Hast du gebeichtet, kannst du auch die Kommunion empfangen“.
Hier noch ein Beispiel, wie die Väter vor der Verabschiedung der konziliaren Kanones vorgegangen waren. Der Hl. Hierarch Dionysius der Große schreibt (über Heraclas von Alexandrien, um 231) wie folgt;
„Diese Regel und dieses Vorgehensmuster habe ich von unserem seligen Papst Heraclas erhalten: er stieß ehemalige Häretiker, die sie von der Kirche abgetrennt hatten, aus der Kirche aus, und um so mehr die Menschen, die sich von ihr nicht getrennt hatten und mit ihr anscheinend weiterhin verbunden gewesen waren, doch die häretischen Lehrer nachweislich besucht hatten. Diese nahm er trotz ihrer Bitten nicht wieder auf, solange sie nicht öffentlich alles gebeichtet hatten, was sie von den Gegnern der Kirche gehört hatten…“
Als Illustration des Problems kann folgender, am häufigsten vorkommende Fall genannt werden: in den Biographien vieler Menschen, die früh durch Okkultismus verführt wurden, gab es auch andere sektiererische Erfahrungen - insbesondere die „ pfingstlerische“, die in den 1990er Jahren einen Massenzulauf zu den westlichen Predigern verzeichnete. Dabei setzen diese Okkultismus häufig mit Orthodoxie gleich, und viele dieser Menschen hatten relativ viele Erfahrungen mit der Teilnahme an den Mysterien und generell dem Leben in der Orthodoxen Kirche.
Hier muss präzisiert werden: indem wir von der Teilnahme dieser Menschen an der Pfingstbewegung sprechen, meinen wir nur die, die dort die Taufe (mit Wasser oder durch „den Heiligen Geist“) erhalten haben[12], und die durch „Zungenreden“ gekennzeichnet wurden, was direkter Nachweis einer spirituellen Krankheit und ein Hinweis auf die absolute Notwendigkeit des Durchgehens der Ordnung der Vereinigung mit der Orthodoxie ist, unabhängig davon, wie lange diese Taufe zurückliegt. Doch ist uns bei Dutzenden solcher Fälle keiner bekannt, in dem diese Ordnung einem solchen Menschen verordnet wurde. Nur das übliche „„Hast du gebeichtet, kannst du auch die Kommunion empfangen“. Und das ist bedauerlich, da dieser „murmelnde Geist“ mit der Zeit zu einer schweren psychischen Krankheit werden kann, und der Weg eines solchen Menschen wird in noch kompliziertere Irrnisse führen, was ihn letztendlich ins OZS bringt. Dafür ist es aus der Praxis der Ordnungsanwendung wohl bekannt, dass dieses „Murmeln“ die Menschen nach der rechtzeitig verordneten und durchlaufenen Ordnung in der Regel schnell verlässt.
Eine bedauerliche Tatsache ist, dass es nach einer psychiatrischen Therapie äußerst schwer ist, einem solchen Leidenden weiter zu helfen. Und das, obwohl die Pfingstbewegung eine Art „Klassiker“ ist, auf den die kirchliche Praxis längst vorbereitet ist.
Wenn ein Mensch kommt, kommt er nicht immer direkt aus einer Sekte. Oft ist es eine kranke Seele, die nicht fähig ist, sich in der Orthodoxie zurechtzufinden und selbst nicht versteht, was mit ihr los ist. Das ist meist Ergebnis einer Vernachlässigung der kanonischen Regeln und der kirchlichen Erfahrung seitens der Kirchendiener, an die sich dieser Mensch nach seiner „Erleuchtung“ gewandt hat.
Das erzeugt eine ganz verzwickte Situation: es kommt ein Mensch, der viele Jahre lang gebeichtet und kommuniziert hat; aber im Zentrum für Seelsorge wird er als „Abtrünniget“ aufgenommen, der nicht das Recht hat, an den Mysterien teilzunehmen, was ihm bis zur Ordnung verboten wird. Sicherlich ist es schwer, all das diesem Kind zu erklären, das doch alles, was mit den sektiererischen Erfahrungen zu tun hatte, praktisch schon vergessen hat. Doch dieser Mensch leidet – und das ist der Ausgangspunkt der einzuleitenden Maßnahmen.
Viele Hirten schicken solche Leidende ins OZS und andere, ähnliche Zentren. Es ist aber unmöglich, alle dorthin zu schicken, und die Hirten haben aus vielerlei Gründen keine Möglichkeit, die Ordnung der Aufnahme selbst zu vollziehen.
Allerdings ist das auch in einem gewissen Sinne richtig, denn die Wiederholung des Mysteriums der Myronsalbung bedarf sicherlich einer besonderen Einstellung zu sich selbst.
In den letzten Jahrzehnten hat sich folgende Praxis der Aufnahme ehemaliger Okkultisten herausgebildet, die in zwei Teile aufgeteilt werden kann:
1. Durch die Ordnung der Entsagung, die während der Einzelbeichte vollzogen wird und (ähnlich wie die dritte Form der Vereinigung) als Ordnung der Buße vollzogen wird.
2. Durch die zweite Form der Vereinigung, die Ordnung der Myronsalbung, die speziell vom Bischof oder mit seinem besonderen Segen vollzogen wird.
Die zweite Form der Ordnung schließt die erste praktisch ein, da sie aus zwei Teilen besteht, deren zweiter die eigentliche Ordnung der Buße (oder der Entsagung) ist.
Die Ordnung der Myronsalbung (nach der zweiten Form) wird regelmäßig praktisch nur in Moskau im Gotteshaus zu Ehren der Gottesmutterikone „Aller Betrübten Freude“ auf der Bolschaja-Ordynka-Straße vollzogen. Darin wird die Myronsalbung manchmal durch bischöfliches Handauflegen ersetzt.
In unserem Zentrum für Seelsorge wird die Ordnung mit der Myronsalbung ebenso regelmäßig mit Gruppen von Menschen, denen sie empfohlen ist, vollzogen. Bis vor Kurzem vollzog eine ähnliche Ordnung auch der am 20. November 2009 ermordete Vater Daniil Sysoev.
Für die von Moskau entfernten Diözesen ist es nicht einfach und manchmal sogar unmöglich, die Vereinigungsordnung auf diese Weise zu vollbringen. Dabei kann die bei der Beichte allgemein benutzte Ordnung der Entsagung, mit der versucht wird, die Schwierigkeiten mit der Vereinigungsordnung zu kompensieren, eventuell nicht ausreichen.
Wenn wir uns mit der historischen Praxis der Anwendung der Vereinigungsordnungen bekanntmachen, sollten wir auf die besondere Rolle achten, die der „Segen des Hierarchen“ bei der Aufnahme eines Abtrünnigen in die Kirche spielt. Doch in der alltäglichen Praxis ist nicht einmal dieser einfach zu bewerkstelligen – es ist ja unmöglich, jeden Kranken zum Bischof zu bringen; zudem wird dieser Akt auch im Rahmen des Gottesdienstes vollbracht. Also bleibt den Leidenden auch diese geistliche Hilfe versagt.
Dabei sollte daran erinnert werden, dass die Regeln vorschreiben, dass für jeden Menschen, der mit der Kirche aufgrund seines Abfalls von ihr zu vereinigen ist, ein schriftliches Gesuch an den Diözesanbischof notwendig ist.
Gewiss ist es eine der kompliziertesten und ernsthaftesten Fragen, in welchen Fällen die Vereinigungsordnung (mit Myronsalbung) erforderlich ist, und in welchen wir uns auf die Entsagungsordnung (die mit der Beichte vollzogen wird) beschränken dürfen. Dieses Problem ist in Bezug auf den Okkultismus besonders akut, und zwar wegen dessen vielfältigen Erscheinungsformen. Bei Sekten ist diese Frage meist klarer; es müssen nur ihre „evolutionären Transformationen“ berücksichtigt werden.
Erinnern wir uns der Worte des Hl. Hierarchen Gregor von Nyssa darüber, wie diese Probleme zu lösen und welche Maßnahmen zu ergreifen sind:
„Diejenigen, die zu Zauberern oder zu Weissagern gehen oder zu denjenigen, die versprechen, durch Dämonen eine Reinigung oder Abwendung eines Schadens bewirken zu können, sollen ausführlich befragt und geprüft werden, ob sie, während sie im Glauben an Christus verblieben, zu dieser Sünde durch eine Not, ein Elend bzw. unerträgliche Verluste hingerissen wurden, oder ob sie, indem sie das ihnen anvertraute Bekenntnis komplett vernachlässigten, auf die Beihilfe der Dämonen zugriffen. Denn falls sie dies unter Abschwörung des Glaubens und ohne an Gott, den die Christen ehren, zu glauben, anstellten, dann werden sie zweifellos mitsamt allen anderen Abtrünnigen verurteilt. Falls aber eine unerträgliche Not, die ihre schwachen Seelen in die Gewalt bekommen hatte, sie so weit brachte, indem sie sie durch eine betrügerische Hoffnung verführte, dann sollte über diese die Menschenliebe obwalten, ähnlich wie bei denen, die es während ihres Martyriums nicht geschafft hatten, der Folter zu widerstehen“.
In der modernen Praxis wird es meist folgendermaßen gehandhabt: wer wegen ernsthaften okkultistischen Übungen denen zugerechnet wird, die „mitsamt den Abtrünnigen verurteilt werden“, dem wird die Vereinigungsordnung (nach der zweiten Form) verordnet; die Übrigen, von denen der Hl. Hierarch spricht, durchlaufen dagegen die Entsagungsordnung (die während der Beichte vollbracht wird).
Bloß als Orientierungspunkt für die Untersuchung des uns interessierenden Aspekts kann eine musterhafte Vorgehensweise am Beispiel der heute weitverbreiteten Praxis der Meditation angeführt werden.
Obwohl das Wort „Meditation“ von orientalischen Praktiken übernommen ist, sagt es an sich nichts aus, da es in moderner Interpretation viele Varianten gibt – von der psychotherapeutischen Relaxation bis zum „Gebet“ und zur direkten Kommunikation mit Dämonen. Und das sollte aufgeklärt werden.
Zum Beispiel: Man hat seine Augen geschlossen, sich entspannt, spricht die Autosuggestionsformel – das ist zwar keine christliche Beschäftigung, aber auch nicht verwerflich.
Man hat sich auf die künstliche Visualisierung (Vorstellung) des Lichtes konzentriert (wie es meist Neulingen empfohlen wird), und die Pforten der gefährlichen spirituellen Welt öffnen sich allmählich (erinnern wir uns daran, dass in der Asketik alle derartigen Manipulationen mit „Licht“ den Zustand der Prelest, also der spirituellen Täuschung, bedeuten). Diese „Übung“ entwickelt die Übersensibilität und die Empfänglichkeit für die dämonische Spiritualität.
Der weitere Verlauf hängt in vielerlei Hinsicht vom Weltbild ab: „Gott füllt mich mit seinen Energien“ – dies ist der vorige Zustand, der aber noch gefährlicher ist.
Die Visualisierung „des Lehrers“, „des Gurus“ (des Irdischen) ist bereits die Anrufung eines gefallenen Geistes.
Die Visualisierung, z.B., der „Lehrer der Himalaya-Bruderschaft“[13] (was auch oft praktiziert wird) ist direkte Kommunikation mit Dämonen.
„Ich bin ein Leiter der göttlichen Energie“ (ohne das okkultistische Weltbild und vorbereitende okkulte Initiation) ist eine schwere Prelest (spirituelle Täuschung), die schnell zu einer Beschädigung führt.
„Ich bin ein Leiter der göttlichen Energie“ nach der Initiation, z.B., in Reiki – der Mensch agiert wie eine Marionette, wie ein Leiter dämonischer Kräfte.
„Ich bin ein Leiter der Energien der ‚Bruderschaft‘“ (der erwähnten „Himalaya-Bruderschaft“) ist ein Zustand der Initiation, der Gewährung des Rechtes auf die eigene Seele, der Kommunikation mit den „ Tiefen des Satans “[14]. Nur dieses Letztere (und selbstverständlich das Vorletzte) bedarf eventuell der Vereinigungsordnung , auch wenn andere okkultistische Praktiken nicht vorkommen, – aber sicherlich unter Berücksichtigung der Individualität, der Ernsthaftigkeit, der Dauer der Kommunikation, der Erlebnisse und Empfindungen, des Verhältnisses zwischen der Phantasie und der spirituellen Realität, des anschließenden Zustandes usw. Doch in einem ernsthaften Fall kann die menschliche Persönlichkeit in solch einer Kommunikation, auch wenn sie kurz gewesen sein sollte, kolossalen Schaden davongetragen haben, was wir in der OZS-Praxis ständig beobachten.
Die Anzahl der Menschen, die sich wegen des Okkultismus-Problems an das Zentrum gewendet haben, beträgt bereits über 16.000; davon durchgingen die Vereinigungsordnung ca. 600. Dieses Verhältnis spricht für sich: um als aus der Orthodoxen Kirche ganz Ausgestoßener angesehen zu werden, müssen sehr ernsthafte Grunde vorliegen, und nur in diesem Falle wird die Vereinigungsordnung ausgeführt. Gewiss verlangt die Wiederholung des Mysteriums der Myronsalbung ein äußerst verantwortliches und professionelles Vorgehen zur Bestimmung seiner Notwendigkeit. Rekapitulieren wir: In der langjährigen Erfahrung des OZS hat sich der unschätzbare Nutzen der oben erwähnten kanonischen Vorgehensweise und die segensspendende Wirksamkeit seiner Praxis deutlich gezeigt. Leidende Menschen, die jahrzehntelang trotz ihrer „Orthodoxie“ krank blieben, wurden innerhalb kürzester Zeit zu gesunden Kindern der Kirche und vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft.
Es gibt allerdings einen Vorbehalt: chronische Krankheiten werden nicht so schnell geheilt, weswegen Viele auch nach der Vereinigungsordnung aufmerksamer Seelsorge bedürfen.
Es gibt auch ein Problem, das Anlass zur Erarbeitung der hier dargestellten Fragen und Antworten „nach der Form der katechetischen Gesprächen“ war. Es betrifft die kanonische Praxis unter modernen Bedingungen.
Vor etwa fünf oder sechs Jahren beobachteten wir in unserer Tätigkeit eine ernsthafte negative Erscheinung. Und das nicht nur bei uns: damals beschäftigten sich nur zwei Zentren mit den Vereinigungsordnungen (die auch heute fast die einzige auf diesem Gebiet sind) – unser Zentrum für Seelsorge und das von Vater Oleg Stenjajew geleitete Chomjakow-Zentrum der Hilfe für Opfer totalitärer Sekten. So begannen manche Menschen, die die ihnen seinerzeit verordnete Vereinigungsordnung durchgegangen waren, sich um Hilfe bei Problemen wieder ans OZS zu wenden, die praktisch denen ähnelten, die sie zur Verordnung der Vereinigungsordnung gebracht hatten. Es waren zwar nicht viele, aber doch ein Anteil, der uns darauf aufmerksam machte. Die sorgfältige Analyse dieser Erscheinung zeigte, dass diese Menschen nicht oder nicht ganz genau verstanden hatten, wem sie entsagt hatten. Manchmal war ihnen die Tiefe ihrer Verirrung einfach nicht bewusst gewesen, manchmal hatten sie den wichtigsten Aspekten keine Bedeutung zugemessen usw. Es handelte sich um eine ganze Kombination von Ursachen, einschließlich des morbiden Bewusstseins der durch Okkultismus Betroffenen. Die meisten dieser Menschen konnten die Fragen im Rahmen der Ordnung, die sie beantwortet hatten, nicht einmal annähernd widergeben, was aber praktisch die entscheidende Komponente ihrer spirituellen Genesung gewesen wäre. Es stellte sich heraus, dass viele nicht einmal verstanden hatten, worin die Ursache ihres Abfalls von der Kirche bestand. Dies war ein ernsthaftes Versäumnis in der missionarischen und pastoralen Arbeit. Es zeigte sich das Problem der vorzeitigen Zulassung zur Ordnung und der ungenügenden Vorbereitung der leidenden Menschen.
Es gab noch eine gravierende Ursache für dieses Problem - nämlich die Beschaffenheit der Fragen der heute benutzten Vereinigungsordnung und der daraus hervorgehenden Entsagungen. Ein Teil der ersten zehn Befragungen bezieht sich nur indirekt auf den eigentlichen Okkultismus, ein anderer Teil gar nicht (s. Anlagen); doch wird den Ankömmlingen empfohlen, die damit verbundene Entsagung auszusprechen, und das ruft verständlicherweise Verwirrung hervor. Die Fragen, die direkt mit dem Okkultismus zu tun haben, umfassen nur ein eingeschränktes Gebiet des Problems und verlangen nach Präzisierungen.
Auf diese Frage gehen wir später noch in unseren „kurzen Kommentaren“ ein.
So hat sich eben die in diesem Werk dargestellte Vorgehensweise zur Aufnahme der Menschen ergeben, die vom Okkultismus in die Kirche kommen. Die Praxis hat ihre Funktionsfähigkeit bestätigt – in den darauffolgenden Jahren gab es praktisch keine „Rückfälle“ aus den erwähnten Gründen.
Aber häufig reicht dieses kurze Bekenntnis für die komplette Lösung des Problems nicht aus.
Nach der vorbereitenden Arbeit an den hier angebotenen Fragen und Antworten, wenn alles völlig aufgeklärt und verstanden wird, wird diese Form der Entsagung wesentlich mehr Nutzen bringen und kann durchaus akzeptabel sein – als Notwendigkeit, aber nicht als Ersatz der Vereinigungsordnung nach der zweiten Form, wenn diese kanonisch bedingt ist. Und dann werden dieselben Fragen und Antworten als wesentliche Garantie erscheinen, dass der Mensch wirklich alles verstanden hat und bewusst zum Mitglied der Kirche wurde.
Wenn Gott will, werden wir sowohl die hier erörterte Thematik als auch die Rehabilitationserfahrung des Zentrums für Seelsorge in einem separaten Werk vorstellen. In dieser Arbeit bieten wir nur in knapper Form aufklärende Kommentare zu den vorliegenden Fragen und Antworten, die bezwecken,
1. zur Grundlage eines erweiterten missionarischen Dialogs zu werden;
2. einem Hirten, der mit dem Problem noch nicht vertraut ist, eine kurze Auskunft zu geben;
3. den aus dem Okkultismus Kommenden ihre Irrwege zu erklären;
4. jedem orthodoxen Menschen zu helfen, eine Orientierung im spirituellen Leben zu finden (und seine Orthodoxie kritisch zu überbedenken).
Jede der hier dargestellten Fragen kann von einem Hirten oder einem Missionar kraft seiner Gelehrtheit und Kenntnisse ausführlich beantwortet werden. Die Gesamtheit der Fragen kann je nach Möglichkeit und Notwendigkeit Gegenstand einer Besprechung werden, die mehrere Tage dauern wird.
Einige Hirten, die mit der OSZ-Praxis vertraut sind und große Erfahrung im Dienst an der Gemeinde haben, sind der Meinung, dass es notwendig wäre, die meisten der hier vorgestellten Fragen einfach während der Katechese den erwachsenen Täuflinge zu stellen. Davon ausgenommen wären Fragen, die auf die besondere Spezifik des Okkultismus zielen. Es ist sicherlich auch möglich, etwas nachzuarbeiten und zu adaptieren.
Bemerkenswert ist noch, dass die gewisse radikale Strenge des Aufbaus dieser Fragen und Antworten bezweckt, jegliche Zweideutigkeit der Interpretation oder auch fehlerhaftes Verständnis auszuschließen. Aber die Möglichkeit eines derartigen Dialogs bietet sich bereits dadurch an, dass der Mensch in die Kirche gekommen ist und seine Entschiedenheit gezeigt hat, an diesem Dialog teilzunehmen.
Andererseits haben wir versucht, einen mittleren Weg zu gehen, der weder Zweideutigkeit noch extremen Radikalismus zulässt. Selbstverständlich wäre es unvernünftig, von einem Muslim in zehnter Generation, der zum Christentum übertreten will, bereits im Stadium des missionarischen Dialogs zu fordern, den Propheten, den er zusammen mit Millionen Gleichgesinnten als göttlichen Boten verehrt hat, der dämonischen Welt zuzuzählen; oder von einem Armenier zu verlangen, alle seinen Verwandten als Häretiker zu brandmarken. Das wird von ihnen in der Ordnung abverlangt, wenn sie bis dorthin gelangen. Aber mit Denjenigen, die beispielsweise vom falschen Christus Wissarion herkommen, müssen wir äußerst streng sein. Im ersten Falle würde sonst schwer fallen, die Moschee im St.-Katharina-Kloster auf dem Sinai zu erklären; und im zweiten Fall wird jeder im Bewusstsein gebliebene „Rest“ als Gift wirken.
Exkurs über den Okkultismus
Hier stellen wir nur einige wesentliche Wesenszüge des Okkultismus und seiner Anhänger vor. In den Kommentaren, die jede Frage und Antwort begleiten, werden wir auf die entsprechenden Teile der okkultistischen Doktrinen und Anschauungen eingehen.
Okkultismus ist eine Lehre, die universell ist. Ihr Adept kann gleichzeitig Yogi und „Orthodoxer“ sein, die „weiße“ Magie praktizieren, ein Medium sein, die jüdische Kabbala studieren, sowohl in der „Philokalie“ als auch in Lazarews „Karma-Diagnostik“ schmökern, sich für einen Adepten „der hermetischen Mysterien“ halten, über die Wernadski-Noosphäre philosophieren, eine Lehre von „einem Gott“ behaupten und eine universale Weltreligion predigen - und dabei auch die „Russische Sprache und Literatur“ in einer normalen Mittelschule unterrichten.
Innerhalb der okkulten Doktrin gibt es praktisch keine Widersprüche. Dort versöhnen sich die absolut antagonistischen Postulate verschiedener religiöser Bewegungen oder auch Ansichten entgegengesetzter philosophischer Schulen. Die von den Theosophen eingeführte „esoterische Vorgehensweise“ hat die im Okkultismus immer anwesende Tendenz zur Megasynthese der Weltanschauungen vollendet, wobei es vom Standpunkt des Christentums angemessener wäre, dies als „spirituelle Allesfresserei“ zu bezeichnen.
Die modernen Tendenzen der Entwicklung des wissenschaftlich-technischen Fortschrittes vor dem Hintergrund der allgemeinen kulturellen Krise bieten den okkulten Theologen einen Spielraum, der so weit und fruchtbar ist wie nie. Psychologie und Pädagogik, Medizin und Politik, die eigentliche Wissenschaft und ihre Peripherie wurden zur Sphäre der Integration von okkulten Ideen. Und die revolutionären EDV-Entwicklungen scheinen den jungen Menschen die Möglichkeit der Kommunikation mit der okkulten Welt zu gewähren. Der Okkultismus ist mittlerweile omnipräsent geworden und sein Einfluss ist praktisch in allen Sphären des Lebens der modernen Welt zu finden.
Die okkulten Doktrinen beanspruchen, philosophisch-religiöse Basis einer universalen Plattform des weltlich-religiösen Pantheons zu sein. Dieser Vorgang ist vor dem Hintergrund der Ausformung einer universalen Religion zu verfolgen, deren okkulte Vorboten prophezeien, die Zukunft der Welt zu bestimmen.
Die Vitalität der politischen und religiösen Postulate der freimaurerischen Kulte und Orden, die Predigt des Kosmopolitismus und der liberalen Werte, die Globalisierung im Allgemeinen – all das sind Bestandteile dieses Prozesses.
Die Dämonen des Okkultismus arbeiten an der Erschaffung einer umgestürzten Welt – einer Anti-Kultur, wobei „anti“ dieselbe Bedeutung hat wie der Name dessen, der am Ende des Zeitalters „an Christi statt“ zu sein sucht. Und der Okkultismus ist sein Schoß.
Das vergangene Jahrhundert hat die Uneinheitlichkeit der okkulten Theorien und der sich zu ihnen bekennenden Gemeinschaften weitgehend überwunden und dem gemeinsamen Dienst an der dämonischen Hierarchie unterordnet, die sich durch die Theosophie von Blavatsky und im weiteren durch die Offenbarungen Roerichs ergeben hat. Eben diese Lehren sind die ideologische und spirituelle Grundlage des gesamten modernen Okkultismus.
Bestandteil des Okkultismus ist immer die unmittelbare Gemeinschaft mit der Welt der gefallenen Geister. Selbst der hinterhältige Name der zentralen Schrift von Roerich, „Agni Yoga oder Lebendige Ethik“, die „Bibel des Okkultismus“ genannt wird und die ein bekannter Theologe[15] als „Satanismus für die Intelligenzia“ bezeichnet hat, spricht für sich. „Lebendig“ bedeutet hier, dass der Mensch, indem er seinen Verstand und seine Seele in diese Lehre versenkt, in eine so enge Gemeinschaft mit den Dämonen gerät, die dieses „Werk“ erschaffen haben und von seinen Seiten erzählen, dass die gesamte Moral, Weltanschauung und Verhalten – also die Ethik dieses Menschen – ihrem Willen unterworfen wird. Er wird zum Teil ihrer Hierarchie und deren spiritueller Kultur – zum Leiter ihrer „Kultur“. Seine spirituelle Welt wird zu ihrer Welt, und umgekehrt. Eben daher gilt diese „Ethik“ als „lebendig“.
Die Psyche von Adepten okkulter Lehren ist in gewissem Sinne tatsächlich phänomenal. Das Nicht-Sehen der offensichtlichen Paradoxie vieler okkulter Lehren wird nicht durch die Unfähigkeit zur logischen Analyse bedingt, die im Menschen häufig völlig erhalten bleibt, sondern durch eine hyperemotionale Wahrnehmung, die aus zwei Komponenten besteht: die Gefühlseinstellung gegenüber „Offenbarungen“ und der unmittelbare Einfluss dunkler Geister auf die Seele (die Emotionen). Das, was im Okkultismus als „Initiation“ bezeichnet wird, kann das menschliche Selbst in einen klinischen Komplex umwandeln.
Bei den Merkmalen des Erfolgs der Rehabilitation der dem Okkultismus ausgesetzt Gewesenen werden auf den ersten Blick paradoxe Dinge beobachtet: religiöser Infantilismus und der Glaube an die eigene „Verkommenheit, der zu schweren Depressionen führt. Das ist nur logisch: die Religiosität als Werkzeug zur Ergreifung der menschlichen Seelen war vorher ungezügelt, und die falsche Meinung über den eigenen Intellekt und die eigenen Fähigkeiten hat zur völligen Desorientiertheit in Bezug auf sich selbst geführt. Die Rückkehr zum normalen „menschlichen“ Zustand wird nun als Verkommenheit der Persönlichkeit und „Verlust des Glaubens“ wahrgenommen.
Aus der Praxis sind Fälle bekannt, in denen ein ganz vernünftiger Mensch, der das Geschehen völlig verstand, die Vereinigungsordnung durchlief und danach innerhalb kürzester Zeit völlig verwahrloste, bis hin zu schweren psychischen Erkrankungen. Bei Manchen entwickelte sich schnell Alkoholismus. Ursache ist, dass derjenige, der ihre schöpferische Individualität als Verführungswerkzeug missbraucht und dabei große Kräfte erlangt hatte, sie verließ. Und derart schnelle Veränderungen sind häufig Nachweis einer wirklichen Umkehr. In dieser Situation sind die Reste der eingenisteten Häresie und des irrenden Denkens am gefährlichsten und können Quelle der Zerstörung werden.
Es ist bemerkenswert, dass die Dauer des Leidens nach der Beschäftigung mit dem Okkultismus der Dauer der durch die Kirchenväter festgelegten Buße genau entsprechen kann. Worin äußert sich das? In erster Linie im spirituellen Unbehagen, das dem Menschen selbst unerklärlich ist. Seine Hauptursache ist eine anormal erhöhte Empfindlichkeit und Sensitivität als Folge der okkulten Praktiken. Es macht den Menschen offen für spirituelle und psychische Einflüsse, was sehr gefährlich ist.
Es sollte auch hinzugefügt werden, dass wirkliche Koryphäen des Okkultismus selten die Kirche um Hilfe aufsuchen, und wenn doch, dann auf ihren eigenen Sonderwegen. In unseren Fällen ist die Rede meist von okkultistischen Dilettanten, deren Weltanschauung eklektizistisch ist.
Okkulte Interessen bedeuten nicht immer die „offizielle“ Mitgliedschaft in einer sektiererischen Gemeinschaft. In diesem Werk werden zwar Fragen und Antworten zur Entsagung vom Okkultismus dargestellt, die sich auf das okkulte Problem generell beziehen; aber das vorgeschlagene Dialogmodell kann auch für Menschen benutzt werden, die praktisch aus dem gesamten okkultistisch orientierten Sektierertum kommen.
Dabei soll anerkannt werden, dass dies in Bezug auf eine ganze Reihe okkulter Sekten nicht ausreicht. Die auf Tradition und Canones ausgerichtete Aufnahme von Menschen, die von dort kommen, bleibt problematisch. Die Entsagung soll genau auf die entsprechende Doktrin hin orientiert sein, und dazu ist es notwendig, in jedem konkreten Fall spezialisierte Fragen zu erarbeiten.
Wie soll beispielweise mit Mitgliedern der Sekten von Wissarion oder Grabowoj vorgegangen werden? Alles hier Aufgelistete betrifft sie, doch reicht dieser Dialog für sie noch nicht aus.
Was soll mit den „Thetanen“ der Scientologen gemacht werden? Diese Frage muss noch erarbeitet werden.
Wie soll Bereslawskij, Leiter des „Theotokos-Zentrums“, mit seinen „dogmatischen Phantasien“ aufgenommen werden, der eine universale Mischung aus Okkultismus, Katholizismus und veralteten Unstimmigkeiten zwischen ROK und ROKA erschaffen hat?
Wie sollen Menschen von der eschatologischen Doktrin der Moon-Sekte[16] abgebracht werden?
Wie soll mit dem orientalisch-orientiertem Okkultismus sowie der „Transzendentalen Meditation“ von Maharishi oder den Anhängern von Osho verfahren werden?
Was soll beispielsweise mit dem „Orientalischer Templerorden“ gemacht werden, der, bevor der Römische Papst sich entschieden hat, die „historischen“ Templer zu rehabilitieren, zum Satanismus reinsten Wassers geworden war?
Wie soll mit russischen Krishnaiten [17]verfahren werden?
Und mit dem Satanismus selbst, der heute in Hunderten vereinzelten kleinen und großen Gruppen und in sogenannten „Subkulturen“, die plötzlich global geworden sind, vorkommt?
Erkühnen wir uns zu sagen: alle diese Menschen sollen in die Kirche hineinkommen, denn „der Herr will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1 Tim 2,3-4). Ein anderer Weg außer der durch die mehrhundertjährige Praxis der Orthodoxen Kirche gefestigte existiert nicht. Die Reihenfolge muss sein: aufrichtige Reue und Beichte – genaue Entsagung – kanonische Aufnahme – erneuernde Kraft der Mysterien – Ewiges Leben…
Es ist besonders erwähnungsbedürftig, dass nach der einheitlichen Meinung der Mehrheit der angesehenen Forscher der Hauptfeind des Christentums in der modernen Welt sich bereits offenbart hat – als „Religions-Kultur“ unter der allgemeinen Bezeichnung „New Age“. Dort befinden sich der Vorposten des Okkultismus und die Projektion des Weltbösen. Der dämonische Pantheismus des New Age erarbeitet heute planmäßig die Werkzeuge zum Ersatz des Christentums in der spirituell desorientierten Welt.
Eine ähnliche Bedrohung der letzten Zeit ist in der eschatologischen Perspektive zu sehen. Gerade heute sollte die Kirche nicht nur Mittel gegen die gegenwärtigen und zukünftigen Verführungen finden, sondern auch einen kanonischen Vorgang für die Rückkehr des verführten Menschen finden, „der um einen Preis erkauft worden ist“ (1 Kor 6,20).
In dem hier vorgelegten Material wird, soweit es unsere bescheidenen Kräfte zulassen, eventuell auch das New-Age-Problem behandelt.
Fragen und Antworten zur Vereinigung von Menschen, die vom Okkultismus herkommen, mit der Orthodoxen Kirche, zusammengestellt nach der Form der katechetischen Gespräche
1. Frage: Erkennst du an, dass nur der Orthodoxe Glaube allein die Offenbarung von Gott dem Heiland und Schöpfer über Sich Selbst ist; nicht aber die diesseitigen, menschlichen Afterphilosophien, die sich in anderen Glaubenslehren und -vorstellungen äußern?
Antwort: Das erkenne ich aus tiefstem Herzen an.
Es wäre logisch, von einem Menschen, der sich freiwillig in die heilsame Obhut der Kirche begibt, in erster Linie dieses Bekenntnis zu verlangen, dass nämlich „eben diese“ die einzig heilsame und rettende Kirche ist.
Diese erste und prinzipielle Anerkennung der Richtigkeit des Apostolischen Glaubens ist die radikale Änderung des Ortes der menschlichen Seele und Persönlichkeit im spirituellen Koordinatensystem. Die weitere Erkenntnis der komplizierten spirituellen Wahrheiten, die in den hier gestellten Fragen zutage treten, wird schon in einer anderen spirituellen Umgebung stattfinden, aber durch diese erste Anerkenntnis gelangt der Mensch bereits unter die rettende Obhut.
Die Begründung dieser Ansicht ergibt sich aus zahlreichen Momenten in der Kirchlichen Geschichte, als Häresien und Schismata die Kirche erschütterten. Manchmal hörten sich die auf den Konzilen versammelten Väter die Argumente zur Verteidigung der zu Verführung und Häresie führenden Weltanschauungen nicht einmal an, sondern forderten eine sofortige Entsagung von ihnen; und so wurde das Problem von selbst gelöst. So war es zum Beispiel mit manchen Verteidigern des Nestorius oder auch mit dem bekannten byzantinischen Theologen Johannes Italos, der vor den versammelten Vätern der origenistischen Theorie der „Vorexistenz der Seelen“ einfach entsagte und sich damit das Anathema (den Kirchenbann) ersparte.
Die Einstellung zu den „anderen Glaubenslehren“ äußert sich in der nächsten Frage konkreter; aber in der hier vorgestellten Antwort gibt es bereits das Einverständnis mit der verkündeten Position, die knapp, aber absichtlich streng begründet ist. Es ist dies ein Akt der stillen Zurückweisung der „toleranten Denkweise“ und des religiösen Indifferentismus.
Außerdem ist in dieser Frage bereits das Potential für eine weite historische Erzählung über den Werdegang der Kirche Christi angelegt, eines der wichtigsten polemischen und aufklärerischen Instrumente des Hirten bzw. Missionars.
Die Bestimmung „der Orthodoxe Glauben ist die Offenbarung von Gott dem Heiland und Schöpfer über Sich Selbst“ stellt die Enthüllung des Wesens des Glaubens, die Aufklärung über den Unterschied zwischen den menschlichen Vorstellungen und der Offenbarung dar. Bereits hier ist es möglich, von der Einheit der All-Heiligen Trinität (des Heilands und des Schöpfers) und vielem anderen zu sprechen.
2. Frage: Entsagst du dem Irrtum über die Gleichwertigkeit aller Glaubenslehren, die von der ebenfalls unrichtigen Meinung von einem „alleinigen Gott“ stammt?
Antwort: Ich entsage. Ich erkenne an, dass, obwohl Gott der Schöpfer Eins ist, außerhalb der von Gott inspirierten Lehre der Orthodoxen Kirche unsere Meinungen über dieses Eins-Sein leicht blasphemisch und schädlich werden kann.
Sicherlich sind die Fragen nach der „einen Kirche“, dem „einen Gott“ und dem „einen Glauben“ nicht nur innerlich miteinander verbunden, sondern auch dogmatische Grundlagen der Orthodoxie. Wir bieten den Begriff „alleinig“, und nicht „ein“ absichtlich an, denn „alleinig“ bedeutet in diesem Falle zugleich „Quantität und Qualität“. Die obige Lehre entstammt eben derjenigen Bedeutung des Wortes, die wir ihm im Glaubensbekenntnis verleihen.
Hier wird die Frage nach der Einstellung zur „Gleichwertigkeit der Glaubenslehren“ aufgeworfen, um die vorige Zustimmung bewusst zu festigen und zu bestätigen. Was aber Vertreter ausnahmslos aller Sekten und Kulte meinen, wenn sie zu ihrer Verteidigung betonen, dass „Gott doch eins“ ist, das ist eine andere Frage. Dasselbe behaupten übrigens auch Buddhisten, Hinduisten und viele Andere.
In Bezug auf den „alleinigen Gott“ hat nur das Christentum eine völlig eigenständige Position, sogar im Gegensatz zu den sogenannten „monotheistischen“ Religionen.
Sicherlich sind auch die Juden von ihrem unablässigen Dienst am Schöpfer der Zeitalter überzeugt; aber das Christentum kann sagen: „Auf dem Golgatha habt ihr IHM entsagt.“
Auf die durchaus versöhnliche Behauptung der Muslime über den „allgemeinen alleinigen Gott“ der abrahamitischen Religionen kann das Christentum antworten: „Ihr habe die Geschichte übernommen; aber eure ‚Offenbarung‘ ist eine Lüge, und derjenige, den ihr so nennt, ist nicht DERJENIGE, den der Heiland seinen Himmlischen Vater nannte.“
Die Krishnaiten würden überzeugt und philosophisch sagen: „Alles ist die Manifestation des Höchsten“, wobei sie damit das Objekt ihrer Anbetung, „den obersten Herrn Krishna“ meinen. Der Christ würde antworten: „Aber nicht jenes ‚Höchsten‘, den ihr dafür haltet.“
Die Buddhisten würden sagen, dass „das Absolute in allem“ sei. Das Christentum würde entschlossen antworten: „Euer ‚Absolutes‘ gibt es nicht in unserem Herrn, der selbst das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende ist (Offb 1,8; 22,13).
Und keiner von ihnen würde dem Christentum zustimmen; ein Adept des Okkultismus aber könnte über „die Beschränktheit des menschlichen Verstandes und die konfessionellen Unstimmigkeiten“ herablassend lächeln, alle genannten Meinungen akzeptieren und sich in die Reihe der „wahrhaft Orthodoxen“, die aber „die Weisheit der Alten verloren haben“, stellen. Darin besteht die prinzipielle Besonderheit des Okkultismus.
Der „ Große Baumeister“ der Freimauer ist die klassische okkultistische Auffassung der „Einheit“. Sie besteht ihrerseits aus den transformierten Glaubensvorstellungen der alten Ägypter, der Pythagoräer, der Kabbalisten, der Vorstellungen des Yoga im Orient und der gnostischen Häresien.
Andererseits ist die erste und verallgemeinernde Antwort auf diese Frage: tatsächlich, die gesamte Menschheit ist das Geschöpf des Einen Gottes. Ob sie alle auch wirklich seine „Kinder“ sind, ist eine andere Frage, da viele dieser Kinder sich von ihrer Verwandtschaft prinzipiell losgesagt haben. Christus hat solchen gesagt: „Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben… Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel“ (Joh 8,42; 8,44).
Ja: Gott, der Schöpfer Aller, ist Einer. Aber außerhalb des patristischen Sinnens nach Gott wird dieses Axiom in zwei Hauptrichtungen entwickelt, die mit dem falschen Monotheismus historisch und ontologisch verbunden sind.
Die erste Richtung kann als sozial-politisch, die zweite als eigentlich religiös bezeichnet werden.
Die erste zieht ihre Schlussfolgerungen und errichtet eine Hierarchie der Werte auf der Basis eines verzerrten Monotheismus: die Einheit, die sich auf Gott bezieht, wird streng logisch, wenn auch spekulativ, auf die Einheit der Menschheit projiziert – aber in ihrer eigenen Interpretation: „Wir sind gleich und haben die gleichen Rechte.“ Im säkularen Bewusstsein wird diese Einheit mit Brüderlichkeit identifiziert, die Brüderlichkeit wiederum mit Gleichheit, und diese führt letztlich bekannterweise zur Freiheit. Der Rest kann aus der Geschichte der Revolutionen und Blutbäder abgelesen werden.
Daher stammen die „Redefreiheit“, die vermeintliche „Toleranz“ und alle liberalen Ansprüche, die für das Recht der Menschen eintreten, selbst zwischen Christus und Antichristus zu wählen. Hier ist der Anfang aller „Menschenrechte“ und aller Institute zu ihrem Schutz. Hier ist die Bekenntnisfreiheit und das bekannte Russische Toleranzedikt von 1905 («Указ о веротерпимости»), das ein Zugeständnis an die Welt darstellt und zum Zusammenbruch des alten Russlands beigetragen hat.
Die zweite Richtung synthetisiert in sich Häresien und zeigt damit, dass der menschliche Stolz der Beginn allen Übels ist. Diese Häresien sind, wie gesagt, nicht nur religiös, sondern auch politisch. Dieses Gebiet ist aber zu vielseitig. Einerseits findet hier ein gegenläufiger Prozess statt: die vom säkularen Bewusstsein bereits assimilierten liberalen Werte werden zum universellen Schoß religiöser Irrtümer. Theistische Anschauungen werden zu Geiseln der humanistischen Stereotypen, und das, worauf sich das Transzendente bezieht, wird durch das Prisma der „Menschenrechte“ wahrgenommen. Die Theodizee wird durch die Anthropodizee „gerechtfertigt“.
Andererseits ist der „ Gott, der über allem ist“[18], für den Okkultismus, der seinen Monotheismus auf eine Mischung aus Monismus, Pantheismus, orientalischem Dualismus und anderer Eklektik begründet, ein Dogma; aber natürlich im heidnischen Sinne. Darunter wird eine Kraft verstanden, die das Universum erschaffen habe und aufrechterhalte. Sie wird als etwas angesehen, das höher sei als alle Kräfte, Götter, Halbgötter und andere „Himmelsbewohner“, wobei unter Letztere die okkulte Doktrin auch Jesus Christus rechnet.
Da die jüdische Kabbala als die tiefste und fundierteste Lehre des gesamten Okkultismus betrachtet werden kann, sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die Kabbala in dieser Hinsicht im gewissen Sinne ein altbiblisches Verständnis von Gott widerspiegelt, obwohl sie diese durch die Lehre über „Emanationen“ usw. schließlich zum Pantheismus weiterentwickelt. Dabei betrachtet die kabbalistische Lehre nur „das verständliche Werk der Gottheit, aber nicht den Unbegreiflichen“ – so lehren es die Kabbalisten. So könnten auch die Adepten des Okkultismus über Gott denken. Aber der moderne Okkultismus ist profan; er richtet sich an die Massen und ist den Massen zugänglich, die ihre eigene Eklektik erschaffen. Hier wird das Verständnis des Alleinigen Gottes eher mit dem buddhistischen „Absoluten“ assoziiert.
Wo es also keinen wahren Christus gibt, wie er aus der Orthodoxie bekannt ist, da ist der Monotheismus falsch, und jegliches daher stammende Weltbild ist Lüge, Magie oder einfach Utopie. Alle „feinen Energien“ sind bloß eine Auswirkung der infernalen, dämonischen Welt, und alle kosmologischen und anthropologischen Konstruktionen sind direkter Dienst an Dämonen, der durch die Menschen, die ihnen bewusst oder unbewusst dienen, geleistet wird (die Frage nach der Natur der intellektuellen wissenschaftlichen Forschungen stellt sich dabei gesondert).
Für einen Menschen, der dem Sohn Gottes entsagt oder IHN nicht angenommen hat, ist es nicht möglich, sich richtig zum Monotheismus zu bekennen – und noch weniger, ein „Kind“ des Höchsten, des wahren Alleinigen Gottes zu werden und auf ewig zu bleiben.
Für das ganze liberale Bewusstsein – sowohl in der Gesellschaft als auch in einzelnen Personen, sowohl im religiösen Raum als auch außerhalb – ist dies ein himmelschreiend unakzeptables Argument.
Die obige Antwort ist etwas mild, was dadurch bedingt ist, dass die Frage sehr umfangreich ist. Es ist unmöglich, alles auf einmal zu verstehen. In Bezug auf einen konkreten Menschen können selbst diese Irrtümer nicht als „prinzipielle Häresie“, sondern als allgemeines Indiz für das betrachtet werden, was die APO statische Welt durchtränkt hat, der absoluten Mehrheit der Menschen dieser Welt zu Eigen ist und durch die Integration in die Welt der patristischen Weltverständnisses abgetötet wird.
3. Frage: Entsagst du der Lästerung der falschen Lehrer, die behaupten, dass sowohl Buddha also auch Mohammed als auch Krishna, und auch viele andere angeblich Große, ein und derselbe wie Christus der Heiland seien?
Antwort: Ich entsage dieser Lästerung.
Die zweite Blasphemie sind die „Boten Gottes“. Wie bereits gesagt, gibt es innerhalb der okkultistischen Doktrin keine Widersprüche. Und der wichtigste „Nicht-Widerspruch“ besteht letztendlich in der hier gestellten Frage. Selbstverständlich kann sie wesentlich erweitert oder auch konkretisiert werden (Moon, Wissarion usw.), aber wir befinden uns immerhin auf der Ebene der „globalen Nicht-Wahrheit“, die allweltlich ist. Jeder Adept des Okkultismus wird mit stoischer Überzeugtheit die hier bezeichnete „Gleichwertigkeit“ verfechten, die eine natürliche Folge der Irrtümer bezüglich der vorigen Fragen ist.
Hier ist der wesentliche „doktrinale“ Unterschied in den Vorgehensweisen zur Nivellierung dieses religiösen Weltverständnisses zu berücksichtigen, der aus den Gegebenheiten der benannten Lehren selbst stammt. Krishna sei die „oberste Gottheit“, Mohammed ein „Prophet“, Buddha der „Erleuchtete“. Für Anhänger dieser Lehren selbst ist es absolut unmöglich, irgendwelche Parallelen zu ziehen; doch ist diese „Ver-Einigung“ in der esoterischen bzw. theosophischen Vorgehensweise durchaus üblich.
Wer sind die falschen Lehrer, von denen hier die Rede ist? Wir haben nicht vor, diese Frage in ein Gebiet zu übertragen, in dem es möglich wäre, über das Entstehen konkreter Religionen usw. zu urteilen. Die „falschen Lehrer“ sind die Verkünder der okkultistischen Doktrinen. Diese Behauptung ist für die okkultistische Welt ein völlig umfassender und konkreter Credo, der „sowohl das Irdische als auch das Himmlische“ umgibt – von Blavatsky und Gurdjieff bis zu den eigentlichen „Mahatmas“[19] und anderen „Lehrern“. Das sind die, von den Christus sagt: „Alle, die irgend vor mir gekommen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie“ (Joh 10,8).
Die konkrete „Nennung“ dieser „Namen“ ist nicht einfach eine Formalität, die auf den Sinn der Entsagung hinweist. Menschen, die aus dem Okkultismus kommen, müssen große Anstrengungen auf sich nehmen, um ihre falsche und böse Natur deutlich zu erkennen; und daher ist diese Konkretizität ein spiritueller, sakraler Akt der Entsagung –für die Persönlichkeit als auch für die spirituelle Realität. Die darauffolgenden Fragen berücksichtigen dieses Prinzip, da es eine besondere Bedeutung hat.
Wenn das Auditorium zum aufrichtigen Dialog neigt, kommen hier gewöhnlich solche Fragen: „Und wie werden Muslime, Juden und generell alle Nicht-Orthodoxen gerettet werden?“, gestellt in „rechtschaffenem“ Ton, und wir müssen bereit sein, darauf zu antworten.
4. Frage. Erkennst du an, dass das, was die falschen Lehrer als das „kosmische“ oder „ewige“ Bewusstsein verkünden, und Gott der Allmächtige, der Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, den unser Heiland Jesus Christus Seinen Vater nannte und den die Orthodox- Katholische Kirche verherrlicht, nicht ein und dasselbe sind?
Antwort: Das erkenne ich an und werfe diesen verderblichen Irrtum ab.
In den spirituellen Irrtümern, die als Ursache der Formulierung dieser Frage dienen, kann eine Synthese der erwähnten Vorstellungen der Freimaurer, der indo-chinesischen okkulten Anthropologie, des buddhistischen spirituellen Abstraktionismus und der theosophisch interpretierten wissenschaftlichen Forschung in der modernen „Feldtheorie“ gefunden werden Derartige Themen waren auch in der patristischen Theologie jahrhundertelang schwer zu lösen, und in der okkultistisch-kleinbürgerlichen Szene gibt es zu dieser Frage eine kaum vorstellbare Anhäufung von Ideen und Ansichten.
Doch darf der ernsthafte Okkultismus nicht unterschätzt werden. Im Bewusstsein seiner Adepten wird ein mehrdimensionales Bild gebaut und mit durchaus anspruchsvoller Logik gerechtfertigt. Sowohl die verblüffenden Konstruktionen von Blavatsky als auch „The Rosicrucian Cosmo-Conception“ von Max Heindel sowie die Welt der Freimaurerideen sind keineswegs primitiv; im Gegenteil, es sind sozusagen „Metastasen der Vernunft“. Hitler, der sich mit Theosophie beschäftigte, war alles mögliche, aber gewiss nicht dumm. Nicht dumm sind auch diejenigen, die ihm ähnlich sind.
Die folgende Frage bezieht sich auch auf diesen Bereich und hat dieselben Grundlagen.
5. Frage: Gibst du die irrige Meinung auf, die von den falschen Lehren verkündete „kosmische Energie“ sei der in der Trinität angebetete Heilige Geist?
Antwort: Ich gebe sie auf und erkenne sie als Lästerung der All-Heiligen Trinität.
Diese Frage, oder, genauer gesagt, die Umgebung, auf die sie sich meist bezieht, ist besonders und spezifisch. Wir betonen, dass es um die praktische Umgebung geht.
Es geht um die außersinnliche Wahrnehmung, nicht nur in all ihrer modernen Vielfalt, sondern auch in ihren tieferen, philosophisch-religiösen Richtungen, die die modernen Irrwege gebahnt haben. Und hier müssten wir uns wieder der okkulten Anthropologie des Ostens zuwenden. Die fundamentalste und am weitesten entwickelte Lehre über die Grundlagen der modernen extrasensorischen Praxis ist das ziemlich alte chinesisches Qi-Gong-System. Diese Lehre ist die praktische und theoretische Basis für die Manipulierung der „Bioenergien“. Wenn die orientalischen Ideen auf christlichen Boden gelangen, werden sie „natürlicherweise“ in das entsprechende Weltbild integriert. Während in China [das Konzept] der universellen Energie „Qi“ (bzw. „Prana“ bei den Yogis als Häresie nicht gelten kann, werden sie dies, wenn sie in der christlichen Welt den göttlichen Kräften der biblisch-christlichen Weltanschauung gleich gestellt werden. Und wie näher der Mensch dem wahren Christentum steht, desto zerstörerischer ist dieses Konzept.
Die gesamte moderne praktische außersinnliche Wahrnehmung basiert nämlich auf solchen prinzipiellen anthropologischen und kosmologischen Irrtümern.
Dazu gibt es eine ganze Reihe äußerst gefährlicher Sekten, so wie Reiki und SHY (Universal Energy), die hunderttausende Anhänger zählen und sich in arithmetischer Progression vermehren und die genannten Irrtümer in ihrer praktischen Anwendung kultivieren. Im Weiteren gehen wir auf diese Sekten näher ein.
Wir machen darauf aufmerksam, dass wir hier keine sich natürlich anbietende Variante der Formel zur „ Lästerung des Heiligen Geistes“ vorschlagen. Die spirituelle und psychische Instabilität vieler dieser Menschen kann in eine spirituelle Sackgasse und zu Depression führen - wegen der Unmöglichkeit, die Frage nach der Bedeutung des Bibelwortes „die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben“ (Mt 12,31) zu beantworten; und der Feind wird sie damit verwirren.
6. Frage. Entsagst du auch der Meinung, dass Gott eine unpersönliche Kraft sei, die das Universum durchdringe und weder über Bewusstsein noch über freien Willen verfüge?
Antwort. Ich entsage.
Diese Frage stammt aus der kanonischen Ordnung (s. Anlagen) und betrifft eine in Bezug auf den modernen Okkultismus nebensächliche Meinung, bezieht sich aber direkt auf den Buddhismus und einige andere ihm nahestehende Anschauungen, die auf diese oder jene Weise nicht nur zur okkulten Weltanschauung, sondern auch im allgemeinen zum Materialismus der posteuropäischen Gesellschaft beigetragen haben. Nicht umsonst erklären die „Mahatmas“ in den Aufsätzen der Roerichs direkt: „Wir sind Materialisten.“ Aber der okkulte Materialismus ist eben etwas Besonderes; darin kann alles seinen Platz finden.
In der Theosophie und im Okkultismus vereinigt sich die Meinung über Gott als „kosmische“ Energie oder „unpersönliche Kraft“, die das Universum durchdringe, mit der Auffassung, dass diese Kraft intelligent sei und einige ihrer Eigenschaften als „freier Willen“ verstanden werden könnten. Deshalb führen wir diese Befragung aus der kanonischen Ordnung nur im Zusammenhang mit den vorigen Fragen an.
Außerdem ist es ein Anschauungsbeispiel dafür, dass die kanonische Ordnung nicht alle Perversionen des modernen Okkultismus berücksichtigt. Im Bewusstsein eines denkenden Adepten ruft diese Frage Ratlosigkeit hervor, da sie seiner Weltanschauungsdoktrin nicht entspricht; und wenn sie dennoch „verworfen“ wird, dann ist diese Verwerfung falsch, oder, genauer gesagt, erzwungen, und dementsprechend rein formal. Das kann auch eine nicht-seriöse Einstellung zu den anderen Befragungen der Ordnung bewirken.
7. Frage. Gibst du die gotteslästerliche Meinung auf, dass die heutige Menschheit angeblich in ein Zeitalter hineingekommen sei, das von arglistigen Astrologen „ Wassermannzeitalter“ genannt wird, und dass Menschen in diesem Zeitalter angeblich nicht mehr von Christus dem Heiland gerettet werden, sondern von Anderen, deren widerliche Namen bereits bekannt seien?
Antwort. Ich gebe diese gotteslästerliche Meinung auf.
Über die „Namen“ wird im Weiteren konkreter gesprochen. Hier haben wir es mit der Hauptdoktrin des modernen Okkultismus zu tun, die im Laufe der Jahrtausende planmäßig und logisch entwickelt wurde und von relativ abstrakten Kollisionen der Weltanschauungen zur konkreten Gemeinschaft mit der konkreten spirituellen Welt führt, die im Okkultismus „Hierarchie“ genannt wird. Vom Standpunkt des Christentums unterliegt die Natur dieser Hierarchie keinem Zweifel – sie ist dämonisch. Das ist eben die „Lebendige Ethik“ (Roerichs) der okkulten Adepten, die, wie bereits erwähnt, „lebendig“ ist, da hier direkter Einfluss auf die Gedanken und das Verhalten des Menschen, also seine Ethik, seitens konkreter spiritueller Kräfte ausgeübt wird. Eine bedingungslose Entsagung der Welt „dieser Kräfte“ ist unbedingt notwendig.
Von den Standpunkten der Theosophie und des Okkultismus ist das „ Wassermannzeitalter “ die Ära der Führung der Menschheit durch die bis jetzt verborgene spirituelle Hierarchie. Dementsprechend geht es hier schon um eine bewusste, offene „Leitung“, und die Menschheit müsse dazu „offiziell ermächtigen“.
All das führt absteigend zu nicht weniger als zur Ankunft eines Messias. Welches? Das Christentum weiß genau, welches – eben des Antichristen. Aus den okkulten Schreiben und Anschauungen ist aber kaum eine genaue Antwort zu bekommen. Die genaueste Bezeichnung dieses „Messias“ kann in den eschatologischen Erwartungen des esoterischen Orients (hauptsächlich des Buddhismus) gefunden werden. Dort hat er den Namen „ Maitreya“. Der Okkultismus führt hier noch einen Begriff ein – „Avatar“, das etwas sowie „Führer der Epoche“ bezeichnet.
Grob gesagt, erwartet der sich für das „Christentum“ ausgebende Okkultismus den buddhistischen Maitreya-Messias. So denken die Theosophie und das gesamte New-Age. Die Roerichs haben zu dieser Lehre wesentlich beigetragen, indem sie auf ihrer Himalaya-Expedition eine „heilige Fahne des Maitreya“ („ Thangka“) gefunden haben wollen, die für Buddhisten eine besondere spirituelle Bedeutung hat.
Ab Anfang der 1990er Jahre wurden die Buchläden mit esoterischen Übersetzungen überschwemmt, die zumeist unter dem Titel eines dieser Bücher – „Die Sendschreiben der Meister der Weisheit“ – subsummiert werden können. Von ihnen ist hier die Rede. Aber Christus ist nicht aus dem Bewusstsein der vom Okkultismus verführten formalen Christen verschwunden – ER wird einfach als einer der „Meister“ bezeichnet, der „seine Arbeit in der Reihe der gemeinen Mitglieder der Hierarchie“ fortsetze. Das ist das Verständnis von Christus, zu dem die „lebendige Ethik“ der Roerichs und die anderen Lehren führen. Eben daher ist eine möglichst konkrete Entsagung von allem, was diese okkulte Eklektik einschließt, erforderlich.
Hier muss nochmals bekräftigt werden, dass bei der Lektüre von Büchern über die „lebendige Ethik“ bei vertrauensvollen Lesern, die sie sich in diese okkulte Welt versenken, künstlich ein Angstgefühl erzeugt wird. Seine Grundlage ist im folgenden Zitat aus „Die lebendige Ethik“ sichtbar: „Derjenige, der die Hierarchie abwirft, verdammt sich zur Zerstörung.“ Die spirituellen Kräfte, die an der Erzeugung dieser Angst teilhaben, bringen ihre Opfer wortwörtlich bis in die Pathologie. Das Instrument zur Lösung dieses komplizierten spirituellen Problems ist eine klare und möglichst ausführliche Entsagung als Akt, der ebenfalls spirituell ist. Dies wird bei den Fragen, die sich konkret auf die „Ethik“ beziehen, noch eintreten.
Aus Erfahrung wissen wir, dass es auch für einen zweifelnden Menschen ein großer Sieg ist, diese Entsagung unter dem Einfluss der Autorität der Kirche auszusprechen.
8. Frage. Entsagst du dem Irrtum, dass es möglich sei, anders als über Jesus Christus nach dem Tod eines guten Daseins gewürdigt werden bzw. das Himmelreich zu erlangen, trotz Seines Wortes „Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich“ (Joh 14,6)?
Antwort. Ich entsage diesem Irrtum.
Der Hinduismus, insbesondere in seiner theosophischen Auslegung, ist ein wesenhafter Teil der okkulten Doktrinen. Eben ihm ist die hauptsächliche okkulte Terminologie entnommen, die das europäische Lexikon regelrecht verseucht hat: Karma, Chakra usw.
So wird der Bhagavad-Gita-Ausdruck, der Krischna zugeschrieben wird - „Zu mir kommt man über verschiedene Wege, und ich freue mich, jeden auf seinem Weg zu begrüßen“[20] (kein Zitat) vom Okkultismus als „theologisches Argument“ in der Auseinandersetzung mit dem Christentum benutzt. Das ist einer der Gründe, weshalb diese Frage gestellt und diese Antwort verlangt wird.
Die okkulten Vorstellungen über das jenseitige Leben können in mehrere Richtungen unterteilt werden. Eine stellt „humanistische“ Forderungen an den Schöpfer (wovon wir bereits gesprochen haben), indem sie die Möglichkeit „der ewigen Vergeltung für das kurze Leben“ postuliert. Daher werden „Karma“, „Reinkarnation“ u.ä. vorausgesetzt, was „die Barmherzigkeit des Schöpfers rechtfertigen“ und ein logisch aufgebautes Weltbild ergeben soll.
Die zweite hat sich hauptsächlich in der Dämonologie von Paracelsus manifestiert und bevölkert die Welt mit „Larven“ und anderen „spirituellen Parasiten“, wobei sie diesem „Geflügel“ eine Rolle zwischen dieser und der jenseitigen Welt zuschreibt. Daher all die Irrtümer der Spiritisten, die, wenn sie mit Dämonen kommunizieren, davon überzeugt sind, dass dies Seelen verstorbener Menschen seien. Der „intelligente“ Okkultismus geht mit den Konzepten der Spiritisten sehr vorsichtig um, wobei er aber noch kompliziertere spirituelle Kombinationen erschafft, indem er „die Schädlichkeit des Mediums“ geißelt und trotzdem selbst das Konzept des Mediums pflegt. Der Schlüssel des Betrugs ist einfach: er erklärt die spirituellen Verbindungen seiner Adepten mit der Zugehörigkeit zu den „oberen Welten“, und das Medium klassifiziert er als Kommunikation mit niedrigeren Geistern. Und so sind alle, die den Okkultismus praktizieren, davon überzeugt, dass die Quelle ihrer Kräfte ausschließlich die „oberen Geister“ seien, derweil sie in ihrer Hochmut von Dämonen besessen sind.
Aber die Nachfolger des Okkultismus wollen ja auch ins Himmelreich eintreten und versuchen es mit einer derart religiösen Besessenheit zu „erstürmen“, von der Christus sagte: „ Ihr durchziehet das Meer und das Trockene, um einen Proselyten zu machen; und wenn er es geworden ist, so machet ihr ihn zu einem Sohne der Hölle, zwiefältig mehr als ihr“ (Mt 23,15). So bietet der Okkultismus dem Menschen eine Menge andere Wege in „das Leben der kommenden Welt“ außer unserem Herrn Jesus Christus. Führen wir dazu einen bezeichnenden Satz aus der oben erwähnten „Lebendigen Ethik“ an: „Wenn ihr sagt, dass ihr nur Christus allein hören werdet, werdet ihr euch selbst dadurch einschränken…“. Wir verzichten hier auf einen Kommentar.
Die okkulten Verzerrungen in Bezug auf solch eine ernsthafte Frage wie das Leben nach dem Tod sind so tiefgreifend, dass es notwendig ist, sie äußerst besonnen zu erklären. Daher wird oben die Formel des „guten Daseins“ angeboten, die zwar die Notwendigkeit zu r Präzisierung der jeweiligen verschwommenen Vorstellungen benennt, aber eben auch das Reich [Gottes] erwähnt…
9. Frage. Entsagst du dem verderblichen Irrtums, dass der Göttliche Name Christus nicht der Name unseres alleinigen Heilandes Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der „für uns gekreuzigt wurde unter Pontius Pilatus“ sei, sondern eine „Eigenschaft“ oder ein „Titel“, den einige angeblich „Große“ meistern könnten - wie es in den Irrlehren dieses Zeitalters arglistig behauptet wird, und dass der Mensch Jesus angeblich nur „zeitweilig“ Christus gewesen und heute schon nicht mehr Christus der Messias sei, der auf ewig zur Rechten des Vaters sitzt, sondern lediglich einer der vom Teufel ausgedachten „kosmischen Lehrer“?
Antwort. Ich werfe diese verderblichen Irrlehren von mir, die das Göttliche Wesen[21] des Heilands der Welt verneinen und Christus den Gott lästern.
Wir haben bereits erwähnt, dass die gnostischen Häresien ein wesentlicher Teil der okkulten Doktrinen ist. In dieser Frage haben wir mit „klassischen“ Spekulationen von Gnostikern zu tun. Dasselbe ist die Grundlage der modernen okkulten kosmogonischen Konzepte.
In der vorigen Frage haben wir davon gesprochen, dass Jesus im Bewusstsein der okkultistischen Adepten zu einem gemeinen Mitglieder einer Hierarchie geworden sei und den „Titel“ Christus schon jemand Anderes auf sich genommen habe. Dieser Irrtum stammt gesetzmäßig aus der alten gnostischen Häresie.
10. Frage. Schwörst du dem verderblichen Irrtum ab, dass Luzifer nach seinem Willen ein Mitbewirker des Guten und nicht das vollkommene Böse, Urheber des Falles der Menschheit und des Verderbens der menschlichen Seelen ist?
Antwort. Ich schwöre diesem verderblichen Irrtum ab.
Diese Frage beendet nicht nur den ersten Teil der Fragen, die sich auf die Irrtümer beziehen, die die Vorstellungen über das Göttliche betreffen, was in der historischen und spirituellen Realität eine gesetzmäßige Apotheose aller okkulter Irrtümer ist. Es kann gesagt werden, dass „die ontologische Wahrheit“ der okkulten Doktrin ist, den Gottkämpfer mit Gott selbst auf eine Stufe zu stellen.
In der Rehabilitationspraxis stoßen wir uns oft daran, dass eben dieser Gedanke sich in Persönlichkeiten, die über ernsthafte okkulte Erfahrungen verfügen, am tiefsten festsetzt - sogar noch, nachdem ihnen ihre diversen Irrtümer bewusst werden. Derartiges äußert sich zwar selten, doch kann es angetroffen werden in einigen manisch beharrlichen Fragen, etwa: „falls das Böse existiert, und es ohne Gott nicht sein kann, bedeutet das, dass Gott und Teufel irgendwie ‚zusammenarbeiten‘“ usw. Dabei ist es häufig nicht einfach, in solch einem Bewusstsein alles prinzipiell, aber logisch wieder zurechtzurücken. Normalerweise werden derartige Probleme nicht durch Logik, sondern durch das Vertrauen in die Kirche gelöst.
In den Schreiben von Blavatsky begegnen wir häufig verzückt maskierten Phrasen wie: „Es wir die Zeit kommen, in der die Menschen verstehen werden, WER der wahre Schöpfer der Weltgeschichte ist“, womit sicherlich der Gotteskämpfer gemeint ist.
Eine große Rolle für die Ausformung dieses Irrtums haben auch die orientalischen dualistischen Lehren gespielt, die dem Guten und dem Bösen einen gleichberechtigten schöpferischen Status zumessen, so wie zum Beispiel das Yin-Yang-Konzept.
11. Frage. Schwörst du der wahnsinnigen Meinung ab, dass der Mensch Gott gleich und nicht ein Geschöpf sei, auch wenn er in sich das Bild Gottes trägt, und dass die menschliche Vollkommenheit die Vollkommenheit Gottes erreichen könne?
Antwort. Ich schwöre diesem Wahnsinn ab.
In dieser Frage spiegeln sich in erste Linie die in den Okkultismus eingegangen yogischen Vorstellungen über die Ziele und Folgen der spirituellen Entwicklung wider, die an die europäische Mentalität adaptiert wurden.
In den orientalischen spirituellen Praktiken sowie auch im Okkultismus ist die Selbsterkenntnis der Gotteserkenntnis gleichgesetzt. Im pro-christlichen Bewusstsein führt ein solches Vorgehen zur Selbsterkenntnis schließlich zu einem völlig verzerrten Verständnis der Aussage Christi: „ das Reich Gottes ist mitten unter euch“[22].
Hier spricht auch die dem Okkultismus fundamental zugrundeliegende und von Paracelsus erarbeitete alte heidnische Lehre (Boethius) über den „Mikrokosmos“, die die Beziehungen zwischen der inneren und der äußeren Welt des Menschen betrachtet.
Wenn im christlichen Verständnis die spirituelle Vervollkommnung eben die Erkenntnis dessen ist, was uns von Gott trennt (also der Sünde!), ist dies in der okkulten Praktik genau umgekehrt die Illusion der Selbst-Gleichsetzung mit den Göttlichen Kräften.
12. Frage. Schwörst du dem Irrtum ab, dass es möglich sei, das paradiesische Dasein ohne ein gütiges christliches Leben und die Gnade Gottes zu erlangen, nämlich durch eine von dämonischen Lehren ausgedachte „Transformation“ während des Lebens, ohne dabei einen menschlichen Tod zu sterben, entgegen dem Apostelwort, dass es „den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“?
Antwort. Ich schwöre diesem Irrtum ab.
Nach der okkulten Doktrin, auf die diese Frage zielt, ist es den Menschen möglich, sich während des Lebens in „etwas Göttliches“ zu transformieren – ähnlich wie die notorischen „Lehrer“, „Meister der Weisheit“, „Mahatmas“ u.ä.
Das sind Phantasien der allerjüngsten Zeit. Ein Teil davon betrachtet den Menschen im Lichte der Theorien der mittelalterlichen Alchemisten: die Umwandlung einer unedlen Substanz in Gold wird als Bild einer dem Menschen möglichen spirituellen Transformation verstanden, einer Verwandlung, die bereits während des Lebens geschehen könne.[23]
Ein anderer Teil bezieht sich auf die Möglichkeit, mittels Yoga und Meditation in einen besonderen Samadhi-Zustand versetzt zu werden, und – was theoretisch möglich sein soll – willentlich ins „Nirwana“, eine Seligkeit jenseits der Zeit, überzugehen.
Ein dritter Teil präferiert mehrere Theorien aus dem Bereich der Ufologie, und ein vierter Teil baut auf wissenschaftliche und pseudo-wissenschaftlichen Theorien aus dem Bereich der Mikrophysik.
Aber die Grundlagen basieren auf der „kosmogonischen“ Überzeugung, dass „die Meister schon nahe“ seien, „der Himmel sich der Erde angenähert“ und „die Epoche der Massentransformation begonnen“ habe.
Wenn wir die niedagewesene Eskalation von Gewalt und Unzucht vom christlichen Standpunkt aus betrachten, können wir davon ausgehen, dass diese „Meister der Weisheit“ der sündhaften Erde tatsächlich auf besondere Weise nahegekommen sind…
Hier zeigt sich, wie bestimmte okkulte Theorien – nämlich jene über eine sogenannte „Sechste Rasse“ – in bestimmte Praktiken münden. Es ist aufschlussreich, dass die Rassendoktrin des Dritten Reiches eben von dieser Theorie ausging, die aus mehreren okkulten Offenbarungen zusammengestrickt war. In ihrer modernen Form hat sich diese Theorie in mehrere praktische spirituelle Techniken aufgespalten, deren gemeinsames Ziel die Transformation der Persönlichkeit während des Lebens ist – genauer gesagt, die „Transmutation“ im spirituell-psychischen Sinne. In der okkulten Literatur sind die „Methodologien“, mit denen jeder Mensch die „verheißene Transformation“ erreichen könne, ausführlich dargelegt. Dabei geht es um die Entwicklung parapsychologischer Fähigkeiten.
Viele durch den Okkultismus betrogene Menschen und ganze Gruppen und Sekten, die davon überzeugt sind, dass sie den „Weg ins Paradies“ gehen, lassen alles hinter sich und streben ihre „Transformation“ an, indem sie Tag und Nacht die vorgeschriebenen Techniken praktizieren. In der Realität führt dies häufig zu schweren psychischen Schäden.
Wichtig ist, dass bei diesen Techniken immer eine besondere Anrufung der erwähnten „Meister und Geister“ – also Dämonen – stattfindet.
13. Frage. Schwörst du dem verderblichen Aberglauben ab, dass die menschliche Seele vor der Zeugung existiere und nach dem Tod aus einem Körper in einen anderen umziehe, anstatt auf das Jüngste Gericht und die allgemeine Auferstehung zu warten, wie es die Apostolische Kirche lehrt?
Antwort. Dieser verderblichen Lüge schwöre ich ab und glaube, was die Katholische Kirche lehrt.
Die Idee der „Reinkarnation“ ist in zahlreichen Variationen wesentlicher Bestandteil des okkulten Weltverständnisses. In der „klassischen Variante“ ist sie eng mit dem hinduistischen Begriff „Karma“ verbunden. Aber auch hier hat die okkulte Eklektik alles dermaßen verquirlt, dass auch die Aussage „ich bekenne mich nicht dazu“ noch nicht bedeutet, dass ein Mensch sich von diesen Irrtümern frei gemacht hat. Daher gehen wir hier auf den Zustand der Seele ein, sowohl „vor“ als auch nach dem Leben. Das verengt das Feld für Spekulationen wesentlich.
In der Praxis ist es fast unmöglich, mit Vertretern bestimmter Kulte, deren Hauptdoktrin die Reinkarnation ist, zu diskutieren. Erstens wird so die „Inhumanität Gottes“ gerechtfertigt, indem die ewige postmortale Vergeltung „nur für ein gelebtes Leben“ ausgeschlossen wird. Zweitens werden dadurch (durch „das Gedächtnis über die vorigen Inkarnationen“) viele Verhaltensphänomene des Menschen und der Gesellschaft erklärt. Wird diese Theorie in die Sphäre des biblischen Bildes der Welt projiziert, werden ihre Hauptpostulate dem verirrten Verstand zu Gefallen verzerrt.
So behaupten die Meisten der in unserer Zeit bekannten falschen Christen und anderen „Großen“ ihre „Göttlichkeit“ eben aufgrund der Reinkarnationstheorie. Was kann man dem falschen Christus Wissarion und seinen Jüngern auf die Behauptung, er sei „wach geworden“ und habe „SICH AN ALLES ERINNERT“, entgegnen? Gemeint ist, dass er sich an seine vorige Inkarnation als „Christus“ erinnert habe. Alles ist so „einfach“, weil das Weltverständnis von Tausenden seiner Anhänger „den Glauben“ an die Reinkarnation einschließt. Aber Wissarion und seinesgleichen sind nur Modelle der Zukunft, in der irgendwann irgendwo der Antichrist erwachen wird – und die Reinkarnationstheorie, die sich in den Köpfen des verführten Teils der Menschheit (ihr größerer Teil), eine fatale Rolle spielen wird…
Der zweite Teil der Frage bezieht sich auf die Lehre der Orthodoxie über den postmortalen Zustand der Seele und lädt den Befragten ein, ihr zuzustimmen.
14. Frage. Entsagst du dem Irrtum, dass die Gestirne Macht über das menschliche Leben hätten, und nicht die Vorsehung Gottes allein? Versprichst du, die verderbliche Astrologie von dir abzuwerfen?
Antwort. Ich entsage dieser geisttötenden Meinung und verspreche, alle Wahrsagerei und Astrologie von mir abzuwerfen.
Auch heute, im dritten Jahrtausend christlicher Zeitrechnung, ist die Astrologie ein mächtiges Instrument der Verführung. Die Welt scheint nach „astrologischen Prognosen“ zu leben. Aber Astrologie ist in erster Linie eine Weltanschauung, ein Weltverständnis, und erst dann eine Praxis. In den astrologischen Vorstellungen vieler Menschen sind Materielles (Planeten) und Spirituelles (Schicksale) miteinander verbunden. Eine so verblendete Persönlichkeit wird demnach „von allem beeinflusst“.
Andererseits erklärte die wahrhaft spirituelle (nicht populäre) heidnische Astrologie diesen Einfluss schon immer nicht durch die materiellen Körper der Planeten, sondern durch die spirituelle Natur, die hinter diesen Körpern angenommen wurde, im Grunde genommen also durch Geister, Dämonen, der mit den Planeten angeblich verbunden waren. Natürlich hatte die Astrologie, die „Urmutter“ des modernen Okkultismus, ihren Einfluss auf die Ausformung der okkultistischen Lehren, in denen materiellen Gegenständen wesenhaft spirituelles Leben zugeschrieben werden.
Es ist kein Wunder, dass in den erwähnten New-Age-Offenbarungen die „Meister der Weisheit“ meist materialisierte „Planetengeister“ sind, die sogar die Namen der uralten heidnischen Götter – der astrologischen Abgötter – tragen: Astraea, Arcturus usw. Alles kehrt zu seinen Ursprüngen zurück.
Der alltägliche Aberglaube an die „Elementalen“ (Geister der Naturkräfte) basieren letztendlich auch auf astrologischen Vorstellungen. Bemerkenswert ist, dass diese „Wissenschaft“ sich über Jahrtausende hinweg entwickelte. Ebenso bemerkenswert ist der besondere Beitrag zur „Lehre über die Elementalen“ des schon erwähnten Paracelsus.
Diese Frage kann sich missionarisch entfalten. Die Vorsehung Gottes, die im gläubigen Menschen wirkt und die Elementarkräfte der Welt, in deren Gewalt, aus der er durch das Opfer Christi erst befreit worden ist, sich der Mensch wieder hineinbegibt – all das ist ein sehr umfangreiches Thema…
Zum Vergleich führen wir eine ähnliche Frage aus der kanonischen Ordnung an, die uns für den modernen Okkultismus aber nicht komplex genug erscheint:
F. Schwörst du dem Aberglauben ab, dass Gestirne den Menschen zwingen könnten, etwas Böses oder Gutes zu tun, und versprichst du, alle Astrologie von dir abzuwerfen?
A. Ich schwöre diesem Aberglauben ab und verspreche, alle Astrologie von mir abzuwerfen.
15. Frage. Denkst du wie die Kirche, dass Gott, Der alles weise einrichtete, dem Menschen die fünf Sinne gab, wie sie für das Leben auf der Erde notwendig sind, und dass nach einem weiteren, feineren Sinn nicht gesucht werden soll, da diese Suche den Menschen für dämonische Betrügereien anfällig macht?
Antwort. So denke ich, zusammen mit der Kirche.
Die fein einwickelte Empfindlichkeit ist eine wahre Geißel der modernen Menschheit, die die wirklichen Ursachen ihrer Kümmernisse und Unglücke häufig einfach nicht erkennt. Es gibt sowohl verschiedene Formen der Sensitivität (Überempfindlichkeit) bzw. der außersinnlichen Wahrnehmung als auch verschiedene Wege zu ihrer Erlangung.
Dieser Vorgang kann durch das bewusste Streben eines Menschen oder unabhängig vom menschlichen Willen, als Folge bestimmter Ursachen geschehen. Jede okkulte Praxis führt unvermeidbar zur Sensitivität, und eben dieser Zustand ist Ursache schwerer spiritueller Erkrankungen, die häufig auf der Grenze zur psychischen Erkrankung liegen.
Außersinnliche Fähigkeiten können sich beim Menschen spontan entwickeln und bald ein Stadium erreichen, in dem der Mensch nichts anders kann, als sie zu realisieren (etwa wie eine Naturgewalt). In der Regel geschieht dies unter dem Einfluss anderer Menschen, die den Okkultismus praktizieren, oder aber auch im Prozess der exzessiven Beschäftigung mit okkulten Ideen: Lektüre, Interesse an bestimmten Fernseh- und Radiosendungen usw. Allerdings verläuft dieser Prozess in der zweiten Variante nicht so schnell wie in der ersten. Die Entwicklung dieser Fähigkeiten verläuft parallel zur Ausformung einer inneren Ideologie, die ihre als ganz natürlich propagiert: „Bei anderen Menschen ist ‚es‘ zurzeit nur noch nicht entwickelt“.
In Wirklichkeit ist ein solcher Zustand aber eine Erscheinung der infernalen Welt, die sich der menschlichen Seele aus irgendwelchen Gründen auf besondere Weise eröffnet. Diesen spirituellen Eigenschaften zu entsagen heißt also, auch den hinter ihnen stehenden spirituellen Kräfte zu entsagen.
16. Frage. Sprichst du den lügnerischen Lehren des Orients über den Aufbau des menschlichen Körpers und der Seele ab, während deren Erforschung du dich durch dein hochmütiges Deuteln in den Netzen des Teufels verlaufen hast und nun dasselbe für andere christliche Seelen suchst, indem der patristischen Lehre fremde Bezeichnungen für angeblich existierende und den Augen unsichtbare Körper, Organe und andere ätherischen Strukturen hinzugefügt werden?
Antwort. Ich werfe diese Lehre von mir ab. Ich halte sie für nichtswürdig.
Die okkulten Irrtümer „kommen nicht von allein“; in dieser Welt ist alles miteinander verbunden. Wenn sich die Fähigkeit zur unmittelbaren Eindringung oder Manipulation der unsichtbaren Welt erst einmal eingestellt hat, dann ist eine Art Karte dieser Welt – ihrer Kosmologie und Anthropologie – notwendig. Und hier geht es in erster Linie um die yogischen Vorstellungen über die Welt und den Menschen, die mittels spiritueller Praktiken erlangen werden, und um die okkulte Anthropologie[24].
Zu einem ernsthaften und sozusagen historischen Vehikel dieser dem russischen Menschen fremden Vorstellungen wurde die prosaische Reflextherapie, die innerhalb von zwanzig Jahren einen evolutionären Sprung von der eigentlichen Reflextherapie in ihrer gesunden Interpretation der sowjetischen Schule hin zur religiösen Philosophie und zu Praktiken verschiedener spiritueller Richtungen gemacht hat. Zum Beispiel basiert das Su-Jok-System, die Teil der Reflextherapie wurde, auf rein okkultistischer Anthropologie und Therapie.
Für Menschen mit außersinnlichen Fähigkeiten erschafft dieses „wissenschaftliche“ Bild einer unsichtbaren Welt mit ihren „Chakras, energetischen Kanälen, Energiekörpern, Auren“ usw. eine Art „Spiegeleffekt“, der von ihnen die wirkliche und äußerst unvoreingenommene spirituelle Realität komplett verschließt.
Verloren ist, wer versucht, die Lösung dieser Fragen im „modernen wissenschaftlichen Weltbild“, oder Spuren dieser Lehre im „uralten Christentum“, oder die Erklärung für die „Existenz der Aura“ in den ikonischen Heiligenscheinen christlicher Heiliger usw. zu finden. Aus der Praxis wissen wir, dass nur eine eindringliche Frage („Gibt es Chakras überhaupt?“) den Menschen die Türen in die Psychiatrie öffnete, auch wenn sie schon an der Kirchenschwelle standen. Hinter derartigen Fragen und der eindringlichen Notwendigkeit ihrer Beantwortung stehen spirituelle Kräfte, denen entschlossen entsagt werden muss.
Der vorgeschlagene Satz „Ich halte sie für nichtswürdig“ bringt den Menschen zurück zur christlichen Weltanschauung…
17. Frage. Verstehst du, dass nur die Gottesdienste der Orthodox-Katholischen Kirche dem Menschen die heilende Gnade Gottes nahebringen, während Handauflegung oder andere Akte verderblicher falscher Lehren dem satanischen Stolz eines kranken Menschen, der „von sich selbst sagte, dass er etwas Großes sei“[25], wie einst Simon Magus, die Seele den Kräften des Teufels öffnet und dem Menschen nur diese Kräfte vermittelt?
Bereust du, dass du dich selbst in die Hände des Teufels hineinbegeben und danach auch Andere zu ihm gebracht hast?
Antwort. Ich verstehe und bereue. Ich erkenne an, dass die Quelle all meiner außergewöhnlichen Kräfte und Fähigkeiten eine menschenmordende dämonische Kraft und nicht die Macht des All-Guten Gottes war. All diese Kräfte und Fähigkeiten werfe ich unwiederbringlich ab.
Die vorgeschlagene Antwort beinhaltet etwas mehr, als die Frage erfordert. Und da es von solchen „Kräfte und Fähigkeiten“, um die es hier geht, eventuell mehr gibt, als selbst dem Menschen, der in die Kirche geht, eventuell bewusst ist, wäre es für den Hirten gut, hier sehr aufmerksam zu sein, und wenn er etwas noch nicht weiß, sieht oder vermutet, dies auch offen zu bekennen.
Diese Frage betrifft nicht nur den Okkultismus sondern auch den Protestantismus, verschiedene Gruppen von Schismatikern u.a. In der vorgegebenen Formulierung gilt das bereits oben erwähnte Prinzip, das kompromisslos behauptet, dass nur die Mysterien der unbeschädigten Orthodoxie eine ausschließliche spirituelle Wirksamkeit haben, und von den Neuangekommenen Einverständnis mit dieser Behauptung verlangt.
Auch wenn das Mysterium der Weihe auch von Protestanten (Charismatikern und anderen) verzerrt wird, versteht der Adept des Okkultismus gut, wovon die Rede ist, da der Ersatz der christlichen Mysterien in den okkulten Praktiken eben besonders wichtig ist. Die Protestanten haben die Form kopiert, nehmen aber die spirituelle Wirksamkeit nicht an; der Okkultismus dagegen orientiert sich vor allem auf die spirituelle Realität und die spirituelle Bedeutung der Rituale. Dabei wäre es hinsichtlich vieler okkulter Akte richtiger, nicht nur von der „Handauflegung“, sondern eben von der „Weihe“ zu sprechen, da der Mensch mittels okkulter Kräfte Teil der entsprechenden Hierarchie wird.Erinnern wir uns nochmals der Bedeutung der Silbe anti im Wort Antichrist: „anstatt“. Alles scheint gleich zu sein: Hierarchie, Sukzession, Herde… aber es herrscht ein anderer Geist, eine andere Geschichte, andere Prinzipien und eine andere Kirche – die des Satans.
Dieses Thema wird in der nächsten Frage fortgeführt und eröffnet…
18. Frage. Entsagst du ebenso den Kräften, die durch „Handauflegen“ in teuflischen Versammlungen, die sich „Reiki“, „SHY (Universal Energy) u.ä. nennen, vermittelt wurden?
Antwort. Ich entsage ihnen wie dem Satan selbst.
Diese konkrete Frage wird nur denjenigen gestellt, auf die sie sich bezieht (die vorherige empfehlen wir, allen [Neuankömmlingen] zu stellen). Doch nicht weniger als die Hälfte der Menschen, die vom Okkultismus zur Kirche kommen, haben eine Initiation (Weihe) in einer Reiki- oder „Universelle Energie“-Sekte erhalten. Reiki und alles, was damit verbunden ist, zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen; wir verweisen deshalb auf die entsprechende Literatur. Erwähnenswert ist, dass laut Einschätzungen von Experten die Reiki-Sekte etwa eine halbe Millionen Mitglieder zählt, und die „Universelle Energie“ hunderttausend.
Die Natur der Initationsakte, die beim Reiki vorkommen, wird am ehesten durch den Begriff „Einschaltung“ erklärt, der ebenso vom Okkultismus herstammt. Das ist eines seiner gefährlichsten Instrumente – es bedarf nur der Zustimmung des „Kunden“ und einiger leichter Handberührungen, und schon ist die Seele erworben und der Kunde “eingeschaltet“ – in eine andere Welt. Und in was für eine Welt? Eine, die der Welt positiv eingestellter Menschen diametral entgegengesetzt ist. Aber die Zustimmung wurde erteilt, der Akt ist vollendet, und die Seele wird zu einem Leitmedium für Energien aus der dämonischen Welt (und einen Teil seiner Hierarchie). Der Ausweg aus diesem Zustand ist manchmal sehr dramatisch. Nach der „Einschaltung“ kommt es schnell zu einem kardinalen Umbau des Bewusstseins und der Weltanschauung sowie echten psychosomatischen Schüben. Dabei gelten besondere Bedingungen: „Wenn du dich daran erinnerst, dass du ein Leiter der Reiki-Energie bist, dann materialisiert sich der Energiestrom augenblicklich.“ So öffnet sich gleich der dämonische Abgrund oder, nach dem Apostel, die bereits erwähnten „ Tiefen des Satans“. Und was ist mit einer Person, die für mentale Suggestion so offen ist, dass sie sich nicht als Medium der Kräfte, die hinter den Reiki-Energien stecken, zu besinnen? Der spirituelle Organismus des Menschen verwandelt sich so in etwas wie ein „energetisches Kabel“, mit allen daraus resultierenden zerstörerischen Konsequenzen. Wenn die Gnade Gottes, die die Macht der Finsternis über den Menschen einschränkt, nicht wirken würde, dann „würde kein Fleisch gerettet werden“[26].
Die besondere Bösartigkeit dieser Art des Zugriffs auf die menschlichen Seelen besteht in der einfachen Zugänglichkeit, den anfangs durchaus positiven äußeren Erscheinungen und der schnellen Initiation ohne vorherige Prüfungen und Lehren (außer der Einholung der willentlichen Zustimmung).
Was die Rehabilitation betrifft, ist es besonders bemerkenswert, dass mit der Zeit geht die Bedeutung der durchgelaufenen Akt der Initiation für den Menschen selbst absolut verloren.[Umständlicher und unverständlicher Quatsch] In der Regel, kommt dieser Fakt in der gesamten okkulten Geschichte der zur Kirche kommenden Leidenden als letztes heraus, auch wenn der Mensch die erhaltenen „Fähigkeiten“ nach der Initiation praktisch nicht angewendet hat.
Die große Mehrheit der Anhänger unterschiedlicher okkulter Gruppen und Sekten besteht aus Menschen, die vorher diverse Initiationen durchlaufen haben. Sie werden zu „Kanonenfutter“ oder, genauer, „Zombies“, die ein unsichtbarer Dirigent auf ihre Plätze stellt. Sogar Spezialisten können sich die ganze Tödlichkeit dieses spirituellen Phänomens, seinen Maßstab und seine Folgen nicht vorstellen. Es ist eine Art Modell einer gelenkten Welt.
Wir wiederholen, dass, unabhängig von den Umständen und Zuständen eines Menschen, hier die Ordnung der Aufnahme mit Myronsalbung notwendig ist. Die Taufe sollte durch die Ordnung für diejenigen, die aus dem Heidentum kommen, erfolgen.
Nach unserer Überzeugung (und Erfahrung) ist in diesem Falle die vorgeschlagene strenge Form der Frage und der Antwort mit entsprechender Terminologie unbedingt erforderlich.
19. Frage. Verstehst du, dass du, nachdem du unter das Obdach der Kirche Gottes gekommen bist und dich jetzt vor dem unsichtbaren Einfluss anderer Menschen oder vor irgendwelchen Hexenwerken, die manche „Verwünschung“ oder den „bösen Blick“ nennen, ängstigst, die „Bosheit unter dem Himmel“[27]über Christus den Lebensspender erhebst und in die Sünde der Kleingläubigkeit verfällst, wodurch du die Dämonen erfreust, da du das Kreuz des Herrn und selbst die christliche Würde herabwürdigst?
Antwort. Ich verstehe das und werfe diese dämonische Angst von mir.
Dieses Thema ist wahrlich eine Geißel der modernen Welt, auch der orthodoxen. Die große Mehrheit der spirituellen Probleme religiöser Menschen am Rande einer psychischen Beeinträchtigung hat damit zu tun. Es sind quasi Metastasen des Okkultismus, die in die orthodoxe Welt hinüberwuchern. Dabei stellen wir hier nicht die prinzipielle Frage, ob Verwünschung wirksam seien oder nicht. Die Realität der spirituellen Welt und des spirituellen Kampfes ist zweifellos Bestandteil der orthodoxen Weltanschauung. Allerdings geht es hier um das Bewusstsein des Menschen, der seine spirituellen und alltäglichen Probleme durch ein hypertrophiert verzerrtes Prisma der „Verwünschung“ betrachtet. Das ist ein Bereich, in dem menschliche Seelen gefangen genommen werden. Es ist nicht möglich, das Thema für sich genommen oder lediglich konkrete Situationen zu betrachten. Für den einen Menschen ist eine derartige Vermutung Anlass zu genauester Analyse und Beratung mit seinem Beichtvater, für den anderen die Rechtfertigung für all seine Probleme. Für einen Drogensüchtigen wäre es die Ursache seiner Drogensucht, für eine Frau, die ihr Ehemann verlassen hat, die Überzeugung, dass man ihn „verhext“ habe, und für den Gebrechlichen die Ursache seines Zustandes. Die nächste Etappe sind multiple Wahnstörungen: Menschen ziehen in neue Wohnungen, da sie „vor schlechtem Einfluss fliehen“ wollen; sie lösen die Verbindung zu geliebten Verwandten, aus demselben Grund, und gehen sogar in andere Kirchengemeinden. Und sie gehen sogar (was ganz unlogisch ist) in Massen zu Exorzismus-Gottesdiensten.
Besonders bedauernswert ist, dass Beichtväter solchen Phantasien, die ihnen erzählt werden, manchmal auch noch zustimmen, womit sie das Problem oft zu einem klinischen Zustand verschlimmern.
Wir behaupten dies anhand der umfangreichen Erfahrung der Kontakte mit verlorenen Menschen, die, nachdem sie von ihren Hexenmeistern zur Kirche gekommen sind, weiterhin „verflucht“ geblieben sind. Solch ein Mensch geht zu einem Hexenmeister, und der sagt ihm: „Auf dir lastet eine Verwünschung; komm, lass sie uns beheben“; dann geht er zum Priester, und hört wortwörtlich dasselbe. Sicherlich sind die „Methoden“ anders, die Diagnose ist aber gleich. Kaum ist etwas nicht so, wie der Mensch es will, ist das schon ein Anlass, über eine angebliche Verwünschung besorgt zu sein. Diese verborgene „spirituelle Mechanik“ – wer kennt sie schon?
Aber auch wenn eine „Verwünschung“ vorliegt, was soll man tun? Die Antwort kann nur lauten: ein kirchliches Leben führen und an den Mysterien teilnehmen, ohne diese als „magisch“ missverstehen und ohne besondere „Handauflegungen“ zu suchen. Einen anderen Weg gibt es nicht; und das Desaster besteht darin, dass die Menschen, für die dieses Problem akut geworden ist, in Magismus versunken sind, und dass dieser Magismus sich sogar unter dem Obdach der Kirche weiter entwickeln konnte. Zudem muss gesagt werden, dass es in der Praxis schwer ist, überhaupt irgendjemanden zu nennen, in dessen Biographie es keine eigene okkulte Erfahrung gegeben hätte – und eben darin verbirgt sich in der Regel die Ursache des Unheils. Solch einem Menschen zu beweisen, dass er Unrecht hat, ist oft ein hoffnungsloses Unterfangen.
Daher schlagen wir die oben genannte Formel vor, aus Erfahrung des riesigen Nutzens, den diese Position bringt. Des Weiteren muss der Leidenden lediglich lernen, „sich zu gedulden“, wobei er Stärkung und Unterstützung braucht.
In der Orthodoxie fragt der Mensch bei Lebensproblemen: „Was, oh Herr, soll ich an mir ändern, damit DU die Umstände meines Lebens änderst?“ Dann steht alles auf seinem Platz, und „ ein unverdienter Fluch trifft nicht ein“, wie eine Weisheit Salomos besagt (Spr 26,2).
Es gab den Fall, dass eine alte Frau, die in den „dritten Reiki-Dan“ (den dritthöchsten Grad) initiiert war, ihre Enkelkinder gegen eine Verwünschung schützen wollte, die ihrer Meinung nach die Schwiegertochter, also die Mutter der Kinder, gegen sie ausgestoßen hätte. Diese Großmutter suchte bei uns Hilfe. Ein größerer Alptraum für die gesamte Familie ist schwer vorstellbar.
(…)
Wir wollen einen Ratschlag geben: „Auch wenn Sie der Meinung sind, dass an dem Menschen, der sich an Sie gewendet habe, etwas nicht stimmt, schlagen Sie die oben vorgeschlagene Formel vor und verlangen Sie ihre möglichst ernsthafte Erfüllung; sie sollte nicht vernunftmäßig akzeptiert werden. Und unterstützen Sie solch einen Menschen mit Ihrer Autorität als Hirte der Kirche in seinem kirchlichen Leben.
Für alle, die aus dem Okkultismus kommen, sind diese Frage und Antwort notwendig, da sie organische Teile des alltäglichen Okkultismus betreffen. Sie dienen auch als spirituelle Prophylaxe, denn die ersten Befürchtungen und Gedanken in der Postrehabilitationsperiode gehören eben zu diesem Bereich.
* * *
Da die im weiteren Teil dieses Artikels erwähnten Themen für die Quintessenz des modernen Okkultismus aktuell sind, halten wir folgende Einleitung für notwendig.
Die Orthodox-Katholische Kirche, die durch die Göttliche Offenbarung die Geheimnisse der Schöpfung kennt, hat durch ihren katholischen Verstand die Lehre Roerichs, die Theosophie Blavatskys und alles, was damit verbunden ist, als besonders blasphemische Lehre entlarvt, die lediglich den Verderb der menschlichen Seele erzielt. Das Geweihte Bischofskonzil der Russischen Orthodoxen Kirche, das sich im Jahre 1994 in der Stadt Moskau versammelt hat, hat folgendes bestimmt: die Menschen, die sich zu diesen Lehren bekennen, dienen, ob sie das verstehen oder nicht, dem Bösen und nicht nur verderben sie ihre Seelen, sondern sie sind auch eine Verführung für die Welt, und auf sie beziehen sich die Worte Christi: „ Es ist unmöglich, dass nicht Ärgernisse kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen!“ (Lk 17,1). Das Geweihte Konzil hat beschlossen, dass sich die Nachfolger von dieser seelenverderbenden Häresie und von allem, was damit verbunden ist, von dem heilsamen Obdach der Orthodoxen Kirche und ihren Gebeten abgestoßen haben und sich nicht mehr orthodoxe Christen nennen können – solange, bis sie Buße tun.
20. Frage. Bist du im vollen Einverständnis mit der apostolischen Kirche? Entsagst du der Lehre Roerichs, der Theosophie Blavatskys, der Lehre der sogenannten „Mahatmas“ und anderer, die die Lehre eines „Neuen Zeitalters“ bzw. des „ Wassermannzeitalter s “ predigen?
Antwort. Mit meiner Seele und meiner Vernunft bekenne ich mich zum vollen Einverständnis mit der apostolischen Kirche an. Entschlossen werfe ich diese geisttötenden Lehren von mir ab. Ich anathematisiere sie, wie es auch die Orthodoxe Katholische Kirche tut.
In der Rehabilitationspraxis ist manchmal eine Druckausübung erforderlich – um der Seele zu helfen, sich von den dämonischen Kräften, die sie belasten, los zu reißen. Also ist die erste Frage, „ob du im vollen Einverständnis “ bist eben diese diplomatische Druckausübung. Bist du „ im vollen Einverständnis “, dann gibt es außer der Entsagung keine Chance, und es ist besser, alles Nachfolgende entschlossen zu vollenden.
Bemerkenswert ist, dass in diesem Augenblick der Adept des Okkultismus, der von den Ideen der Theosophie, Roerichs u.a. durchtränkt ist, seine Hierarchie ja „verrät“, - die Hierarchie, die ihm mehrmals die absolute Realität ihrer Präsenz demonstrierte – so eben wie beim Apostel: „… zu den stummen Götzenbildern hingeführt wurdet, wie ihr irgend geleitet wurdet“ (1 Kor 12,2).
Bei diesen Fragen sind die möglichst genauesten Anweisungen, wovon und von wem die Rede ist, absolut notwendig. Ebenfalls ist es erforderlich, gegenüber dem Geschehenden sehr aufmerksam zu sein – für Manche ist das der Wendepunkt des wirklichen Armageddon …
21. Frage. Erkennst du mit der Kirche an, die durch den apostolischen Geist dieses Böse erkannt hat, dass all das, was diese geisttötenden Lehre eine “himmlische Hierarchie“ nennen, z.B. „Mahatmas“, „die Himalaya-Bruderschaft“, „die weiße Bruderschaft“, „die Meister der Wahrheit“, „die Lehrer“ und viele andere, von denen in theosophischen und roerich‘schen Schreiben, sowie auch in den falschen Offenbarungen des „ Wassermannzeitalters“ erzählt wird, die irreführenden Bezeichnungen sind, hinter denen „die bösen Geister unter dem Himmel“ stehen, die mit dem menschlichen Geschlecht unablässig kriegen, und dieses Böse selbst verbergen?
Antwort. Ich erkenne dieses Wort der apostolischen Kirche als reine Wahrheit an. Alles und alle, was hier aufgelistet ist, so wie die „Mahatmas“, „die weiße Bruderschaft“ und anderes, erkenne ich als die dämonischen teuflischen Heerscharen an, die für den Untergang der menschlichen Seelen kriegen.
Wir führen hier ein konkretes Beispiel aus unserer Praxis an. Ein junges Mädchen war in die Lehre Roerichs zutiefst vertieft. Es mussten viele Kräfte aufgebracht werden – sowohl ihre als auch die von ihren Freunden und Verwandten, um sie zur Erkenntnis der ganzen Seelentödlichkeit ihrer Irrtümer zu bringen. Dieser Vorgang dauerte seine Zeit, aber durch die Gnade Gottes verlief das Ganze in Richtung der Aufnahmeordnung. Schließlich hat sie alles erkannt und aufrichtig abgeworfen. Sie wurde in die Kirche durch Myronsalbung aufgenommen und so zum Mitglied der Kirche geworden. Doch nach einigen Monaten wurden wir von einem von ihr zufällig gesagten Satz geschockt, aus dem es folgte: die Theosophen und alle Okkultisten mitsamt Roerichs sind zweifellos das Böse, aber die Mahatmas seien ja GUT! Tatsächlich, sie war ja von niemanden und nirgendwo gefragt worden, wer sie sind! Diese Frage gibt es in keiner Ordnung. Dieser Fall hat uns stark „diszipliniert“.
Inzwischen sind wir überzeugt, wie wichtig die Vorgehensweise ist, die in den hier vorgeschlagenen Fragen 20, 21 und 22 aufgeführt ist. Das ist eine Art Kulminationspunkt.
22. Frage. Entsagst du dieser satanistischen Hierarchie, diesen „Tiefen des Satans“, wie der Apostel Johannes der Theologe sie genannt hatte? Anathematisierst du gemeinsam mit der katholischen ökumenischen Apostolischen Kirche dieses ganze Böse und alles, was damit zusammenhängt?
Antwort. Ich entsage unverbrüchlich. Ich anathematisiere mit der Orthodox-Katholischen Kirche alle diese Kräfte des Bösen unter dem Himmel.
Wir halten diese Wiederholungen für notwendig, und zwar in unterschiedlichen Varianten, so wie folgt.
23. Frage. Entsagst du der Irrlehre über die Vielheit spiritueller Hierarchien, trotz der festen Lehre der Kirche, die von den Vätern, den Aposteln und dem Heiland selbst übernommen ist und von zwei [Hierarchien spricht]: die göttliche Hierarchie, die in den Werken des Hl. Dionysios dargelegt ist, und die Hierarchie der Geister des Bösen, von denen die patristischen Schreiben ausführlich berichten?
Antwort. Ich entsage dieser Lüge und nehme die Lehre der apostolischen Orthodoxen Kirche an.
Im okkulten Weltbild, das im Bewusstsein ihrer Leiter die Grenzen zwischen Gut und Böse radikal verschiebt, gelten mehrere Postulate, welchen am Beispiel der Einstellung zur schwarzen und weißen Magie betrachtet werden können. Für viele herumirrende Köpfe ist bezüglich der schwarzen Magie quasi alles verständlich – sie sei schlecht, und die weiße [Magie] ihr (der schwarzen) zu widerstehen scheint. Die Offenbarungen des Okkultismus behaupten, dass zwischen den Kräften, die diese magischen Pantheone vertreten, ein ständiger unversöhnlicher Kampf laufe, dem eine lebensbejahende, sogar erzieherirische Bedeutung verleiht wird. Dieser Kampf macht eben den Hauptinhalt des moderne Fantasy-Genres (so wie z.B. Harry Potter oder der „Herr der Ringe“) aus. Aber die tiefliegende Grundlage dieser moderne Phantasien in ihrer Quintessenz ist in der bereits erwähnten theosophisch- roerich‘schen Lehre zu finden, und in erster Linie in den Büchern der „Lebendigen Ethik“.
Es ist natürlich zu vermuten, dass in solcher unversöhnlich „dualen“ Welt lediglich zwei entgegenkämpfende Seiten existieren, die nur durch zwei Hierarchien vertreten sind. Aber so sei es nicht. Die unterschiedliche Theorien „erweitern das Universum“, was in ihrer Darstellung multihierarchisch wird. Mit anderen Worten, es öffne sich zwischen den „Vertretern“ der schwarzen und der weißen Magie noch ein „neutrales“ Leben.
Diese Lüge hat viele Bestandteile, und es ist schwer, einem Menschen, der in den Okkultismus nicht versenkt ist, ihre tief justierte lügnerische Strategie nahe zu bringen. Das gelingt aber, wenn wir aber eine streng christliche Position einnehmen. Bereits in diesem Leben gibt es zwischen Kirche und Hölle nur den selbstbestimmten Menschen, der mit einem freien Willen ausgestattet und dem das Recht der Wahl gegeben ist. Zwischen Christus und Antichristus gibt es keinen „Versöhner“. „ Wer nicht mit mir ist, ist wider mich“[28], sagt Christus. Ist das Bild Christi aber verwaschen und verzerrt (wie es im Okkultismus der Fall ist), dann kommen wir wieder zum falschen Verständnis des Monotheismus zurück, und damit stellt sich die gesamte Struktur der spirituellen Welt als eklektische Veranstaltung dar. Eins stammt aus dem anderen. Genau so, nur im umgekehrten Verlauf, bildet sich die Weltanschauung des Menschen. und eben so „formt“ sie der Okkultismus. Im Ergebnis klammert sich der Betroffene, der schließlich zur Kirche und zu Christus findet, an alle diese zahlreichen „Listen“, die sich in seinem Bewusstsein abgelagert haben, er stolpert über sie. Es ist erforderlich, sein ganzes Weltbild zu ändern. Eben deshalb wird hier diese Frage aufgeworfen und eine Antwort darauf vorgeschlagen.
24. Frage. Tust du Buße für deine geisttötenden Irrtümer, die die Menschen in Verführung gebracht haben, und versprichst du, nie mehr zu ihnen zurück zu kehren?
Antwort. Mit großem Weinen tue ich Buße. Ich verspreche, diese gottwidrigen Schreiben nie mehr zu lesen und diese Lehren nie mehr zu hören.
Im Prinzip könnte diese allgemeine Buße bei Notwendigkeit durch die Formel der Entsagung des Satans ergänzt werden, die in der kurzen Anleitung „Wie die Entsagung bei den Menschen, die vom Okkultismus kommen, anzunehmen ist“ (s. Anlagen) dargestellt ist. Diese Formel ist den Formeln ähnlich, die bei der Taufe gesprochen werden.
25. Frage. Anathematisierst du ebenso die satanischen Versammlungen, wie „Scientology“ und andere, und entsagst du all ihren teuflischen Lehren?
Antwort. Ich anathematisiere sie und entsage ihnen.
Die hiermit vorgeschlagene Form dieser Frage kann inhaltlich korrigiert werden. Sicherlich, wenn jemand mit der „Scientology-Kirche“ zu tun hatte, dann ist diese Frage angebracht. Aber hier kann auch jede andere konkrete Sekte oder okkulte Organisation genannt werden, in der der Fehlgegangene gewesen ist.
Was die Sekte der Scientologen selbst betrifft, ist sie ein okkulter Kult, der aber seine eigene, abgesonderte Doktrin hat. Ist der Betroffene einst ernsthaft in dieser Sekte gewesen, ist eine strenge, ausführliche Analyse der dort vorliegenden Irrtümer und danach die Beantwortung bestimmter Fragen nach dem hier dargelegten System erforderlich. Das ist allerdings noch nicht gemacht, und das gesamte Spektrum der hier umfassten Fragen bezieht sich im allgemeinen auch auf die Scientology-Adepten. Zumindest entsprechen sie dem Weg der „Evolution“ ihres Bewusstseins, der sie schließlich in diese deutlich satanische Organisation geführt hat. Deshalb ist für einen Menschen, der sich von dieser Sekte zur Kirche bekehrt, die hier vorgeschlagene Entsagung mitsamt aller [anderen] hier angeführten Entsagungen eventuell akzeptabel, und zwar mit der nachfolgenden Ordnung der Aufnahme nach der zweiten Form. Dieselbe Vorgehensweise ist auch auf viele andere okkulte Strukturen anwendbar.
Sicherlich ist es in schwierigen Situationen besser, die doktrinären Besonderheiten des Kultes, in dem der Büßende lange und ernsthaft steckte, ausführlicher zu kennen. Dabei raten wir aber, im Kopf zu behalten, dass in manchen Fällen, wenn der Mensch wirklich aufrichtig zur Kirche kommt, es möglich ist, auf eine ausführliche Analyse der Einzelheiten des Kultes zu verzichten – ähnlich dem Beispiel, dass auch bei der Beichte eine penible Analyse einer sogar ernsthaften Sünde nicht immer notwendig ist.
26. Frage. Wie nach der Predigt des Heiligen Apostels im heidnischen Athen, als diejenigen, die sich zum christlichen Glauben bekehrten, ihre magischen Bücher zusammentrugen und verbrannten, siehst du die Notwendigkeit ein, die Bücher und andere Materialien all dieser geisttötenden und häretischen Lehren loszuwerden?
Antwort. Ich sehe es ein, und ich verspreche, sie unverzüglich loszuwerden.
Es versteht sich, dass hier von einer bestimmten Regel die Rede ist: das unverzügliche Loswerden der entsprechenden Literatur ist völlig notwendig. Aber auch hier gibt es Probleme, die sowohl mit dem Umfang der okkulten Literatur als auch mit der Desorientierung des Betroffenen, der gerade eben erst zur Kirche gefunden hat, verbunden sind.
Aus der Praxis ist bekannt: der Betroffene ist die schwarze Magie losgeworden, aber die „weiße“ verblieb; Roerich wurde ausgemerzt, aber Lasarew oder Sinelnikow verschont; die „Meister der Weisheit“ wurden verworfen, aber Buddhismus und Bhagavadgita bleiben immer noch im Haus, „um ihre Philosophie zu studieren“. Plus „Kräutermedizin“ (mit astrologischen Empfehlungen) „holotrope“ Atemgymnastik und Feng Shui – zur Harmonisierung des spirituellen Raums. Oder: „Ich habe bei einem bekannten Wissarionisten das „Letzte Testament“[29] geliehen, und es ist eine Ehrensache, es zurückzugeben“, - und so bleibt der Satan diese ganze Zeit in seinem Haus. Es gibt viele Varianten, und hier bedarf es der vernünftigen Hilfe der Kirche.
27. Frage. Verstehst du die Worte des Apostels: Darum gehet aus ihrer Mitte aus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret Unreines nicht an, und ich werde euch aufnehmen (2 Kor 6,17)? Versprichst du, alle geisttötenden Kontakte mit jenen, mit denen du Christus abtrünnig gewesen bist, und die nach wie vor in ihrem Irrtum verharren, abzubrechen?
Antwort. Ich verspreche es und werde es unverzüglich tun.
Das ist das Gebiet, wo der Feind unseres Heils in den nicht gestärkten Seelen die ausgefeiltesten Rechtfertigungen aufbaut. Die Bemühungen um ihre praktische Realisierung hält die Betroffenen ständig in der Nähe des Feindes, der diese Zeit zu ihrer Zerstörung nutzt. Aus der Erfahrung sind viele Leidende bekannt, die es doch nicht geschafft haben, spirituell (und psychisch) gesund zu werden, und zwar lediglich aus dem Grund, dass sie die Beziehungen mit denen, die in der Irre geblieben sind, nicht entschlossen abbrachen, - meist um „ihnen, den Fehlgegangenen, zu helfen“. So ergibt es sich nach dem Evangelium – „ ein Blinder leitet einen Blinden“[30].
Sicherlich verspüren einige, die aus der okkulten Hölle ausgebrochen sind, eine gewisse Verantwortung denjenigen gegenüber, die sich noch im Niedergang befinden - aber dies kann nicht allein und spontan, sondern nur besonnen, gemeinsam mit der Kirche und erst nach Erlangung einer eigenen spirituellen Stabilität geschehen. Für die meisten, die sich zur Kirche bekehren, ist der sicherste Weg zur Gesundung die absolute Loslösung von allem, was mit dem Dienst an den Dämonen des Okkultismus zusammenhängt.
28. Frage. Weißt du, dass die heilige Kirche die Überlieferungen der Apostel und der Väter der Ökumenischen Konzile aufbewahrt, die uns die Göttliche Weisheit überlieferten, welche uns Gott selbst durch die Apostel gegeben hatte? So sagen uns die das Wort Gottes predigenden Apostel: „Derjenige, der mit Häretikern auch nur gebetet hat, soll einen Bann für die Kommunion bekommen“ (Regel 45). Versprichst du, niemals gemeinsam an Gebeten mit wem auch immer außer den Gleichgläubigen der Orthodox-Katholischen Kirche teilzunehmen?
Antwort. Das verstehe und verspreche ich.
Diese Frage, mit der dieser Zyklus endet, bringt uns zum eigentlichen Anfang zurück: zu den Fragen nach der „Alleinigkeit“ Gottes, der Kirche und des Glaubens. Die oben analysierten falschen Überzeugungen stellen nämlich eine Voraussetzung der unbeschränkten Freiheit der Gebetsgemeinschaft, die an den „alleinigen Gott“ gerichtet ist, dar. Dabei nutzt der Feind unseres Heils das Gebet als das meist geisttötende Instrument aus.
Wir werden hier nicht über die Probleme des Ökumenismus im Allgemeinen sprechen – sie werden von der orthodoxen Öffentlichkeit und den Theologen genügend breit diskutiert. Streng gesagt, stellt die Gebetsgemeinschaft der Vertreter verschiedener religiöser Richtungen noch kein „Ökumenismus“ dar, und dieser Begriff bedeutet nicht unbedingt die spirituelle Beliebigkeit des Ökumenismus. Doch bezeichnet Ökumenismus (gr. οἰκουμένη, die bewohnte Welt) die „Ideologie der all-christlichen Einheit“; und diese Ideologie bzw. das, womit sie im menschlichen Bewusstsein assoziiert ist, ist es eben, woran der Okkultismus besonders schmarotzt (und nicht nur er allein). Dabei strebt das okkulte Paradigma danach, die christliche Einheit, welche das einzig richtige Verständnis der menschlichen Einheit ist, durch sich selbst zu ersetzen.
So nehmen wir diesen Begriff als einen, der für das zu behandelnde Thema bequem ist, an, merken dabei aber an, dass der okkulte Ökumenismus im direkten Sinne „keine Grenzen hat“. Zum Beispiel würden es nicht alle radikalen Neoprotestanten wagen, mit einem offensichtlichen Anhänger des Okkultismus gemeinsam zu beten; auch Zeugen Jehovas , Anhänger der Moon-Sekte und viele Andere, die „ihre Reihen geschlossen bewahren“, würden dies nicht tun. Was aber die Anhänger des Okkultismus betrifft, können diese dank ihrer universellen Doktrin zusammen mit allen anderen beten. In welche okkulte Gemeinschaft ein Betroffener auch immer gerät, es wird ihm nicht gelingen, das gemeinsame Gebet zu vermeiden, zumindest in Form der „Einigung“, „Verschmelzung“ oder auch des gegenseitigen An-den-Händen-Haltens. Das ist eben der Weg, auf dem viele Menschen überzeugte Mitglieder verschiedenster Sekten geworden sind, auch wenn dazu keine besonderen Vorbedingungen bestanden hatten.
Im normalen Zustand ist der Mensch gewissermaßen spirituell und psychisch ausgeglichen und stabil. Das Gebet öffnet den Menschen – zum Himmel hin, wenn es richtig und an den wahren Gott gerichtet ist- oder aber zu einer Umgebung der Geister, wenn das Gebet in die Irre geht und nicht an Gott, sondern an etwas, was eine Fantasie des Betenden oder ans Objekt eines lügnerischen Ratschlages richtet. Die umgebende spirituelle Welt eines sich irrenden Menschen ist eben die Quelle seiner „bewussten“ Irrnisse. Wir können uns nur vorstellen, welches spirituelle Konglomerat sich bildet, wenn sich die Vertreter vieler okkulter Bewegungen im „Gebet verschmelzen“, damit die Dämonen sie leicht fangen können.
Zum Beispiel, schlägt die roerich‘sche „Lebendige Ethik“ (aus den Munden der „Mahatmas“!) ihren Jüngern vor, das Jesusgebet zu sprechen. Warum, haben wir bereits erklärt: im Rahmen dieser Lehre wird Jesus als „einer der Lehrer“ bezeichnet, wie sie auch im Himalaya oder anderswo aufgetreten seien. Es ist besser, diesen „Christus“ nicht anzurufen. Sogar das wahre Jesusgebetbedarf, laut der Lehre der orthodoxen Asketen, besonderer Vorsicht, ganz zu schweigen von den geisttötenden Folgen eines solchen durch die beschriebenen Irrlehren propagierten Gebets.
Das Problem aller ungesunden Tendenzen der Ökumene besteht nicht in der Verletzung irgendwelcher menschlicher Satzungen, sondern in den Realien der spirituellen Welt. Da die Kirche dies weiß, hat sie gegen die geisttötende Gemeinschaft mit Menschen, die das nicht verstehen, ein Verbot erlassen. Dieses Verbot verursacht viele Erscheinungen, darunter die bereits erwähnte „humanistische Rebellion“ oder auch die menschenrechtschützende Vorgehensweise bezüglich der spirituellen Fragen. Der Verzicht auf das gemeinsame Gebet mit dem dir gleichen „Bruder in Christo“ bzw. „dem Kind des alleinigen Gottes“ sei das Apogäum der Ungleichheit und der Diskriminierung. Für das liberale Bewusstsein ist das genauso inakzeptabel wie die Behauptung, dass es für einen Menschen, der den Sohn Gottes abgelehnt oder nicht akzeptiert, nicht möglich sei, sich aufrichtig zum Monotheismus zu bekennen, und noch weniger, auf ewig Kind des Höchsten, des All-Mächtigen, des wahren Alleinigen Gottes zu sein, wovon Frage Nr. 2 „nach einem alleinigen Gott“ handelt.
* * *
Die nächste Reihe der Fragen und der Antworten ist mit Problemen verbunden, die nicht nur außerhalb der Kirche, sondern innerhalb von ihr existieren. Im Kontext des Obigen können sie „Kontrollfragen“ genannt werden.
Vielmal in unserer Praxis sind wir einer äußerst morbiden Situation begegnet: wenn sich ein, sich im Okkultismus völlig wälzender, Mensch für einen besonders eifrigen Orthodoxen hält (obwohl er sich an uns gewendet hat, um spirituelle Hilfe zu erhalten). Vom Gespräch mit ihm wird es klar, dass er das Kind „aller Starzen“ sei, und die „offizielle“ Kirche unter ginge und dringend gerettet werden müsse. Bei der liebevollsten Aufklärung, dass es noch notwendig ist, sich mit dieser Kirche „zu vereinigen“ und ihr Mitglied zu werden, kann er mit der Frage so wie „welchen Ausweis hast du denn?“[31] antworten. Wird derartiger Dialog weitergeführt, kommen demzufolge unbedingt Vorwürfe auf „Aber eurer Patriarch… aber eure Bischöfe…“.
Dieses rebellierende Kind ist kaum am Leben, hat aber nirgendwo hin zu gehen – für es gibt es keine rettende Kirche.
Es gibt auch andere Gründe. So ist das beispielsweise auch ein sehr schmerzhaftes Thema für diejenigen, die aus der „Kirche“ Bereslawskijs oder von den Okkultisten in Talaren (das Prois-Zentrum) der „wahrhaft orthodoxen Kirche“, die angeblich eine Katakombenkirche ist, kommen.
Hier tränkt die pseudohistorische Lästerung das Bewusstsein dermaßen durch, dass es diesen Menschen sogar mit der Zeit sehr schwer fällt, sich zu ändern.
Die nachstehend Fragen und Antworten lassen wir ohne Kommentare, sie sprechen für sich selbst.
1. Frage: Glaubst du, dass diese Kirche, in der du hier stehst – die Russische Orthodoxe Kirche unter der Obhut Seiner Heiligkeit Kyrill dem Patriarchen von ganz Russland –die Kirche ist, die Apostolisch und Orthodox-Katholisch ist?
Antwort: Das glaube ich.
2. Frage: Teilst du nicht den teuflischen Irrtum, dass die rettende Kirche, die im letzten Jahrhundert die Verfolgungen ihrer Gegner überlebt und sich durch den Chor der Neomärtyrer angereichert hat, die rettende Gnade des Heiligen Geistes, die am Pfingsten auf die Apostel niedergestiegen hatte, verloren habe?
Antwort: Ich teile ihn nicht. Ich glaube, dass die rettende Kirche, in der ich stehe, die ist, von der das Göttliche Wort sagt: „ und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18).
3. Frage: Entsagst du auch denjenigen, die das Gegenteil davon behaupten, so wie die Schismatiker und Spalter, von denen der Apostel sprach: (Röm 16,17): „ Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr achthabet auf die, welche Zwiespalt und Ärgernis anrichten, entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und wendet euch von ihnen ab“.
Antwort: Ich entsage solchen und verspreche, mit solchen nicht zu kommunizieren.
* * *
(…)
Es gibt noch ein ernsthaftes kirchliches Problem, das aus der Rehabilitationserfahrung des OZS wohl bekannt ist. Es geht um die Praxis der sogenannten „Exorzismen“ – dabei sind nämlich massenhafte „Exorzismen“ gemeint. Da diese Praxis von der kirchlichen Leitung gesegnet wird, werden wir unsere Einstellung zu diesem Bereich im Allgemeinen nicht ausdrücken. Wir weisen lediglich darauf hin, dass in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die Betroffenen zur Zielgruppe des Zentrums für Seelsorge gehören, sind also Menschen, in deren Schicksälen es eine geisttötende Begegnung mit dem Okkultismus in seinen vielseitigen Formen gab. Da „Exorzismen“ aber auch eine Form des kirchlichen Gottesdienstes sind, [erhebt sich die Frage], wie ein Mensch, der von der Orthodoxie abgefallen und mit der Kirche kanonisch nicht vereinigt ist, daran teilnehmen kann? Es gibt Hunderte solcher Fälle. Deshalb würde, wenn die in diesem Werk dargelegte Praxis der Fragen und Antworten nach der Form der katechetischen Gespräche vor der eigentlichen „Ordnung des Exorzismus“ eingeführt wird, dies den Menschen, die in den „Exorzismen“ einen Ausweg aus ihren schweren Leiden suchen (der aber nicht immer richtig ist), einen unschätzbaren Nutzen bringen…
Fazit
Für den Fall, wenn die kirchliche Leitung, vertreten beispielsweise durch einen theologischen Ausschuss, die Arbeit zur Entwicklung und Regelung der Praxis der Aufnahmeordnungen weiterführen würde, gibt es heute bereits eine umfangreiche Erfahrung, um ganz bestimmte Richtlinien über die eindeutige Anwendung der Aufnahmeordnung der zweiten Form in Bezug auf konkrete Sekten und okkulte Bewegungen zu erarbeiten – nämlich so, wie es in der Geschichte der kirchengesetzgebenden Tätigkeit schon immer gemacht wurde. Heute hat sich das Bild okkult-sektiererischer Aktivitäten mitsamt der Hauptfiguren, die sich damit beschäftigen, geklärt; es ist analysierbar und differenzierbar, und es ist möglich, es theologisch und kanonisch zu begründen. Dabei ist es möglich, die gefährlichsten und nachhaltigsten Kulte zu klassifizieren und kanonisch zu bewerten, um damit eine Richtlinie in Bezug auf die sich neu öffnenden sektiererischen Formationen auszuarbeiten.
So wird es beispielsweise möglich, durch das Prisma einer erarbeiteten kanonischen Einstellung zur Reiki-Sekte auch über die SHY-Sekte („Universal Energy“) und andere Sekten dieses Typs zu urteilen. Die Erarbeitung einer Vorgehensweise zur Sekte von Wissarion würde auch die Vorgehensweise gegenüber Grabowoj und teilweise auch Moon u.ä. bestimmen. Am Beispiel der „Transzendentalen Meditation“ (Maharishi) ist es möglich, eine Einstellung zu einer ganzen Reihe von Kulten der yogischen Richtung zu erarbeiten. Die alleinstehende Scientology-Sekte kann hinsichtlich der Ordnung der Aufnahme ihrer Adepten auch genau klassifiziert werden. Wohl ist es auch möglich, durch entsprechende Methoden den Neoprotestantismus mit seinem „Charisma“ vom konservativ-traditionellen Protestantismus abzugrenzen. In der ganzen Vielfalt der modernen Kulte hat sich eine fast „klassische“ Verteilung der Rollen – der Bereiche der Aktivitäten zum Auffangen von Seelen – gebildet.
Auf diese Weise ist es auch möglich, die obligatorische Anwendung der dritten Form der Aufnahmeordnung (diese durch Buße) festzulegen.
Dabei ist es nicht weniger wichtig, eine Strategie bezüglich der Taufe der Menschen, die von den erwähnten Kulten herkommen, auszuarbeiten. Zumindest ist es notwendig, die Katechese mit entsprechenden Fragen einzuführen (so etwa wie die von uns in diesem Werk vorgeschlagenen).
Die Säkularisierung und der Verlust des spirituellen Urteilsvermögens betrifft auch die kirchliche Gesellschaft – nicht nur Laien, sondern auch den Klerus. Damit sind solche Richtlinien völlig notwendig. Zumindest mit den bereits aufgelisteten Kulten kann die Orthodoxie noch lange nicht einfach im Frieden koexistieren, sondern muss im Kampf um die menschlichen Seelen hart „konkurrieren“ – eventuell bis hin zur Zweiten Ankunft…
Über das Problem des Satanismus
Während die obigen Fragen und Antworten als Vorbereitung zu den nachfolgenden sakralen Handlungen vorgeschlagen werden, könnten die nachstehenden Befragungen ( in Ermangelung einer Alternative ), vom Beichtvater in jeder Form, einschließlich während der Beichte benutzt werden.
Sie richten sich an Menschen, die aus dem Satanismus herkommen. Bedauerlicherweise gibt es bereits viele solche, und es werden immer mehr, auch wenn nur wenige davon in die Kirche finden.
Der Satanismus hat in zahlreichen Spielarten die Jugendkultur wie Metastasen durchdrungen. Heute wird viel über sogenannte „Subkulturen“ gesprochen und geschrieben, und in vielen davon kann zweifellos ein halb-verdeckter, manchmal auch ganz offener Satanismus erkannt werden. Auch wenn dessen Postulate nicht offen bekannt werden, bilden sie zumindest ein System ethischer und weltanschaulicher Prinzipien, das die meisten Angehörigen dieser „Kulturen“ – oder, richtiger gesagt, „Kontrakulturen“ – akzeptieren. Ein besonderes Problem besteht aber darin, dass sich unter Jugendlichen nicht nur „kulturell-ideologische“ Formen des Satanismus verbreiten, sondern auch der durchaus konkrete Satanismus mit entsprechenden okkulten Praktiken und Riten, massenhaft wie nie zuvor.
Die nachstehenden Fragen und Antworten betreffen eben diese Form des Satanismus und werden empfohlen, um Menschen unter die Kirchenobhut nehmen zu können, bei denen es gelungen ist, sie aus dieser wirklichen Hölle herauszureißen.
Zwar schaffen es nur sehr Wenige, aus der Szene des ernsthaften Satanismus in die Kirche zu kommen – aber es gibt sie. Meist handelt es sich um Hilfe für solche junge Menschen (die übrigens zur jüngsten Altersgruppe gehören), die an den satanistischen Riten indirekt, einmalig oder zufällig teilgenommen haben. Solche Fälle - wo die Betroffenen einfach „mitgemacht haben“ - gibt es viele. Der weitere Weg solcher Seelen (geschweige deren, die ernsthaft dem Satanismus angehangen haben) ist ein Weg schwerer Bedrängnisse. Mit solchen Betroffenen sind alle Abteilungen der Jugendpsychiatrie in Moskau übergefüllt.
Es ist aber schwer zu sagen, wie die Vertreter solch weit verbreiteter Jugendkulte wie „ Gothics“ und „Emokids“ zu behandeln sind. In ihrer absoluten Mehrheit stellen sie eben Formen des Satanismus dar. Die Emo-Bewegung ist Satanismus für Kinder, der bereits heute seine Ernte in Form von Einzel- und Gruppensuiziden einfährt. Auch die „Gothics“ sind, im Grunde genommen, ein „Selbstmörderkult“. Hier bedarf es der Teilnahme von Spezialisten. Auch wenn wir in der Arbeit mit solchen Menschen große Erfahrungen gesammelt haben, müssen wir gestehen, dass es je weiter, desto schwieriger ist, sie einigermaßen in Ordnung zu bringen. Das Problem ist zu umfangreich und das menschliche Potential, das berufen ist derartiger Zerstörung zu widerstehen, ist voll ausgeschöpft. Die Welt ist eben so geworden, und die Betroffenen sind Kinder dieser Welt.
Wenn aber positive Ergebnisse der Integration eines Menschen, der aus dem Satanismus gekommen ist, ins kirchliche Leben, vorliegen, dann würden wir empfehlen (nach Möglichkeit), zuerst die Entsagungsordnung durchzuführen, um den Einfluss dämonischer Kräfte auf diese Seele zu minimieren_ und die Wiederaufnahmeordnung erst viel später, wobei es dem Leidenden in der Zwischenzeit Seelsorge angeboten wird.
Wir betonen, dass der Satanismus immer ein Teil des Okkultismus ist und umgekehrt, deshalb beziehen sich fast alle obigen Fragen für diejenigen, die vom Okkultismus herkommen, auch auf diejenigen, die im Satanismus gewesen sind.
Als Auskunft weisen wir darauf hin, dass es auf dem Gebiet des Satanismus zwei Richtungen gibt: der Luziferianismus und der eigentlichen Satanismus. Es ist wichtig, dass Forscher und Hirten, die diesen Bereich angefasst haben, diese Unterschiede berücksichtigen. Der Luziferianismus ist eine Lehre, die unverhohlen postuliert, dass Gott und der Gottkämpfer gleicht seien, was in Doktrinen des Okkultismus verschleiert wird. Der Satanismus im Raum der GUS-Länder ist meist durch praktizierende Gruppen, die oft kriminell sind, vertreten. Der Luziferianismus kann als elitärer Satanismus bzw. seine „verfeinerte“ Ideologie bezeichnet werden. Heute kommen beide in zahlreichen Varianten vor.
Die Fragen und Antworten zur Entsagung des Satanismus
F. Entsagst du dem Satan und seiner ganzen List?
A. Mit Tränen und der einzigen Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes, meines Schöpfers und Heilandes, entsage ich dem Satan und seiner ganzen List und Fangen.
F. Entsagst du der ganzen Lästerung der satanischen Lehre über Christus und seine Heiligen und seine Kirche?
A. Ich bereue sie mit großer Furcht.
F. Leugnest du auch die Möglichkeit, dass die satanischen Lehren bzw. ihre Aufsätze irgendwelche Wahrheiten enthalten?
A. Ich leugne auch diese Möglichkeit, da der Satan in der Heiligen Schrift der Vater der Lüge genannt wird.
F. Entsagst du der satanischen Lehre darüber, dass der Mensch ein Tier sei, und nicht das Bild und das Gleichnis Gottes, von Gott über alle Geschöpfe erhoben, wie die Heilige Schrift besagt?
A. Ich entsage und gebe dem Wort Gottes Gehör.
F. Entsagst du den Verfluchungen der satanischen Lehre über die Demütigen und Gerechten und dem Lob, die diese Lehre den Hurern, Besessenen und denjenigen, die alle Greuel vor Gott tun, erteilt?
A. Ich entsage.
F. Entsagst du der teuflischen Rache an Feinde und Beleidiger, zu denen der Satan ruft, und der Lästerung über die evangelische Predigt der Vergebung, die von der satanischen Lehre ausgewürgt wird?
A. Ich entsage.
F. Entsagst du der sündhaften All-Erlaubtheit, zu der die satanische Lehre aufruft, und der von ihr ausgespienen Lästerungen über die christliche Demut und Besonnenheit?
A. Ich entsage.
F. Entsagst du der angeblich den Satanisten geschenkten „Gnade“ des Satans und der Vergebung aller gottwidrigen Übertretungen? Siehst du ein, dass nur Gott die Macht hat, zu schenken und zu vergeben?
A. Ich entsage, verstehe und erkenne nur die Macht Gottes über seine Schöpfung an.
F. Entsagst du allen Schwüren an den Satan und seinen Zusammenrottungen? Bereust du alle eidlichen Blutabzapfungen?
A. Ich entsage mit meiner ganzen Seele und Vernunft.
F. Entsagst du den Opferungen an den Satan?
A. Ich entsage und bereue das mit der Furcht Gottes.
F. Bereust du es, in den satanischen Zusammenrottungen Tieren und anderen Geschöpfe Gottes Leid zugefügt zu haben?
A. Ichentsage mit Tränen und Zerknirschung des Herzens.
F. Bistdu bereit, durch dein christliches Leben die Buße für Menschen, die in satanischen Zusammenrottungen gequält werden, zu tun?
A. Mit Schaudern bereue ich das und bete zu meinem Gott und Heiland, dem Herrn Jesus Christus, mir die Vergebung und die Kräfte für das christliche Leben zu schenken.
Ein erfahrener Beichtvater wird eine Möglichkeit finden, in Anlehnung an die vorgeschlagenen Fragen und Antworten einen Dialog zu bilden und ihn zu erweitern.
Sicherlich richtet sich dieses Werk in erster Linie an Hirten und Missionare. Würde diese Arbeit jedoch durch die Vorsehung Gottes in die Hände der Betroffenen geraten, deren Heilung es erzielt, würde es für sie möglich, nicht nur ihre Beziehungen mit der Kirche Christi klar zu sehen, sondern auch würden sie erfahren, wie sie weiter vorgehen können – also sich [über ihre Lage] Gedanken machen, eine Entscheidung treffen, ins nahegelegene orthodoxe Gotteshaus gehen (gerne mit diesem Aufsatz in der Hand) und dort, ohne auf Fragen zu warten, sagen: „Ich bin gekommen, um mich zum orthodoxen Glauben zu bekennen und den geisttötenden Irrtümern zu entsagen“ - und vom Hirten nicht wegtreten, bis er es so macht, wie es hier empfohlen ist…
Anlagen
FRAGEN UND ANTWORTEN ZUR VEREINIGUNG VON MENSCHEN, DIE VOM OKKULTISMUS HERKOMMEN, MIT DER ORTHODOXEN KIRCHE, ZUSAMMENGESTELLT NACH DER FORM DER KATECHETISCHEN GESPRÄCHE.
Ohne Kommentare (zur bequemen Nutzung für praktische Ziele)
1. Frage: Erkennst du an, dass nur der Orthodoxe Glaube allein die Offenbarung von Gott dem Heiland und Schöpfer über Sich Selbst ist; nicht aber die diesseitigen, menschlichen Afterphilosophien, die sich in anderen Glaubenslehren und -vorstellungen äußern?
Antwort: Das erkenne ich aus tiefstem Herzen an.
2. Frage: Entsagst du dem Irrtum über die Gleichwertigkeit aller Glaubenslehren, die von der ebenfalls unrichtigen Meinung von einem „alleinigen Gott“ stammt?
Antwort: Ich entsage. Ich erkenne an, dass, obwohl Gott der Schöpfer Eins ist, außerhalb der von Gott inspirierten Lehre der Orthodoxen Kirche unsere Meinungen über dieses Eins-Sein leicht blasphemisch und schädlich werden kann.
3. Frage: Entsagst du der Lästerung der falschen Lehrer, die behaupten, dass sowohl Buddha also auch Mohammed als auch Krishna, und auch viele andere angeblich Große, ein und derselbe wie Christus der Heiland seien?
Antwort: Ich entsage dieser Lästerung.
4. Frage. Erkennst du an, dass das, was die falschen Lehrer als das „kosmische“ oder „ewige“ Bewusstsein verkünden, und Gott der Allmächtige, der Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, den unser Heiland Jesus Christus Seinen Vater nannte und den die Orthodox- Katholische Kirche verherrlicht, nicht ein und dasselbe sind?
Antwort: Das erkenne ich an und werfe diesen verderblichen Irrtum ab.
5. Frage: Gibst du die irrige Meinung auf, die von den falschen Lehren verkündete „kosmische Energie“ sei der in der Trinität angebetete Heilige Geist?
Antwort: Ich gebe sie auf und erkenne sie als Lästerung der All-Heiligen Trinität.
6. Frage. Entsagst du auch der Meinung, dass Gott eine unpersönliche Kraft sei, die das Universum durchdringe und weder über Bewusstsein noch über freien Willen verfüge?
Antwort. Ich entsage.
7. Frage. Gibst du die gotteslästerliche Meinung auf, dass die heutige Menschheit angeblich in ein Zeitalter hineingekommen sei, das von arglistigen Astrologen „ Wassermannzeitalter“ genannt wird, und dass Menschen in diesem Zeitalter angeblich nicht mehr von Christus dem Heiland gerettet werden, sondern von Anderen, deren widerliche Namen bereits bekannt seien?
Antwort. Ich gebe diese gotteslästerliche Meinung auf.
8. Frage. Entsagst du dem Irrtum, dass es möglich sei, anders als über Jesus Christus nach dem Tod eines guten Daseins gewürdigt werden bzw. das Himmelreich zu erlangen, trotz Seines Wortes „ Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich“ (Joh 14,6)?
Antwort. Ich entsage diesem Irrtum.
9. Frage. Entsagst du dem verderblichen Irrtums, dass der Göttliche Name Christus nicht der Name unseres alleinigen Heilandes Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der „für uns gekreuzigt wurde unter Pontius Pilatus“ sei, sondern eine „Eigenschaft“ oder ein „Titel“, den einige angeblich „Große“ meistern könnten - wie es in den Irrlehren dieses Zeitalters arglistig behauptet wird, und dass der Mensch Jesus angeblich nur „zeitweilig“ Christus gewesen und heute schon nicht mehr Christus der Messias sei, der auf ewig zur Rechten des Vaters sitzt, sondern lediglich einer der vom Teufel ausgedachten „kosmischen Lehrer“?
Antwort. Ich werfe diese verderblichen Irrlehren von mir, die das Göttliche Wesen des Heilands der Welt verneinen und Christus den Gott lästern.
10. Frage. Schwörst du dem verderblichen Irrtum ab, dass Luzifer nach seinem Willen ein Mitbewirker des Guten und nicht das vollkommene Böse, Urheber des Falles der Menschheit und des Verderbens der menschlichen Seelen ist?
Antwort. Ich schwöre diesem verderblichen Irrtum ab.
11. Frage. Schwörst du der wahnsinnigen Meinung ab, dass der Mensch Gott gleich und nicht ein Geschöpf sei, auch wenn er in sich das Bild Gottes trägt, und dass die menschliche Vollkommenheit die Vollkommenheit Gottes erreichen könne?
Antwort. Ich schwöre diesem Wahnsinn ab.
12. Frage. Schwörst du dem Irrtum ab, dass es möglich sei, das paradiesische Dasein ohne ein gütiges christliches Leben und die Gnade Gottes zu erlangen, nämlich durch eine von dämonischen Lehren ausgedachte „Transformation“ während des Lebens, ohne dabei einen menschlichen Tod zu sterben, entgegen dem Apostelwort, dass es „den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“?
Antwort. Ich schwöre diesem Irrtum ab.
13. Frage. Schwörst du dem verderblichen Aberglauben ab, dass die menschliche Seele vor der Zeugung existiere und nach dem Tod aus einem Körper in einen anderen umziehe, anstatt auf das Jüngste Gericht und die allgemeine Auferstehung zu warten, wie es die Apostolische Kirche lehrt?
Antwort. Dieser verderblichen Lüge schwöre ich ab und glaube, was die Katholische Kirche lehrt.
14. Frage. Entsagst du dem Irrtum, dass die Gestirne Macht über das menschliche Leben hätten, und nicht die Vorsehung Gottes allein? Versprichst du, die verderbliche Astrologie von dir abzuwerfen?
Antwort. Ich entsage dieser geisttötenden Meinung und verspreche, alle Wahrsagerei und Astrologie von mir abzuwerfen.
15. Frage. Denkst du wie die Kirche, dass Gott, Der alles weise einrichtete, dem Menschen die fünf Sinne gab, wie sie für das Leben auf der Erde notwendig sind, und dass nach einem weiteren, feineren Sinn nicht gesucht werden soll, da diese Suche den Menschen für dämonische Betrügereien anfällig macht?
Antwort. So denke ich, zusammen mit der Kirche.
16. Frage. Sprichst du den lügnerischen Lehren des Orients über den Aufbau des menschlichen Körpers und der Seele ab, während deren Erforschung du dich durch dein hochmütiges Deuteln in den Netzen des Teufels verlaufen hast und nun dasselbe für andere christliche Seelen suchst, indem der patristischen Lehre fremde Bezeichnungen für angeblich existierende und den Augen unsichtbare Körper, Organe und andere ätherischen Strukturen hinzugefügt werden?
Antwort. Ich werfe diese Lehre von mir ab. Ich halte sie für nichtswürdig.
17. Frage. Verstehst du, dass nur die Gottesdienste der Orthodox-Katholischen Kirche dem Menschen die heilende Gnade Gottes nahebringen, während Handauflegung oder andere Akte verderblicher falscher Lehren dem satanischen Stolz eines kranken Menschen, der „von sich selbst sagte, dass er etwas Großes sei“[32], wie einst Simon Magus, die Seele den Kräften des Teufels öffnet und dem Menschen nur diese Kräfte vermittelt?
Bereust du, dass du dich selbst in die Hände des Teufels hineinbegeben und danach auch Andere zu ihm gebracht hast?
Antwort. Ich verstehe und bereue. Ich erkenne an, dass die Quelle all meiner außergewöhnlichen Kräfte und Fähigkeiten eine menschenmordende dämonische Kraft und nicht die Macht des All-Guten Gottes war. All diese Kräfte und Fähigkeiten werfe ich unwiederbringlich ab.
18. Frage. Entsagst du ebenso den Kräften, die durch „Handauflegung“ in teuflischen Versammlungen vermittelt werden, die da heißen „Reiki“, „Universelle Energie“ und ähnliche?
Antwort. Ich entsage ihnen wie dem Satan selbst.
19. Frage. Verstehst du, dass du, nachdem du unter das Obdach der Kirche Gottes gekommen bist und dich jetzt vor dem unsichtbaren Einfluss anderer Menschen oder vor irgendwelchen Hexenwerken, die manche „Verwünschung“ oder den „bösen Blick“ nennen, ängstigst, die „Bosheit unter dem Himmel“[33]über Christus den Lebensspender erhebst und in die Sünde der Kleingläubigkeit verfällst, wodurch du die Dämonen erfreust, da du das Kreuz des Herrn und selbst die christliche Würde herabwürdigst?
Antwort. Ich verstehe das und werfe diese dämonische Angst von mir.
Die Orthodox-Katholische Kirche, die durch die Göttliche Offenbarung die Geheimnisse der Schöpfung kennt, hat durch ihren katholischen Verstand die Lehre Roerichs, die Theosophie Blavatskys und alles, was damit verbunden ist, als besonders blasphemische Lehre entlarvt, die lediglich den Verderb der menschlichen Seele erzielt. Das Geweihte Bischofskonzil der Russischen Orthodoxen Kirche, das sich im Jahre 1994 in der Stadt Moskau versammelt hat, hat bestimmt, dass die Menschen, die sich zu diesen Lehren bekennen, ob sie das verstehen oder nicht, dem Bösen dienen und nicht nur die eigenen Seelen verderben, sondern auch eine Verführung für die Welt sind; auf sie beziehen sich die Worte Christi: „ Es ist unmöglich, dass nicht Ärgernisse kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen!“ (Lk 17,1). Das Geweihte Konzil hat beschlossen, dass sich die Nachfolger von dieser seelenverderbenden Häresie und von allem, was damit verbunden ist, von dem heilsamen Obdach der Orthodoxen Kirche und ihren Gebeten abgestoßen haben und sich nicht mehr orthodoxe Christen nennen können – solange, bis sie Buße tun.
20. Frage. Bist du im vollen Einverständnis mit der apostolischen Kirche? Entsagst du der Lehre Roerichs, der Theosophie Blavatskys, der Lehre der sogenannten „Mahatmas“ und anderer, die die Lehre eines „Neuen Zeitalters“ bzw. des „ Wassermannzeitalters “ predigen?
Antwort. Mit meiner Seele und meiner Vernunft bekenne ich mich zum vollen Einverständnis mit der apostolischen Kirche an. Entschlossen werfe ich diese geisttötenden Lehren von mir ab. Ich anathematisiere sie, wie es auch die Orthodoxe Katholische Kirche tut.
21. Frage. Erkennst du mit der Kirche an, die durch den apostolischen Geist dieses Böse erkannt hat, dass all das, was diese geisttötenden Lehre eine “himmlische Hierarchie“ nennen, z.B. „Mahatmas“, „die Himalaya-Bruderschaft“, „die weiße Bruderschaft“, „die Meister der Wahrheit“, „die Lehrer“ und viele andere, von denen in theosophischen und roerich'schen Schreiben, sowie auch in den falschen Offenbarungen des „ Wassermannzeitalters“ erzählt wird, die irreführenden Bezeichnungen sind, hinter denen „die bösen Geister unter dem Himmel“ stehen, die mit dem menschlichen Geschlecht unablässig kriegen, und dieses Böse selbst verbergen?
Antwort. Ich erkenne dieses Wort der apostolischen Kirche als reine Wahrheit an. Alles und alle, was hier aufgelistet ist, so wie die „Mahatmas“, „die weiße Bruderschaft“ und anderes, erkenne ich als die dämonischen teuflischen Heerscharen an, die für den Untergang der menschlichen Seelen kriegen.
22. Frage. Entsagst du dieser satanistischen Hierarchie, diesen „Tiefen des Satans“, wie der Apostel Johannes der Theologe sie genannt hatte? Anathematisierst du gemeinsam mit der katholischen ökumenischen Apostolischen Kirche dieses ganze Böse und alles, was damit zusammenhängt?
Antwort. Ich entsage unverbrüchlich. Ich anathematisiere mit der Orthodox-Katholischen Kirche alle diese Kräfte des Bösen unter dem Himmel.
23. Frage. Entsagst du der Irrlehre über die Vielheit spiritueller Hierarchien, trotz der festen Lehre der Kirche, die von den Vätern, den Aposteln und dem Heiland selbst übernommen ist und von zwei [Hierarchien spricht]: die göttliche Hierarchie, die in den Werken des Hl. Dionysios dargelegt ist, und die Hierarchie der Geister des Bösen, von denen die patristischen Schreiben ausführlich berichten?
Antwort. Ich entsage dieser Lüge und nehme die Lehre der apostolischen Orthodoxen Kirche an.
24. Frage. Tust du Buße für deine geisttötenden Irrtümer, die die Menschen in Verführung gebracht haben, und versprichst du, nie mehr zu ihnen zurück zu kehren?
Antwort. Mit großem Weinen tue ich Buße. Ich verspreche, diese gottwidrigen Schreiben nie mehr zu lesen und diese Lehren nie mehr zu hören.
25. Frage. Anathematisierst du ebenso die satanischen Versammlungen, wie „Scientology“ und andere, und entsagst du all ihren teuflischen Lehren?
Antwort. Ich anathematisiere sie und entsage ihnen.
26. Frage. Wie nach der Predigt des Heiligen Apostels im heidnischen Athen, als diejenigen, die sich zum christlichen Glauben bekehrten, ihre magischen Bücher zusammentrugen und verbrannten, siehst du die Notwendigkeit ein, die Bücher und andere Materialien all dieser geisttötenden und häretischen Lehren loszuwerden?
Antwort. Ich sehe es ein, und ich verspreche, sie unverzüglich loszuwerden.
27. Frage. Verstehst du die Worte des Apostels: Darum gehet aus ihrer Mitte aus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret Unreines nicht an, und ich werde euch aufnehmen (2 Kor 6,17)? Versprichst du, alle geisttötenden Kontakte mit jenen, mit denen du Christus abtrünnig gewesen bist, und die nach wie vor in ihrem Irrtum verharren, abzubrechen?
Antwort. Ich verspreche es und werde es unverzüglich tun.
28. Frage. Weißt du, dass die heilige Kirche die Überlieferungen der Apostel und der Väter der Ökumenischen Konzile aufbewahrt, die uns die Göttliche Weisheit überlieferten, welche uns Gott selbst durch die Apostel gegeben hatte? So sagen uns die das Wort Gottes predigenden Apostel: „Derjenige, der mit Häretikern auch nur gebetet hat, soll einen Bann für die Kommunion bekommen“ (Regel 45). Versprichst du, niemals gemeinsam an Gebeten mit wem auch immer außer den Gleichgläubigen der Orthodox-Katholischen Kirche teilzunehmen?
Antwort. Das verstehe und verspreche ich.
SONDERFRAGEN UND -ANTWORTEN:
1. Frage: Glaubst du, dass diese Kirche, in der du hier stehst – die Russische Orthodoxe Kirche unter der Obhut Seiner Heiligkeit Kyrill dem Patriarchen von ganz Russland –die Kirche ist, die Apostolisch und Orthodox-Katholisch ist?
Antwort: Das glaube ich.
2. Frage: Teilst du nicht den teuflischen Irrtum, dass die rettende Kirche, die im letzten Jahrhundert die Verfolgungen ihrer Gegnerüberlebt und sich durch den Chor der Neomärtyrer angereichert hat, die rettende Gnade des Heiligen Geistes, die am Pfingsten auf die Apostel niedergestiegen hatte, verloren habe?
Antwort: Ich teile ihn nicht. Ich glaube, dass die rettende Kirche, in der ich stehe, die ist, von der das Göttliche Wort sagt: „ und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18).
3. Frage: Entsagst du auch denjenigen, die das Gegenteil davon behaupten, so wie die Schismatiker und Spalter, von denen der Apostel sprach (Röm 16,17): „ Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr achthabet auf die, welche Zwiespalt und Ärgernis anrichten, entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und wendet euch von ihnen ab“.
Antwort: Ich entsage solchen und verspreche, mit solchen nicht zu kommunizieren.
Erzpriester Gennadi Nefjodow. DIE MYSTERIEN UND RITEN DER ORTHODOXEN KIRCHE
Kapitel IV. Der Gottesdienst der Vereinigung mit der Orthodoxie
Die Heilige Kirche nimmt viele Menschen, die zu „Nicht-Christen“ zählen – Juden, Mohammedaner und Heiden – sowie auch Christen, die der Orthodoxen Kirche nicht angehören und in sie eintreten wollen – nach der Prüfung der Aufrichtigkeit ihres Glaubens und einer besonderen Katechese auf.
1. Die Geschichte der Aufnahme von Andersgläubigen in die Kirche
Seit den uralten apostolischen Zeiten schlossen sich Menschen unterschiedlicher Glaubensvorstellungen der Kirche an. Über sie wurde immer die Gebetsabfolge nach der „Aufnahmeordnung“ verrichtet.
Im achten Kapitel der „Apostolischen Verordnungen“ (das 4. Jahrhundert) gibt es eine Vorschrift für Bischöfe und Presbyter: die Täuflinge sorgfältig zu prüfen und die Gründe zu erfahren, die sie bewegten, das Wort des Herrn aufzunehmen. Bei der Prüfung wurde das Leben und das Verhalten der Umkehrenden untersucht, und es wurde präzisiert, ob die Zustimmung ihrer Herren vorlag, wenn sie Sklaven waren, und so weiter (Buch 8, 32). Im 7. Jahrhundert beschloss die Kirche, Juden, die sich manchmal nur zum Schein zum christlichen Glauben bekannten, nicht in die Gebets- und Mysteriengemeinschaft mit den Gläubigen aufzunehmen, bevor sie ihren aufrichtigen Glauben gezeigt und sich dazu von ganzem Herzen bekannt hatten, indem sie die Riten und die Taten des jüdischen Glaubens abwarfen, wodurch sie auch Andere näherbringen und berichtigen konnten. (die 8. Regel des 7. Ökumenischen Konzils). „Der aufrichtige Wunsch und der gute Wille“ zählten schon immer zu den wichtigsten Bedingungen für die Vereinigung mit der Orthodoxie.
Im tiefen Altertum hatten sich drei Methoden oder „Formen“ der Vereinigung von Andersgläubigen mit der Orthodoxie gebildet – 1) durch das Mysterium der Taufe, 2) durch das Mysterium der Myronsalbung und 3) durch das Mysterium der Beichte.
Vor den Ökumenischen Konzilen gab es in der alten kirchlichen Praxis einige Meinungsverschiedenheiten darüber, nach welcher Ordnung diese oder jene nicht-orthodoxen Christen, die sich vom wahren Glauben abgewendet hatten und wünschten, dorthin zurückzukehren, aufzunehmen seien. In einigen Landeskirchen geschah die Vereinigung von Novatianern , Enkratiten, Apotaktiken und anderen durch Taufe, in den anderen – durch Myronsalbung, und in den dritten – nur durch Entsagung den vorigen Irrtümern und der Abtrünnigkeit im Mysterium der Beichte. Durch die Beschlüsse des 1. (die 8. und die 19. Regel) und des 2. (die 7.Regel) Ökumenischen Konzils wurden die allgemeinen Regeln der Aufnahme von Andersgläubigen in die Kirche festgelegt. Es ist bekannt, dass im 5. Jahrhundert Timotheus, ein Presbyter in Konstantinopel, in seinem Schreiben an Johannes die Sätze darlegte, welche Häretikern auf welche Weise in die Kirche aufgenommen werden könnten. Im 6 Jahrhundert bestätigte das Sechste Ökumenische Konzil die vorigen kirchlichen Verordnungen und bestimmte endgültig die Prinzipien der Vereinigung mit der Orthodoxe (die 95. Regel), die die Kirche zu ihren Richtlinien für alle nachfolgenden Zeiten bis auf heute machte. Laut den alten kirchlichen Regeln war es vorgeschrieben, durch das Mysterium der Taufe nicht nur Heiden, Juden, Mohammedaner, sondern auch diejenigen Abtrünnigen von der Kirche aufzunehmen, die sich bezüglich den Hauptdogmata der heiligen Kirche irrten und diese wesentlich verzerrten, das Mysterium der Taufe nicht anerkannten oder nicht richtig verrichteten (im Altertum waren das Montanisten, sowie auch Nachfolger von Eunomius oder Sabellius). Was die anderen Nicht-Orthodoxen betrifft, die sich wünschten, in den Schoβ der Kirche zurückzukehren und deren Taufe richtig verrichtet worden war (Arianer, Makedonianer, Novatianer), beschloss die Kirche, diese mit der Orthodoxie ohne Umtaufe zu vereinigen – durch Myronsalbung, oder nur durch Buße, falls ihre Myronsalbung durch geweihte Priester, die in der apostolischen Kontinuität geblieben waren, verrichtet worden war.
Im 4. Jahrhundert hatte Patriarch Method von Konstantinopel eine Ordnung für diejenigen, die sich zum orthodoxen Glauben bekehren, veröffentlicht. Nach ihm benannt, ist sie bis hin zu unseren Tagen bekannt als „ Ordnung über diejenigen, die sich auf verschiedene Weisen und in verschiedenen Lebensaltern bekehren“. Im Jahre 1484 beschloss das Konzil von Konstantinopel, römische Katholiken durch Myronsalbung in die orthodoxen Glaubensgemeinschaft aufzunehmen.
In Russland wurden alle drei „Formen“ bzw. Methoden der Vereinigung mit dem orthodoxen Glauben, entsprechend den kanonischen Regeln der Kirchen und der alten kirchlichen Praxis, angewandt. Bis aufs 17. Jahrhundert erfolgte die Aufnahme westlicher Christen in die Orthodoxe Kirche ohne Taufe, nur durch Myronsalbung. In der Epoche der Usurpatoren, unter den Bedingungen andauernder Militärkonflikte zwischen den Russen und den polnischen Katholiken sowie der immer schärfer werdenden zwischenkirchlichen Unstimmigkeiten verabschiedete das Konzil, das im Jahre 1620 vom Patriarchen Philaret in Moskau einberufen worden war, eine Verordnung über die Umtaufe Römischer Katholiken, die in die Orthodoxe Kirche übertreten wollten. Im Nachhinein wurde diese Verordnung auch auf Lutheraner ausgeweitet, wie die im Euchologion des Jahres 1639 enthaltene Ordnung für die Aufnahme „der von Luthers Häresie zur Taufe Herkommenden“ zeigt.
Die Verordnung über die Umtaufe römischer Katholiken wurde vom Moskauer Konzil 1667 als eine, die den alten kirchlichen Regeln widersprach, abgeschafft. Das Konzil wies darauf hin, dass „Lateiner nicht getauft, sondern, nachdem sie ihre Häresien verdammen, ihre Fehltritte beichten und sich schriftlich [zur Orthodoxie] bekennen, lediglich mit dem heiligen und herrlichen Myron gesalbt werden sollen“. Im Jahre 1718 schaffte die Russische Kirche auch die in ihr seit 1620 existierende Sitte der Umtaufe von Lutheranern ab. Diese richtete sich nach der uralten Praxis der Ostkirchen und der Russischen Kirche (bis 1620), entsprechend derer Lutheraner mit der Orthodoxie ohne Taufe – durch Myronsalbung – vereinigt worden waren.
Seit 1757 begann unsere Orthodoxe Kirche nicht konfirmierte römische Katholiken durch Myronsalbung, und diejenigen, die durch ihre Bischöfe konfirmiert worden waren – nur durch Buße, in der sie ihren Irrnissen entsagten, aufzunehmen.
Bei Schismatikern hat die Russische Kirche schon immer nach dem Grad ihrer Abweichung vom orthodoxen Glauben über die Wege zu ihrer Vereinigung mit der Kirche unterschieden. Zum Beispiel lehnen Molokanen, Duchoborzen und andere das Mysterium der Taufe ab, bei einigen anderen Schismatikern gibt es kein gesetzliches Priestertum, deshalb auch kein Mysterium der Myronsalbung. Das veranlasst die Kirche, eine sorgfältige Prüfung zu fordern, ob an dem zu vereinigenden Schismatiker bereits eine wirksame Taufe vorgenommen wurde, und ob er durch einen gesetzlich geweihten Priester mit Myron gesalbt wurde. Die Nicht-Getauften sollten mit der Kirche durch Taufe vereinigt werden, und die Getauften, aber nicht Konfirmierten – durch Myronsalbung. Im Jahre 1722 wurde es entschieden, dass Schismatiker, die sich in der Lehre über die rituelle Seite des Glaubens irren, seine Hauptdogmata aber nicht ablehnen, mit der Kirche ohne Taufe und ohne Myronsalbung zu vereinigen sind.
Gemäß den drei Wegen der Aufnahme von Andersgläubigen in die Kirche bildeten sich seit den uraltesten Zeiten besondere Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxie, die in der frühen Zeit mit der Berücksichtigung der Glaubensunterschiede zwischen den zu vereinigenden Personen zusammengefasst worden waren.
Im 16. Jahrhundert wurde jeder Häretiker oder Heide, bevor an ihm das Mysterium der Taufe verrichtet wurde, in den Rang eines Katechumenen aufgenommen. Dafür wurden in der gottesdienstlichen Praxis besondere Fristen und bestimmte Gebete verordnet. Aus der „Satzung, wie ein Katechumene behandelt werden soll“ ("Устав како достоит творити оглашенника") erfahren wir, dass als die für diese Verrichtung bequeme Zeit der Augenblick in der Liturgieordnung nach dem kleinen Einzug angesehen war, wenn die „diakonische Artoklasia“ verrichtet, das große „Herr, erbarme dich“ gesungen und fünf Gebete verlesen wurden, in denen die Gottessegnung „auf die Diener, die Katechumenen, die ER durch den heiligen Ruf befohlen hat“ erbeten wurde.
Was die Katechese eines Heiden betrifft, geschah sie wie folgt. Nachdem der Katechumene in das Gotteshaus kam, tat er einen Fußfall. Der Priester segnete ihn dreimal und verlas ein Gebet, danach segnete er ihn noch dreimal und schrieb seinen Namen auf die Liste der Katechumene nieder und, nachdem er das zweite Gebet vollendete, entließ er ihn nach Hause.
Ein Kind, das vom Christentum zum Heidentum abgefallen war, wurde nach sieben Tagen, in denen täglich bereinigende Gebete über ihm gesprochen wurden, in den Schoβ der Kirche Christi wieder aufgenommen. Am achten Tag wurde es an Stirn, im Gesicht, an den Händen, an den Knien und an der Brust mit Myron gesalbt und, nach der Verlesung der zustehenden Gebete, empfing es die Heiligen Sakramente. Ein junger Mann, sowie auch ein Senior fasteten zuvörderst „zwei Quadragesimae“, verübten Gebete und Kniebeugung und sprachen einhundertmal „Herr, erbarme dich“ pro katechetisches Gebet, die der Priester verlas.
Diejenigen, die sich freiwillig vom Heidentum lossagten und wieder zum Christentum bekehrten wollten, fasteten zwei Jahre lang, indem sie sich von Fleisch, Käse, Eier und Wein enthielten, täglich hundert Beugungen verrichteten und 200 mal „Herr, erbarme dich“ sprachen.
In allen diesen Fällen wurden die Gebete in folgender Ordnung verlesen: zuerst wurde ein Gebet „Gerecht bist du, Herr“ gesprochen, dann die Psalmen 50, 37 und 102[34] verlesen. Danach folgten noch drei Gebete, und der Priester salbte den Neukonvertiten mit Myron, sprach dabei noch ein Gebet, und entließ ihn nach dem üblichen Ende nach Hause.
Nach dieser Ordnung wurde die Vereinigung jedes Häretikers und Juden mit der orthodoxen Kirche verrichtet.
2. Die Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxie durch das Mysterium der Taufe
Die Herkunft und der Inhalt der Ordnungen
Seit den ersten Jahrhunderten des Christentums nahm die Kirche Heiden, Juden und andere Andersgläubige durch das Mysterium der Taufe auf.
Zum ersten Mal taucht die Ordnung der Vereinigung der Häretikern durch Taufe – als Ordnung, die sich von der allgemeinen Ordnung der Taufe von Andersgläubigen unterschied – im „Patriarcheneuchologion“ auf. Allerdings ist nicht bekannt, von wem dieses Euchologion, bereits seit Anfang des 15. Jahrhunderts bekannt, zusammengestellt wurde. Das ist die Ordnung, die auch im „Euchologion“ von Goar enthalten ist. Im diesem Euchologion platzierte Goar auch eine andere alte Ordnung der Vereinigung von Manichäern durch Taufe, die sich von der allgemeinen Abfolge der Taufen in einigen Einzelheiten unterschied, aber nach ihrem inneren Charakter damit übereinstimmte. Nach dieser Ordnung musste der zu Vereinigende zuvörderst zwei Wochen fasten, und dann, bei der Entsagung zuerst die Gründer der Häresien, und dann ihre Nachfolger verdammen, die über das Alte und das Neue Testament, sowie auch die Propheten und Moses lästern, an die zwei Wirkprinzipien des Seins (das Gute und das Böse) glauben, die Sonne und die Sterne anbeten usw. In dieser Ordnung ist auch das bekannte Gebet der Katechese platziert: „Großer, hoher und herrlicher Gott…“.
In den handgeschrieben slawischen Euchologia und Sammlungen des 15. und 16. Jahrhunderts sind dieselben Ordnungen der Taufe von Häretikern platziert wie im Euchologion von Goar. Das sind die Ordnungen „Wie diejenigen, die aus den verschiedenen Häresien zur heiligen apostolischen Kirche Gottes kommen, aufzunehmen sind“ ("о еже како достоит приимати, еже от ересей различных святей Божией апостольстей Церкви приходящих") und „Wie diejenigen, die aus den Manichäern zur heiligen katholischen und apostolischen Kirche Gottes kommen, aufzunehmen sind“ ("како достоит приимати списанием ересь тех, иже от манихеи приходящих святей Божией соборной и апостольстей Церкви"), die im handgeschrieben Euchologion des Anfangs des 15. Jahrhunderts und in einem Euchologion des Anfangs des 16. Jahrhunderts enthalten sind. In den handgeschriebenen und gedruckten Euchologia des 17. Jahrhunderts sind die Ordnungen der Taufe von Nicht-Orthodoxen und anderen Andersgläubigen schon viel voller und ausführlicher dargelegt. Sie beinhalten Katechesen, Gebete, Befragungen über den Glauben und Entsagungen von Irrtümern.
Diese Ordnungen sind sich in ihrer liturgischen Zusammensetzung und nach ihrem innerlichen Charakter ähnlich. Der Unterschied bezieht sich auf den Inhalt der Befragungen und der Entsagungen, sowie auch die Zeit und den Ort der Katechesen und der Entsagungen. Nach der Ordnung, „Falls einer in der Häresie getauft worden ist und sich bekehren will, oder Jakobit, oder Jude, oder sonst irgendwelcher Häretiker ist“ ("аще кто в ереси быв крещен сый и обратится, либо хвалисин, либо жидовин, либо кий еретик"), die in einem Manuskript des 17. Jahrhunderts dargelegt ist, stellt sich der Täufling inmitten in der Kirche hin und beginnt, alle Häresien, die vom Anfang an und bis zu den letzten Zeiten gewesen waren zu verdammen. Danach folgen die dreimalige Befragung nach dem Glauben an die Heilige Dreiheit, Gebete usw. Nach den Ordnungen, die in den Euchologia der Patriarchen Ioasaph (1639) und Iosif (1651) abgedruckt sind, wird der Konvertit nach der initialen Katechese einem geübten Priester zugeordnet, der ihn anweist, 40 Tage lang zu fasten, zur Kirche Gottes zu kommen und vor dieser mit Furcht und Zerknirschung des Herzens über seine vorherigen Fehltritte zu stehen. Sieben Tage vor der Taufe sollte in der Kirchenvorhalle, vor den Kirchentüren, die Katechese mit einer ausführlichen Entsagung des Katechumenen von all seinen häretischen Irrtümern beginnen. Begleitet von Gebeten und der Priestersegnung, sollte sie fünf Tage dauern.
Die Taufe sollte vor der Liturgie verrichtet werden. Am Anfang dieser Ordnungsabfolge steht geschrieben, dass „die Abfolge dieser Ordnung und Satzung auch für diejenigen gilt, die von anderen Glaubensbekenntnissen herkommen. Falls einer Jude oder Sarazene ist, oder vorher eine häretische Taufe empfangen hat, sollte bei ihm alles, was hier geschrieben wird, unverändert verrichtet werden; die Entsagungen unterscheiden sich nur durch die Bezeichnungen der jeweiligen gottwidrigen Gesetze und der zu verdammenden Häresien“.
Eine derartige Aufnahmeordnung über die Taufe findet sich auch im Euchologion des Petro Mohyla. Hier steht auch geschrieben, dass der Täufling nach der initialen Katechese und dem Erhalt eines christlichen Namens 40 Tage lang fasten und im Glauben von einem geübten Priester unterrichtet werden soll. Sieben Tage vor der Taufe soll die fünftägige Katechese beginnen, die aus Gebeten, Befragungen über den Glauben und die Aufrichtigkeit der Bekehrung, der Entsagung des Aufzunehmenden gegenüber dem Satan und seinen häretischen Irrtümern, der Verlesung des Glaubensbekenntnisses und den Segnungen besteht. Danach werden vor der Liturgie die Taufe und die Myronsalbung verrichtet, und bei der Liturgie empfängt der Neugetaufte die Heiligen Sakramente.
Die Ordnungen der Aufnahme von Andersgläubigen in die Orthodoxie, die im Euchologion von Petro Mohyla veröffentlicht sind, wurden seit dem Jahre 1831 in die gegenwärtige Auffassung der Ordnung übernommen. In ihren Hauptteilen unterscheiden sie sich nicht von der uralten Ordnung der Taufe von Andersgläubigen und Häretikern, die durch die ökumenischen Konzile festgelegt ist und für alle Andersgläubigen gilt. Seit dem 17. Jahrhundert sind die unveränderlichen und notwendigen Komponenten der Ordnungen der Aufnahme von Andersgläubigen dieselben wie auch in der uralten Ordnung der Taufe: Vergabe eines christlichen Namens, Katechese mitsamt Vermittlung der Glaubensdogmata und der christlichen Regeln, Befragungen über den Glauben, Entsagung gegenüber dem Satan und den häretischen Irrtümern, und dann die Taufe und die Myronsalbung nach der Ordnung der Orthodoxen Kirche.
Die Ordnungen der Aufnahme von Andersgläubigen in die Kirche sind im Buch „Die Ordnungsabfolge für Andersgläubige, die mit der Katholischen Orthodoxen Ostkirche vereinigt werden“ ("Чинопоследование соединяемых из иноверных к Православной Кафолической Восточной Церкви") und im Großen Euchologion enthalten. Allerdings weist das im Großen Euchologion enthaltene Bekenntnis des orthodoxen Glaubens mitsamt der Entsagung eines Juden von seinen Irrtümern und Häresien und der eines Mohammedaners von seinen falschen Lehren auf viele Irrtümer und falsche Lehren hin, die Juden und Mohammedanern praktisch unbekannt sind; deshalb wird die Ordnung ihrer Katechese nicht nach dem Großen Euchologion, sondern nach dem „Buch der Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxie“ ("Книга чинов присоединения к Православию") verrichtet.
3. Die Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxie durch das Mysterium der Myronsalbung
Die Herkunft und der Inhalt der Ordnungen
Bis ins 4. Jahrhundert finden sich in den historischen Nachweisen keine klaren Anweisungen darüber, wie die Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxie ohne Taufe, also durch Myronsalbung, verrichtet wurden. Seit dem 4. Jahrhundert sind aber Anweisungen über die Ordnung der Vereinigung von Nicht-Orthodoxen mit der Kirche über die Myronsalbung auffindbar. Die uralte Ordnung beinhaltete folgende Komponente:
a) schriftliche Abschwörung der Häresien und ihre Verdammung durch die Konvertiten;
b) Studium und Bekenntnis des orthodoxen Glaubens;
c) Gebete mit Handauflegen des Hierarchen;
d) Myronsalbung der Körperteile mit Sprechen der Worte: „S iegel der Gabe des Heiligen Geistes“;
e) Empfang der Heiligen Sakramente.
Nach der Ordnung der Vereinigung der römischen Katholiken, die bei dem Patriarchen Simeon von Trabzon zusammengefasst und bald auf dem Konzil von Konstantinopel (1484) bestätigt wurde, fragt der Bischof oder der Priester nach dem üblichen Anfang denjenigen, der sich zur Orthodoxie bekehrt, ob er dem Bekenntnis der nicht-orthodoxen lateinischen Dogmata und der verschiedenen Neueinführungen der Römischen Kirche entsagt, und ob er aufrichtig wünscht, mit der Orthodoxen Kirche vereinigt zu werden. Danach befiehlt er ihm, das Glaubensbekenntnis ohne Abänderungen zu sprechen. Dann salbt er den Konvertiten mit dem Heiligen Myron und sagt dabei „S iegel der Gabe des Heiligen Geistes“. Danach folgt ein Gebet, in dem für den zu Vereinigenden die Gaben der Gnade, die ihn zum spirituellen Leben zurückbringt und verstärkt, erbeten werden. Schließlich folgt die Niederschrift, in der der Vereinigte verspricht, den orthodoxen Glauben so zu bekennen, wie es die Orthodoxe Kirche tut.
Die uralten Ordnungsabfolgen für die Vereinigung durch Myronsalbung, die von der Russischen Kirche angewendet werden, stimmen nicht nur in ihren Hauptteilen, sondern auch in den Einzelheiten mit den Ordnungsabfolgen der Ostkirche und ihren uralten Regeln überein. Nach allen diesen Ordnungen, die aus den Manuskripten und den gedruckten Euchologia bekannt sind, sollte der zu Vereinigende zuerst fasten und während der eigentlichen Vereinigung zunächst seine Irrtümer verdammen, dann das Bekenntnis des orthodoxen Glaubens sprechen und endlich, nach dem Gebet, wird er mit dem heiligen Myron gesalbt. Der älteste dieser Ordnungen ist in den Antworten Niphonts dem Bischof von Nowgorod auf die Fragen des Mönches Kirik (12. Jahrhundert) enthalten. Über die Aufnahme der Lateiner schrieb Niphont wie folgt: „Wenn einer von denjenigen, die im lateinischen Glauben getauft worden sind, sich mit uns vereinigen möchte, sollte er sieben Tage lang in die Kirche kommen; und man gebe ihm erst einen Namen, dann spreche man über ihn vier Gebete am Tag, jedes zehn Male; und man gebe ihm als Katechumenen weder Fleisch noch Milch. Am achten Tag sollte er sich waschen und zu dir kommen, und du spreche ihm die Gebete nach unserer Sitte, bekleide ihn mit sauberen Kleidern, oder er kann sich auch selbst bekleiden, ziehe auf ihn christliche Gewänder und den Kranz an; dann salbe ihn mit dem heiligen Myron und gebe ihm eine Kerze in die Hand“.
Nach der Ordnung, die sich im Euchologion des Petro Mohyla befindet, wird der mit der orthodoxen Kirche zu Vereinigende zuerst einem Priester für die Belehrung und dem Glaubensunterricht anvertraut, danach verbrennt er häretische Bücher und beichtet seine Sünden aus. Nach der Beichte sollte ihn der Priester anweisen und belehren und ihm die Entsagung der Häresien abnehmen, ihn aber nicht lossprechen, sondern mit ihm ins Gotteshaus gehen. Dort werden ihm Fragen nach der Aufrichtigkeit seiner Vereinigung gestellt, nach dem Gebet entsagt er dem Satan und den Häresien und bekennt sich zum orthodoxen Glauben. Am Ende der Ordnung salbt ihm der Priester mit dem heiligen Myron bestimmte Körperteile. In dieser Ordnung gibt es eine einzige Neueinführung – die Verbrennung der Bücher, die in keiner alten Regel, Ordnungsabfolge bzw. Satzung erwähnt ist. In allem anderen stimmt diese Ordnung mit allen anderen Ordnungsabfolgen der Ostkirche überein.
Von diesen uralten Ordnungsabfolgen ist unsere Kirche auch zu den späteren Zeiten nicht abgetreten. Im Jahre 1757 wurde „Die Ordnungsabfolge für Andersgläubige, die mit der Orthodox-Katholischen Ostkirche vereinigt werden“ "(Чинопоследование соединяемых из иноверных к Православно-кафолической Восточной Церкви") veröffentlicht, die dieselben Ordnungen der Vereinigung von Nicht-Orthodoxen durch Taufe, die Myronsalbung und die Buße enthielt, die es im Euchologion des Petro Mohyla gab. Die nächsten Auflagen wurden im Jahre 1845 und dann im Jahre 1858 publiziert. Im „Buch der Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxen Kirche“ ("Книга чинов присоединения к Православию") sind die Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxen Kirche für Menschen, die aus dem römisch-lateinischen, armenischen, lutherischen und reformierten Glaubens kommen, enthalten.
4. Die Ordnungen der Vereinigung mit der Orthodoxie durch das Mysterium der Beichte
Die Herkunft, der Inhalt und die Typen der Ordnungen
Der dritte Weg oder die dritte Form der Vereinigung mit der Orthodoxie ist eben so uralt wie die beiden vorigen. Die liturgische Zusammensetzung dieser Form der Aufnahme der Nicht-Orthodoxen in die Kirche war zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich. In den ersten drei Jahrhunderten waren die Hauptbestandteile dieser Ordnung folgende:
a) Buße;
b) Handauflegen durch einen Priester;
c) Lossprechungsgebet.
In den nachfolgenden Zeiten wurden einige Bußregeln durch eine schriftliche Entsagung den Irrtümern und ihre Verdammung ergänzt, das Handauflegen aber nicht erwähnt. In den anderen Regeln ist weder von Buße als Mysterium noch von Handauflegen eine Rede, sondern es wird für notwendig anerkannt, dass derjenige, der in die Gemeinschaft mit der Orthodoxen Kirche aufgenommen wird, dem Bischof oder dem Konzil eine schriftliche Entsagung von seinen Irrtümern und das Bekenntnis des orthodoxen Glaubens übergibt.
Die Bestimmung der ganzen Zusammensetzung der uralten Ordnung der Aufnahme von Nicht-Orthodoxen ohne Taufe und Myronsalbung und die Angabe der Ordnung ihrer Bestandteile sind nur durch einen Vergleich aller Regeln und Nachweise des Altertums möglich. Bei diesem Vergleich erweisen sich folgende Teile dieser Ordnungsabfolge als wesentlich und notwendig:
a) Buße oder Bereuung der Irrtümer durch die Konvertiten;
b) mündliche oder schriftliche Entsagung der Irrtümer und ihre Verdammung;
c) Bekenntnis des orthodoxen Glaubens;
d) Lossprechungsgebet, Handauflegen und gleichzeitig Segnung durch einen Priester;
e) Empfang der Heiligen Sakramente.
In dieser Zusammensetzung gibt es diese Ordnungsabfolge nach dem 7. Ökumenischen Konzil vor. In der Ordnung der Aufnahme von Nicht-Orthodoxen, die im Werk von Goar veröffentlicht und dem „Patriarcheneuchologion“ entnommen ist, steht geschrieben: „Nestorianer und Eutychianer müssen ihren Häresien schriftlich entsagen und sowohl diese Häresien, als auch Nestorius, Eutyches und Dioskoros, als auch diejenigen, die deren Meinungen teilen, als auch alle oben erwähnten (in den obigen Ordnungen der Taufe und der Myronsalbung) Häresien anathematisieren; erst dann mögen sie der Heiligen Kommunion gewürdigt werden“. Im Euchologion des Petro Mohyla steht es über die dritte Gruppe von Nicht-Orthodoxen (d.h. diejenigen, die im Namen der Heiligen Dreiheit getauft und konfirmiert sind), nämlich in der „Verordnung“ „darüber, wie diejenigen, die von Häretikern zur Heiligen Apostolischen Katholischen Kirche Gottes herkommen, aufzunehmen sind“ ("о еже како приимати от еретик приходящих к святей Божией апостольстей кафоличестей Церкви"), dass sie „nach ihrer Entsagung dieser Abkehr lediglich das Bekenntnis des orthodoxen Glaubens sprechen müssen und dann durch die Beichte ihrer Sünden, die Gebete und die Lossprechung durch den Hierarchen nach folgender Ordnung bereinigt werden“. Diese Ordnung ist aber dieselbe, die in allen nachfolgenden Auflagen der „Ordnungsabfolge für die zu vereinigenden Andersgläubigen“ ("Чинопоследование соединяемых из иноверных") enthalten ist, die in den Jahren 1757, 1831 und 1845 veröffentlicht waren. Nach dieser Ordnung fragt der Bischof oder der Priester denjenigen, der sich zur Orthodoxie bekehrt, danach, ob er seine Abkehr von der Orthodoxie von ganzem Herzen bereut und ob er will, der Kirche in Allem gehorsam zu sein und in der Vereinigung mit dem orthodoxen Glauben unnachgiebig bis zum Ende des Lebens zu bleiben. Nachdem der Geistliche die Bestätigung bekommen hat, bekreuzigt er dreimal die Stirn des Konvertiten und spricht dabei „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen“. Er legt seine Hand auf seinen Kopf, spricht das Gebet „Herr, Gott Allherrscher, einzig Heiliger und in den Heiligen ruhender“, dem die Befragungen nach den Entsagungen den Irrtümern und die Entsagungen selbst, das orthodoxe Glaubensbekenntnis, das Lossprechungsgebet mit der Segnung und schließlich der Empfang der Heiligen Sakramente folgen.
Über die Vereinigungsordnungen mit der Orthodoxie
Abteilung für Mission der Moskauer Diözese
Gemäß den Regeln der Orthodoxen Kirche erfolgt die Vereinigung eines Menschen mit der Kirche nach der Segnung des Diözesanbischofs. Laut der Ordnung der Moskauer Diözese, ist es für die Erhaltung der Segnung für die Vereinigung eines Menschen mit der Orthodoxen Kirche notwendig, dass er bei der Diözesanverwaltung eine Bittschrift an den Metropoliten Juwenalij von Kolomna und Krutitsy einreicht, die von dem Vorsteher des Gotteshauses, wo der Konvertit ein Gespräch zu diesem Thema hatte, bewilligt sein müsste. Nach der Erhaltung der Segnung muss die Ordnung seiner Vereinigung verrichtet werden.
Dabei ist es notwendig zu berücksichtigen, inwiefern der zu vereinigende Mensch in der von ihm gelassenen (vorigen) Glaubenslehre aufgeklärt und fortgeschritten ist. Falls er Muslim oder Jude nur deshalb ist, weil ihm nach der Geburt bestimmte Handlungen angetan waren, sind solche mittels Taufe aufzunehmen. Falls aber der zu Vereinigende praktizierender Gläubiger gewesen ist (also die Regeln und die Riten seiner Konfession verrichtet hat), ist es notwendig, die Vereinigung mit der Verwendung aller Handlungen, die nach der Ordnung obliegen, mit der obligatorischen Katechese und der Einreichung einer Bittschrift an den Diözesanbischof, durchzuführen.
Im Buch „Die neue Schrifttafel“ („ Новая Скрижаль“) des Erzbischofs Weniamin [(Rumowskij-Krasnopewkow) von Olonez und Archangelsk] lesen wir folgendes: „Alle Häretiker sind in drei Gattungen unterteilt: zur ersten gehören diejenigen, die an die Heilige und Wesensgleiche Dreiheit nicht glauben und bei der Taufe kein dreimaliges Untertauchen ins Wasser verrichtet; diese, sowie auch Heden und Mohammedaner, sollen nach der 19. Regel des Ersten Ökumenischen Konzils getauft werden. Häretiker der zweiten Gattungen sind diejenigen, die an Gott, den Einen in der Dreiheit glauben, und durch das dreimaliges Untertauchen getauft werden, aber die eigenen Irrtümer und Häresien haben, und entweder gar keine Mysterien außer die Taufe anerkennen oder die anderen Mysterien falsch verrichten und dabei die heilige Myronsalbung ablehnen. Diese sollen nicht getauft werden, da sie [bereits] getauft sind, sondern, nach der Entsagung ihren Häresien und dem Bekenntnis zum orthodoxen Glauben, mit der Kirche mittels des Mysteriums der Myronsalbung vereinigt werden, wie die 7. Regel des Zweiten Ökumenischen Konzils vorschreibt. Häretiker der dritten Gattung, die Apostaten genannt werden, verrichten alle sieben Mysterien, sowie auch die Myronsalbung, wagen es aber, da sie sich von der Einheit der hl. orthodoxen Kirche getrennt haben, zum reinen Bekenntnis des Glaubens ihre Irrtümer, die der uralten Lehre der Hl. Apostel und der Kirchenväter widersprechen, einzumischen, in die Kirche die geisttötenden Meinungen einführen und, indem sie die uralten frommen Riten der Kirche ablehnen, neue Sitten festzulegen, die dem Geist der Frommheit widersprechen. Solche Menschen werden durch uns weder wieder getauft noch konfirmiert, sondern; nach der Entsagung ihrer Abtrünnigkeit und der Beichte ihrer Sündensprechen sie das orthodoxe Glaubensbekenntnis und werden von ihren Sünden durch die Gebete und die bischöfliche Lossprechung bereinigt“.
Die Abfolgen aller drei Ordnungen, nach denen Andersgläubige und Heterodoxe in die Orthodoxe aufgenommen werden, sind im „Handbuch für Geistliche und Kirchendiener“ („ Настольная книга священно-церковно-служителя“) ausführlich dargelegt. In diesem Buch sind auch entsprechende Verordnungen und Beschlüsse der Kirchenleitung gesammelt. „Für die Aufnahme derjenigen, die sich zur orthodoxen Kirche bekehren, gibt es drei Ordnungen: Taufe, Myronsalbung und Beichte mit dem anschließenden Empfang der Heiligen Sakramente.
1.Ordnung. Mittels Taufe müssen in die Orthodoxe Kirche Heiden, Juden und Mohammedaner aufgenommen werden. Außerdem sollen auch Anhänger solcher christlichen Sekten mittels Taufe aufgenommen werden, die sich in den fundamentalen Dogmata des orthodoxen Glaubens irren, sowie auch die orthodoxe Lehre über die Hl. Dreiheit und die Verrichtung des Mysteriums der Taufe verzerren.
2.Ordnung. Mittels der Myronsalbung müssen solche Sektierer aufgenommen werden, die die Taufe richtig mit dreimaligem Untertauchen, jedes mit den Worten „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ verrichten, sich aber in den einzelnen Glaubensdogmata irren.
3.Ordnung. Mittels Buße und der Entsagung ihrer Irrtümer werden kirchliche Schismatiker aufgenommen, deren Hierarchie von legitimer Herkunft ist, die sich aber von der Orthodoxen Kirche in sittlichen, rituellen und disziplinären Angelegenheiten oder auch sekundären dogmatischen Lehren getrennt hatten.“
Die wichtigsten Konfessionen und Sekten, von denen sich Menschen heute zur Orthodoxen Kirche bekehren, und die Form ihrer Vereinigung (nach den Regeln der Russischen Orthodoxen Kirche und den Traditionen der Moskauer Diözese)
Die Bezeichnung und die Form der Vereinigung:
Römisch-Katholische Kirche
die Konfirmierten – durch die 3. Ordnung, mittels Buße
die Nicht-Konfirmierten – durch die 2. Ordnung, mittels Myronsalbung
Armenische Apostolische Kirche
durch die 3. Ordnung, mittels Buße
Altritualisten
die von Bila Krynyzja - durch die 3. Ordnung, mittels Buße
die Priesterlosen - mittels Myronsalbung
Anglikanismus –mittels Myronsalbung
Luthertum - mittels Myronsalbung
Presbyterianer - mittels Myronsalbung
Pfingstler - mittels Myronsalbung
Evangelikale Baptisten - mittels Myronsalbung
Diverse schismatische Vereinigungen (unter der Bedingung, dass der Konvertit dort eine Taufe empfangen hat) durch die 2. Ordnung, mittels Myronsalbung
Jehova-Zeugen – durch die 1. Ordnung, mittels Taufe
Judaismus (Juden) - durch die 1. Ordnung, mittels Taufe
Islam (Muslime) - durch die 1. Ordnung, mittels Taufe
Heiden - durch die 1. Ordnung, mittels Taufe
AUFNAHMEORDNUNG FÜR DIEJENIGEN, DIE VOM OKKULTISMUS UND SATANISMUS HERKOMMEN
KANONISCHE AUSKUNFT
Heutzutage nehmen sehr viele Menschen an allen möglichen okkulten Praktiken teil und werden häufig in den direkten Dienst am Teufel einbezogen. Leider streben sie häufig danach, obwohl sie sich in dieser schrecklichen Sünde befinden, die orthodoxen Sakramente der Taufe und der Kommunion zu empfangen - entweder zwecks Erlangung noch größerer okkulter Fähigkeiten, oder weil sie das Sakrament verspotten wollen. Der Heiland hat gesagt „ werfet auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie dieselben nicht etwa mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen“ (Mt 7,6), und daher ist es absolut unzulässig, solche Menschen zu irgendwelchen Heiligen Mysterien zuzulassen, ohne ihre Absichten vorher streng geprüft zu haben und sie die Vereinigungsordnung durchlaufen zu lassen. Diese Menschen müssen länger an der Katechese teilnehmen als „normale“ Heiden, die zur Kirche kommen.
Nach den Regeln des Heiligen Basilios dem Großen (65;72) verdient derjenige, der Magie praktiziert, die Strafe für einen Mörder (20 Jahre Kommunionsverbot), und derjenige, der sich an einen Magier wendet, erhält Kommunionsverbot für fünf Jahre (24. Regel des Ankyra-Konzils) oder für sechs Jahre (61. Regel des 6. Ökumenischen Konzils). Wer Horoskope und Amulette herstellt oder Wahrsagerei betreibt, soll Kommunionsverbot für sechs Jahre erhalten (61. Regel des 6. Ökumenischen Konzils). Derjenige, der Christus freiwillig abgeschwört und begonnen hat, dem Satan zu dienen, kann die Kommunion nur am Sterbebett empfangen (die 3. Regel von Gregor von Nyssa). All diese Regeln richten sich allerdings an diejenigen, die wirklich Mitglieder der Kirche waren, d.h. nicht nur als solche galten, da sie als Kleinkinder getauft worden waren. Auf Letztere soll die Regel des Hl. Method angewandt werden, die ihnen aufträgt, sieben Tage lang die Reinigungsgebete zu hören, sich am achten Tag zu waschen und dann mit Myron gesalbt und mit neuen Gewänden bekleidet zu werden, so wie Täuflinge. Diese Regel gilt aber nur für diejenigen, die die Taufe in sehr jungen Jahren empfangen haben, und nicht für solche, die als Erwachsene wiederbelebt worden und dann abgefallen sind. Hier sollte sicherlich beurteilt werden, inwiefern der Okkultist ins kirchliche Leben integriert gewesen war, und über die Vereinigungsordnung nur nach Absprache mit dem Diözesanbischof beschlossen werden.
Es ist unzulässig, alle wahllos zu vereinigen, da solch ein Priester dem Judas ähnelt, der Christus den Mördern hingibt.
DIE ORDNUNGSABFOLGE
Als Erstes sollte untersucht werden, ob die Konvertiten nicht schon einmal getauft worden sind, und ob sie wahrhaft, um der Rettung ihrer Seelen willen, und nicht aus anderen Gründe danach streben, die heilige Taufe zu empfangen. Nachdem der Bischof oder Priester sich zweifellos vergewissert hat, dass sie nur die Rettung suchen, katechisiert er sie und gibt ihnen christliche Namen.
Diejenigen, die katechisiert werden wollen, stellen sich mitsamt ihren Taufpaten vor die Kirchentüren.
Der Hierarch tritt in den Altarraum ein und wirft sich, mit unbedecktem Kopf, vor dem heiligen Altar nieder, dankt Gott für ihre Bekehrung und betet darum, dass ihm selbst die Gnade zur Öffnung der Lippen gegeben wird, damit er sie in dem rettenden Weg zu belehren vermag. Nach diesem Gebet steht er auf und erhält auf seinen Ornat das Epitrachelion und das Omophorion, eine Mitra auf den Kopf und, nachdem er aus dem Altarraum herausgetreten ist, einen Stab in die linke Hand.
Wird das Mysterium durch einen Priester verrichtet, betet er auf derselben Weise und legt auf sich das Epitrachelion und das Phelonion auf, küsst den heiligen Altar und tritt zu den westlichen Kirchentüren aus. Der Chorus singt den Psalm 34:
Den HERRN will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein. In dem HERRN soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. Erhebt den HERRN mit mir, lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen! Ich suchte den HERRN, und er antwortete mir; und aus allen meinen Ängsten rettete er mich. Sie blickten auf ihn und strahlten, und ihr Angesicht wird nicht beschämt. Dieser Elende rief, und der HERR hörte, und aus allen seinen Bedrängnissen rettete er ihn. Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie. Schmecket und sehet, dass der HERR gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt! Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten. Junglöwen darben und hungern, aber die den HERRN suchen, entbehren kein Gut. Kommt, ihr Söhne, hört mir zu: die Furcht des HERRN will ich euch lehren. Wer ist der Mann, der Lust zum Leben hat, der seine Tage liebt, um Gutes zu sehen? Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor betrügerischer Rede; lass ab vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach! Die Augen des HERRN sind gerichtet auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Denen, die Böses tun, steht das Angesicht des HERRN entgegen, um ihre Erwähnung von der Erde zu tilgen. Sie schreien, und der HERR hört, aus allen ihren Bedrängnissen rettet er sie. Nahe ist der HERR denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er. Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus dem allen rettet ihn der HERR. Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen. Den Gottlosen wird die Bosheit töten; und die den Gerechten hassen, werden es büßen. Der HERR erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die sich bei ihm bergen, müssen nicht büßen.
Er stellt sich an die Gotteshaustüren, dann fragt er den Katechumenen: Wer bist du?
Antwort: Ich bin einer, der den wahren Gott erkennen will und die Rettung sucht.
F. Warum bist du zur heiligen Kirche gekommen?
A. Um von ihr den wahren Glauben zu lernen und mich mit ihr zu vereinigen.
F. Welchen Nutzen erhoffst du dir vom wahren Glauben?
A. Das ewige und selige Leben.
Während dieser sakralen Handlung belehrt er wie folgt:
Willst du das ewige Leben haben, solltest du den orthodox-katholischen Glauben einhalten. Dieser Glauben besteht darin, dass du dich zu Gott, den Einen in der Dreiheit, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, und der Dreiheit in der Einheit bekennst, ohne die Hypostasen zu vermischen und ohne das Wesen zu teilen. Denn Gott ist Vater, Gott ist Sohn und Gott ist der Heilige Geist, aber nicht drei Götter, sondern ein Gott. Und über die Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus solltest du wissen, dass ER Gott und Mensch ist: Gott, der Einziggezeugte Sohn, der aus dem Vater vor aller Zeit gezeugt ist, und Mensch, der aus der Immerwährenden Jungfrau Maria unser Fleisch auf sich genommen und um unserer Errettung willen im Fleische gelitten hat und am Kreuz gekreuzigt worden, der gestorben und auferstanden, der in den Himmel aufgestiegen ist und zur Rechten des Vaters sitzt; wenn ER zu richten kommt, werden alle auferstehen, und die Gerechten werden das selige Leben erben, und diejenigen, die Böses verübt haben, werden nach ihren Taten ewige Pein erleiden. Diesen Glauben haben die Apostel gepredigt, die Märtyrer mit ihrem Blut besiegelt, die Konzile und alle Väter und Lehrer der Kirche verkündigt. So glaubend, solltest auch du die Gebote Gottes einhalten, da der Glaube ohne Werke tot ist. Die ältesten und die größten Gebote sind diese: du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deiner ganzen Seele, und Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Indem Christus unser Heiland uns beigebracht hat, diese beiden aufzubewahren, hatte ER uns geboten, sowohl unsere Feinde zu lieben als auch allen, die uns beleidigen, wohl tun, und vom Bösen zu weichen. Die Wurzeln des Bösen sind: Stolz, Habgier, Lust des Fleisches, Neid, Unenthaltsamkeit, Zorn und Müßiggang. Du aber, wenn du das Himmelreich erben willst, besiege diese mit den Tugenden: den Stolz mit der Demut, die Habgier mit Barmherzigkeit, die Lust des Fleisches mit Lauterkeit, den Neid durch Mitfreude, die Völlerei mit Nüchternheit und Fasten, den Müßiggang mit Eifer im Gebet, Gottesdienst und andere fromme Taten.
Nach dieser Belehrung kommt die Befragung:
Willst du also diesen heiligen Glauben mit deinem Herzen annehmen und unabdingbar bis zum Ende deines Lebens einhalten, dir auch die christlichen Tugenden angewöhnen und in ihnen nach deiner Kraft, mit Hilfe Gottes, gedeihen?
Antwort: Wahrhaft von ganzem Herzen will ich diesen heiligen Glauben bis zu meinem letzten Atemzug einhalten und mich um ein tugendhaftes evangelisches Leben bemühen und dabei Gott um Hilfe bitten.
Der Vorsteher spricht zu ihm:
Beuge deine Knie vor unserem Herrn Gott.
Er steht vor den Türen auf Knien und mit auf der Brust kreuzförmig gelegten Armen.
Der Vorsteher bekreuzigt sein Haupt dreimal und spricht:
Bekreuzigt wird der Diener Gottes (Name) im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Diakon: Lasset uns beten zum Herrn!
Chor: Herr, erbarme dich!
Der Bischof oder Priester steht am Katechumenen und verliest dieses Gebet:
Gesegnet bist du, Herr, der Du von allen Völkern die auserwählten Menschen, die Eiferer guter Werke berufst. So segne auch den jetzt zu Deiner Heiligen Kirche gekommenen Diener (Name), eröffne seine seelischen Augen zum Verstehen der Wunder Deiner Vorsehung über uns, öffne das Gehör seines Herzens zur Aufnahme Deiner Göttlichen Wörter so, dass er dem Bad der Wiedergeburt und der Kleidung der Unverweslichkeit wohlgefällig und rechtzeitig gewürdigt wird. Du hast die Seele dieses Deinen Dieners von der Verführung des Teufels herausgezogen, bewahre sie unversehrt vor den Afterreden des Feindes und würdige sie, ein Haus deiner Gnade zu sein. Denn an Dir ist es, uns von den Listen des Teufels zu erretten, und Dich preisen und danken wir, jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Chor: Amen.
Die nächsten Tage verbleibt der Katechumene fastend und betend; dazu kommt er zu Beginn der Gottesdienste ins Gotteshaus und steht dort an den Kirchentüren, und mit der Zerknirschung des Herzen über seine ehemalige Verfinsterung seufzend, betet er mit Tränen darum, dass er des Empfangs der Heiligen Taufe gewürdigt wird. Sein geistlicher Lehrer unterrichtet ihn im Glauben, klärt die heiligen Dogmata auf, zeigt die Kraft der heiligen Mysterien, belehrt ihn, sich den evangelischen und kirchlichen Geboten unterzuordnen und in Zwiesprachen prüft er ihn, ob er auf den reinen Wunsch des Herzens und ohne Heuchelei zum orthodoxen Glauben kommt.
DIE ERSTE KATECHESE.
Nach der ausreichenden Belehrung bekleidet sich der Vorsteher nach der Vesper mit der heiligen Kleidung, so wie oben beschrieben ist, und beugt sich dreimal vor dem Altar und küsst seine Ränder und tritt aus dem Altarraum zu den kirchlichen Türen aus. Dabei wird der 8.Psalm gesungen:
HERR, unser Herr, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit gelegt hast auf den Himmel! Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Macht gegründet wegen deiner Bedränger, um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen. Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn. Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt: Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, Vögel des Himmels und Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchzieht. HERR, unser Herr, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!
Der Katechumene steht in der Vorhalle, das Gesicht dem Inneren des Gotteshauses zugewandt. Der Vorsteher spricht zu ihm:
Hier, Kind, die Zeit deiner Belehrung ist vorbei. Deswegen, auch wenn du in Zwiesprachen bereits gefragt worden bist, ob du wegen der Liebe Christi und der Errettung deiner Seele Christ sein willst, solltest du dies nun auch vor der kirchlichen Versammlung äußern, der heidnischen und okkulten Irrlehre, in der du gewesen bist, entsagen, und dich zum orthodoxen Glauben deutlich bekennen.
Danach fragt er ihn über alle seine Sünden, die er seit seiner Jugend getan hat, ihn aber nicht losspricht, sondern spricht zu ihm laut:
1. Frage: Entsagst du der Meinung, dass Herr Gott entweder gar nicht existiere oder eine unpersönliche Kraft sei, die das Universum durchdringe und weder über Bewusstsein noch über freien Willen verfüge?
Antwort. Ich entsage.
2. Frage. Entsagst du der Lästerung, dass Gott höher als die Trennung zwischen Gut und Böse sei, und kein wesenhaftes Wohl und Liebe sei?
Antwort. Ich entsage.
3. Frage. Entsagst du der wahnsinnigen Meinung, dass diese Welt entweder unerschaffen sei und immer existiert habe oder sich selbst vervollkommnet und von selbst aus einem chaotischen Zustand zur Ordnung gefunden habe?
Antwort. Ich entsage und glaube, dass diese Welt vom Einen Gott und nicht durch blinden Zufall erschaffen wurde.
4.Frage. Entsagst du der Lehre, dass die Welt vom Schicksal gesteuert werde, und nicht vom freien Willen Gottes?
Antwort. Ich entsage.
5. Frage. Entsagst du der Meinung, dass der Teufel einer ist, der die eigene Macht habe, die der Kraft Gottes gleich oder größer sei?
Antwort. Ich entsage.
6.Frage. Entsagst du der Meinung, dass das Gute schwächer als das Böse sei?
Antwort. Ich entsage.
7.Frage. Entsagst du dem Aberglauben, dass die menschliche Seele nach dem Tod entweder verschwinde oder von einem Körper in einen anderen Körper umsiedle?
Antwort. Ich entsage.
8.Frage. Entsagst du der wahnsinnigen Meinung, dass es möglich sei, die Glückseligkeit auf Erden lediglich durch eine Änderung der Bedingungen des menschlichen Lebens zu erreichen?
Antwort. Ich entsage.
9.Frage. Entsagst du der Lehre, die besagt, dass es möglich sei, sich außerhalb der Orthodox-Katholischen Kirche, nur durch die eigenen guten Werke zu retten?
Antwort. Ich entsage.
10.Frage. Willst du den die Seele und den Körper tötenden okkulten Praktiken entsagen?
Antwort. Das will ich von ganzem Herzen.
11. Frage. Erkennst du an, dass die Beschäftigung mit allen Arten von Okkultismus und der Magie, nämlich: außersinnliche Wahrnehmung (Extrasensorik), Bioenergetik, kontaktlose Massage, Hypnose, die „volkstümliche“ Heilkunde, die nicht-traditionelle Medizin, Kodierung[35], Weghexen der Verwünschung und der Folgen des bösen Blicks, Magie, Zauberei, Behexung, Weissagung, Kommunikation mit Toten, Astrologie, Kommunikation mit Geistern und Herbeirufung von Poltergeistern, Kommunikation mit dem „höheren Bewusstsein“ und UFOs, Ankoppelung an „kosmische Energien“, Parapsychologie, Gedankenlesen, Tiefenpsychologie, Yoga und andere orientalische Lehren und Einzelkampfarten, Meditation und andere Arten des Okkultismus zu besonders tiefer Kommunikation und Gemeinschaft mit bösen Geistern führen, die suchen, den Menschen zu töten?
Antwort. Ich erkenne es an und bereue das, was ich gewirkt habe, von ganzem Herzen.
12.Frage. Entsagst du dem Aberglauben, dass die Gestirne den Menschen zwingen könnten, etwas Böses oder Gutes zu tun, und versprichst du, jegliche Astrologie von dir abzuwerfen?
Antwort. Ich entsage diesem Aberglauben und verspreche, jegliche Astrologie von mir abzuwerfen.
13.Frage. Entsagst du allen Arten von Büchern, Filmen und öffentlichen Predigen über Magie und Zauberei, sowie auch anderen Formen der Unterrichtung in dieser dämonischen Irrweisheit? Bereust du, dass du selbst damit gesündigt und auch die anderen in diese gottwidrigen Beschäftigungen einbezogen hat?
Antwort. All dem entsage ich offenherzig und verspreche, alles, was ich habe, sofort zu verbrennen. Ich werde mir Mühe geben, alle, die ich in diese Widerlichkeiten missleitet habe, zur Erkennung der Wahrheit umzukehren, und mit Tränen flehe ich Gott an, meine Fehltritte zu vergeben.
14.Frage. Erkennst du an, dass die Quelle aller deiner ungewöhnlichen Kräfte und Fähigkeiten die menschentötende dämonische Kraft ist, und nicht die Mächtigkeit des All-Mächtigen Gottes? Versprichst du, diese Kräfte und Fähigkeiten zu verwerfen?
Antwort. Ich erkenne an, dass die Quelle meiner Kräfte der Satan, und nicht Gott war. Alle diese Kräfte und Fähigkeiten werfe ich unwiderruflich von mir ab.
15.Frage. Verdammst du Roerichs, Blavatsky (hier sollte auch der Name des Gründers der jeweiligen Sekte genannt werden) und all ihre Aufsätze und Werke als schädlich für die Seele? Versprichst du, diese gottwidrigen Aufsätze nie mehr zu lesen?
Antwort. Ich verdamme alle diese falschen Lehrer und ihre Aufsätze, die ich keinesfalls lesen werde.
16.Frage. Schließest du dich wahrhaft, ungeheuchelt und ohne Zweifel mit deiner ganzen Seele dem einen, wahren, in Dreiheit zu verherrlichenden Gott an und glaubst du an IHN?
Antwort. Ich schließe mich wahrhaft, ungeheuchelt und ohne jegliche Zweifel, von meiner ganzen Seele, dem einen, wahren, in Dreiheit zu verherrlichenden Gott an, und glaube an IHN.
DIE ZWEITE KATECHESE
Frage. Erkennst du an, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist der Eine Gott sind, der in seinem Wesen untrennbar, aber in drei Hypostasen trennbar ist? Und glaubst du an IHN?
Antwort. Das glaube ich, erkenne es an und bete zum dreieinigen Gott.
Frage. Glaubst du, dass diese Welt von All-Mächtigem Gott aus Nichts während sechs Tagen nur aus Gütigkeit und nicht aus Not erschaffen worden ist?
Antwort. Das glaube ich und erkenne es an.
Frage. Glaubst du, dass das Universum durch die all-gütige Vorsehung Gottes gesteuert wird, die allem Guten beisteht und alles Böse, das durch die Abweichung der vernunftbegabten Menschen von Gott entsteht, überwindet und es zum Guten wendet?
Antwort. Das glaube ich und erkenne es an.
Frage. Glaubst du und erkennst du an, dass Jesus Christus, Gottes einzig gezeugter Sohn, der aus dem Vater Gezeugte vor aller Zeit, der um unserer Errettung willen von den Himmeln Herabgestiegene, der Fleisch geworden ist aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria, und Mensch geworden ist, zugleich auch Gott ist, in einer Hypostase, aber in zwei Naturen, der Göttlichen und der menschlichen, unwandelbar und unvermischt?
Antwort. Das glaube ich und erkenne es an.
Frage. Glaubst du, dass der Herr Jesus Christus nicht aus Not, sondern aus seinem Willen und im wirklichen Fleische und nicht nur scheinbar für uns gelitten hat, in seiner Gottheit aber ohne Leiden verblieb, Kraft seiner Gottheit auferstanden und in die Himmel mit dem Fleisch aufgestiegen ist, und zur Rechten des Vaters sitzt, woher er kommen wird, die Lebenden und die Toten zu richten und zu herrschen, und sein Reich ohne Ende sein wird?
Antwort. Das glaube ich vom Herzen und all das erkenne ich mündlich unverheuchelt an.
Frage. Glaubst du an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele und an die Widerbelebung des Fleisches?
Antwort. Das glaube ich und erkenne es an.
Frage. Glaubst du, dass außerhalb des Herrn Jesu Christi und Seiner Orthodoxen Kirche es unmöglich ist, die Rettung zu erhalten?
Antwort. Das glaube ich und erkenne das ich vom Herzen an.
Frage. Glaubst du, dass die Mutter Gottes, die Christus unseren Gott geboren hat, die Immerwährende Jungfrau und wahrhaft die Gottesgebärerin ist, und deswegen es würdig ist, sie zu verehren als die ehrwürdige und die höhere als die körperlosen Heerscharen und sie ehrfürchtig anzubeten als unsere erste Fürsprecherin für uns vor Gott?
Antwort. All das über die Immerwährende Jungfrau Maria erkenne ich an, sie als die Gottesmutter verehre ich und wende mich in den Gebeten an sie.
Frage. Glaubst du, dass das Kreuz unseres Herrn Jesu Christi, der daran gekreuzigt wurde, nicht nur ein Werkzeug der Verdammung und Hinrichtung ist, sondern auch das ewige Zeichen der Erlösung und des ewigen Lebens, durch das wir den Netzen des Feindes entrinnen können?
Antwort. Das glaube ich über das Kreuz des Herrn und werde mich bemühen, mich mit diesem heilsamen Zeichen den Netzen des Lügners zu entrinnen.
Frage. Glaubst du, dass unser Herr Jesus Christus in seiner Heiligen Kirche die sieben [notwendigen] Mysterien gestiftet hat: die Taufe, die Myronsalbung, die Kommunion, die Buße, die Priesterweihe, die Trauung und die Krankensalbung, und dass die dadurch gespendete Gnade die treuen Diener Christi zu Erben des ewigen Lebens macht?
Antwort. Das glaube ich über die Heiligen Mysterien und erkenne an, dass diese sieben [Mysterien] der Kirche Christi für das Heil ihrer Kinder notwendig sind.
Frage. Glaubst du, dass die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testaments, die von der Kirche in Ehren gehalten wird, durch die heiligen, vom Heiligen Geiste erleuchteten Menschen Gottes ausgesprochen wurde, und nimmst du diese deswegen als von Gott inspiriert und heilsam an? Wendest du dich von denjenigen ab, die sie nicht annehmen und verspotten?
Antwort. Da die Heilige Schrift, die von der Kirche aufrechterhalten wird, von Gott inspiriert und heilig ist, erkenne auch ich sie als das Wort Gottes, das uns zum Heil gegeben ist, an; von denjenigen, die diese nicht annehmen und lästern, fege ich mich an.
Frage. Hältst du die apostolischen und patristischen Überlieferungen, Ordnungen und Gebete, die von unserer Kirche aufrechterhalten werden, für seelenheilsam und erkennst du sie an?
Antwort. Ich glaube, dass sie seelenheilsam sind, und verspreche, ihnen zu folgen, wie es von mir gefordert wird.
Frage Glaubst du, dass die Apostel, Märtyrer und alle Heiligen, die unsere Kirche verehrt und in Gebeten anspricht, wahrhaft Gerechte Gottes sind, und dass sie im Himmelsreich mit Christus verbleiben und für uns Sündige beten?
Antwort. Das glaube ich und spreche ab jetzt die Heiligen Gottes in meinen Gebeten an.
Frage. Nimmst du die ehrwürdigen Ikonen, die die Antlitze Christi, der Gottesmutter und der Heiligen abbilden, als ehrenwert an, so wie es in der Orthodoxen Kirche festgelegt ist, und entsagst du denjenigen, die ihrer lästern?
Antwort. Ich nehme die ehrwürdigen Ikonen an, um diejenigen, deren heiligen Antlitze darauf abgebildet sind, zu verehren, und ich entsage denjenigen, die ihrer lästern.
Frage. Erkennst du an, dass das Haupt der Orthodox-Katholischen Kirche unser Herr Jesus Christus ist, und versprichst du den von dem Heiligen Geiste ordinierten Hirten ungeheuchelten Gehorsam?
Antwort. Ich erkenne es an und verspreche, den Hirten der Orthodoxen Kirche Gehorsam zu leisten.
Frage. Erkennst du das, was du eben gesprochen hast, von ganzer Seele und ganzem Verstand an? Kommst du zum christlichen Glauben nicht etwa aus Not? Wünschst du freiwillig, der heiligen Taufe gewürdigt zu werden (falls der Konvertit getauft ist, dann der Myronsalbung) und verwirfst du endgültig alle Beschäftigungen mit der Zauberei und dem Okkultismus?
Antwort. Wahrhaft erkenne ich alles, was ich gesprochen habe, an, und verspreche das bis zum Ende meines Lebens zu bewahren; freiwillig und ungeheuchelt komme ich zum christlichen Glauben und von ganzer Seele wünsche ich, die errettende Taufe zu empfangen, und verwerfe den Okkultismus und die Zauberei endgültig.
Der Vorsteher spricht:
Falls es wahrhaft so ist, wie du gesagt hast, befestige es vor der Kirche durch einen Eid.
Der Konvertit liest vor (bzw., wenn er nicht lesen kann, spricht er dem vorlesenden Paten oder dem Geistlichen, ein Wort nach dem anderen, nach) wie folgt:
Ich (Name), der vom Heidentum zum christlichen Glauben komme, verkündige heute vor All-Sehenden Gott, dass ich – weder aus Zwang noch aus Angst noch aus Druck von meinen Gleichgläubigen, noch aus Eigennutz, noch wegen anderen von mir verheimlichten Ursachen, - der heidnischen Irrlehre und allen ihren Häresien und bösen Lästerungen entsage und zu dem errettenden christlichen Glauben komme, sondern nur um der Rettung meiner Seele willen. Besiegt durch die Wahrheit dieses Glaubens und gezogen zu Christus von der Liebe meines Herzens, will ich Christ werden und der heiligen Taufe gewürdigt werden. Falls ich das aber nur zum Schein anerkenne und nicht nach dem Wunsch meines Herzens zu Christus dem Gott komme, und es nachher wagen sollte, mich vom christlichen Glauben ab- und wieder dem Heidentum zuzuwenden, möge mich der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis treffen. Amen.
Danach spricht der Priester:
Gelobt sei Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Diakon: Katechumenen, beuget eure Häupter vor dem Herrn.
Chor: Dir, o Herr.
Nachdem der Konvertit sein Haupt gebeugt, der Diakon „Herr, erbarme Dich“ gesprochen und der Chor „Herr, erbarme Dich“ gesungen hat, verliest der Vorsteher folgendes Gebet:
Großer Gott, der die vorzeitliche Finsternis erleuchtet und deinen Sohn herabgesandt hat, um unsere gefallene Natur zu bereinigen, bringe Du selbst deinen Diener (Name), der vor dir sein Haupt gebeugt hat, von der sündigen Verfinsterung zum Licht deiner göttlichen Weisheit, bereinige ihn von der Befleckung, nehme ihn aus den Listen des Gegners heraus und zähle ihn zu deiner auserwählten Herde, schenke ihm einen Anteil und ein Los in deiner Heiligen Kirche, da du bist unser Gott, der gelobt in Ewigkeit ist.
Chorus: Amen.
Nachdem der Diakon „Lasset uns beten zum Herrn“ gesprochen und der Chor „Herr, erbarme Dich“ gesungen hat, schlägt [der Vorsteher] das Kreuz über den Katechumenen, und in Richtung Altar schauend spricht er folgendes Gebet:
Du großer und furchtbarer Gott, der die Verirrten anruft und spricht: „Wendet euch zu mir, und ich werde mich zu euch wenden“, und der denjenigen, der sich umkehrt, aufnimmt, nach dem Wort: “Wer zu mir kommt, den werde ich nicht von mir stoßen!“ Nehme du selbst diesen deinen Diener (Name), der zu dir auf verwirrten Pfaden kommt, und begegne ihm mit deiner Gnade; führe ihn in deinen Kirchhof hinein, und eröffne ihm die Pforten der Wahrheit, auf dass er sie betritt und dadurch alle Verführung, Lüge und Falschheit zu meiden vermag, sende ihm einen Engel, der ihm auf dem guten Weg begleiten wird, auf dem er dich, unseren Gott den Heiland gefunden hat, stärke seinen Glauben, seine Hoffnung und seine reine Liebe und lass das Licht deines Angesichts auf ihn strahlen, so dass er des Bades der Wiedergeburt und der Bekleidung mit Unverweslichkeit gewürdigt wird und so beginnt, in einem neuen Leben zu wandeln. Denn an Dir ist es, Dich unser zu erbarmen, uns zu verklären und uns zu erretten, und Dich preisen wir, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Chor: Amen.
Falls es mehrere Katechumenen gibt, sollten allen, falls es notwendig ist, christliche Namen gegeben werden, und dann sollten sie auf die heilige Taufe nach der Ordnung der Orthodoxen Kirche warten.
Falls sie bereits getauft sind, sollten sie auf die Gebete zur Bereinigung der Abschwörung derjenigen, die sich zum wahren Glauben umkehren, und auf die heilige Myronsalbung warten.
ORDNUNG FÜR DIE ENTSAGUNG DES OKKULTISMUS. BEICHTE VON MENSCHEN, DIE OKKULTISTICHE PRAKTIKEN ANGEWANDT HABEN
In unserer Zeit des allgemeinen Interesseverlustes an geistlichen Themen handeln die dunklen Kräfte besonders entschlossen und offen. Weit verbreitet haben sich okkulte satanische Lehren. Sie haben verschiedene Namen: außersinnliche Wahrnehmung (Extrasensorik), Bioenergetik, Astrologie, nicht-traditionelle Medizin, Kodierung, Magie, Zauberei, Parapsychologie, Telekinese, Kontakte mit dem „oberen Bewusstsein“, Hypnose, Heilkunde, Yoga, Meditation usw. – aber trotz den äußeren Unterschieden sind sie durch die gleiche Quelle und das gleiche Ziel miteinander verbunden – die Trennung der Menschen von Gott und die Kommunikation und Gemeinschaft mit dem Satan. Die Abtretung von der Wahrheit, die von der Kirche Christi aufbewahrt wird, hat zum Verlust der spirituellen Orientierung und zum Vergessen elementarer spiritueller Kenntnisse geführt.
Infolge dessen sind die meisten angehenden Okkultisten aufrichtig davon überzeugt, dass okkulte Praktiken uns Gott näher bringen. Mehr noch, Okkultisten schicken ihre Patienten und Schüler oft in die Kirche, damit diese die Taufe und die Kommunion empfangen.
Es sollte im Gedächtnis behalten werden, dass es zwei Arten von Magie gibt: die schwarze und die weiße. Schwarze Magie verübt an den Menschen ganz offen Böses, tut ihnen Unheil an, bringt Krankheiten und Tod. Die schwarze Magie ähnelt einem Mörder mit der Axt in den mit Blut bespritzten Händen – es ist leicht, sie zu erkennen. Die weiße Magie ist aber anders, sie versteckt sich, maskiert sich als gute. Die Menschen, die sich damit beschäftigen, versuchen oft, sich auf die Autorität der Kirche zu beziehen und sprechen von heilenden Kräften, die sie beherrschen. Diese Magie verhüllt sich oft mit äußerlicher Frömmigkeit, so wie auch ein Mörder oft nicht mit der Axt in der Hand, sondern als guter Freund ankommen mag, damit es ihm, im Geheimen, leichter fällt, seine dunkle Tat zu begehen.
Der Buchmarkt ist von Literatur über okkulte Themen und orientalische Religionen geradezu überschwemmt. TV-Shows, in denen Astrologen und Personen mit außersinnlichen Wahrnehmungsfähigkeiten teilnehmen, sammeln Millionen von Zuschauern. Für diejenigen, die sich mit dem Okkultismus beschäftigen wollen, gibt es ein ganzes Netz von verschiedenen Schulen, die ihren Schülern die Meisterung „übermenschlicher Fähigkeiten“ innerhalb kurzer Zeit garantieren. Das Problem ist, dass der Preis für diese „Fähigkeiten“ die unsterblichen Seelen der Schüler sind. Der Satan ist „ ein Menschenmörder von Anfang an“, und die Wendung an ihn, um vorübergehende Güter und besondere Fähigkeiten zu erhalten, wandelt sich in die Zerstörung der Persönlichkeit und die Kommunikation mit den schwarzen bösen Geistern hier, in diesem Leben, und das Leiden zusammen mit ihnen im zukünftigen Leben um. Die freiwillige Wendung an die bösen Geister führt unvermeidlich zur quälerischen Sklaverei. Ein Dämon verlässt denjenigen, dessen Persönlichkeit er erst einmal versklavt hat, nicht mehr, bis er ihn entweder sich selbst ähnlich gemacht oder zum Selbstmord getrieben hat. Die üblichen Folgen der Beschäftigungen mit dem Okkultismus sind Störungen des Willens und der Psyche, verschiedene Formen der Besessenheit, auszehrende Visionen, manisch-depressive Psychosen, sowie auch die Erschöpfung des Organismus als Ergebnis der „energetischen Ankoppelung“ an eine Person, die über stärkere außersinnliche Kraft verfügt (einen „Vampir - und vieles mehr. Derartige Erscheinungen zeigen sich sowohl bei denen auf, die sich an außersinnlich begabte Personen um Hilfe gewandt haben, als auch manchmal bei denen, welche aus Neugier Geister auf den spiritistischen Sitzungen gerufen oder wahr gesagt, oder auch die Shows von Magiern, die in Konzerthallen auftreten, besucht haben.
Nachdem die Betroffenen die negativen Folgen der Gemeinschaft mit Dämonen erprobt und sich über das eigene Verhalten erschrocken haben, suchen sie Hilfe in der Kirche und, endlich, kommen sie wirklich zu Gott.
Magier bei dem Bußmysterium – das ist heute eine sehr häufige Erscheinung. Für sie ist es aber nicht einfach, sich von der Gewalt der Finsternis zu befreien. Der Satan bemüht sich mit allen Kräften, die ihm entgehende Beute aufzuhalten.
Leider befreit auch die aufrichtige Ausbeichtung der Sünde der Beschäftigung mit dem Okkultismus von den Folgen dieser Beschäftigungen nicht sofort. Es kann sein, dass der Betroffene den Einfluss der Dämonen noch lange auf sich spürt, der sich als periodische Verstärkung der Leidenschaften, Einfälle der Gott lästernden Gedanken, Exazerbation der psychischen und Nervenerkrankungen, Suiziddrang, Wiederkommen von Visionen, Beibehaltung von „energetischen Ankoppelungen“, oder auch sogar direkte Angriffe von Dämonen im Schlaf oder im Wachzustand äußert. Wie die Erfahrung zeigt, ist für die Unterbindung dieser Folgen die Entsagung den okkulten Praktiken notwendig.
Die Entsagung erfolgt unbedingt im Rahmen des Bußmysteriums, wobei es empfohlen wird, während diesem den Büßenden nicht nur nach der Sünde der Beschäftigungen mit dem Okkultismus zu fragen, sondern auch nach allen Sünden, die er begangen hat seitdem er sieben Jahre alt war. Die Entsagung wird wie folgt verrichtet.
DIE ORDNUNG DER ENTSAGUNG VON DEN BESCHÄFTIGUNGEN DES OKKULTISMUS
Nach der ausführlichen Beichte spricht der Priester den Büßenden nicht los, sondern fragt ihn: Willst du den die Seele und den Körper tötenden okkulten Praktiken entsagen?
Der Büßende antwortet: Das will ich von ganzem Herzen.
Frage: Erkennst du an, dass die Beschäftigung mit allen Arten von Okkultismus und Magie, nämlich: außersinnliche Wahrnehmung (Extrasensorik), Bioenergetik, kontaktlose Massage, Hypnose, „volkstümliche“ Heilkunde, nicht-traditionelle Medizin, Kodierung, Entfernung der Verwünschung und der Folgen des bösen Blicks, Magie, Zauberei, Behexung, Weissagung, Kommunikation mit Toten, Astrologie, Kommunikation mit Geistern und Herbeirufung von Poltergeistern, Kommunikation mit dem „höhen Bewusstsein“ und UFOs, Ankoppelung an „kosmische Energien“, Parapsychologie, Gedankenlesen, Tiefenpsychologie, Yoga und andere orientalische Lehren und Einzelkampfarten, Meditation und andere Arten des Okkultismus zu besonders tiefer Kommunikation und Gemeinschaft mit gefallenen Geistern führen?
Antwort: Ich erkenne es an und bereue, dass ich mich damit beschäftigt habe.
Frage: Bereust du den Erwerb, die Bewahrung, das Studium und die Verbreitung der Literatur über die okkulte Thematik, den Besuch von Vorlesungen und Übungen, das Betrachten von okkulten Kino- und Fotomaterialien, sowie auch die Propaganda und die Verbreitung von okkulten Kenntnissen?
Antwort: Das bereue ich von ganzem Herzen und verspreche, die gesamte Literatur, die ich habe und benutze, welche den okkulten Lehren gewidmet ist, zu vernichten.
Frage: Bereust du die schwere Sünde der Einbeziehung deiner Nächsten in die Beschäftigungen mit dem Okkultismus?
Antwort: Das bereue ich aufrichtig und verspreche, mir alle Mühe zu geben, um die von mir Verführten zu überzeugen, diese gottwidrigen Beschäftigungen zu lassen.
Frage: Erkennst du an, dass die Quelle deiner besonderen „Fähigkeiten“ und „Gaben“, die du im Ergebnis der Beschäftigungen mit dem Okkultismus erworben hast, die satanische Kraft ist? Verzichtest du auf diese „Fähigkeiten“?
Antwort: Ich erkenne an, dass die Quelle meiner „übermenschlichen Fähigkeiten“ nicht Gott, der Gewahrer aller Güter, sondern „gefallene Geister“ sind. Ich erkenne an, dass ihre Nutzung Dienst am Satan und seinen bösen Geistern ist, und verspreche, fortan zu diesen „Fähigkeiten“ unter keinen Umständen zu greifen.
Frage: Entsagst du dem Satan und den satanischen Beschäftigungen mit dem Okkultismus?
Antwort: Ich entsage dem Satan und all seinen Werken, und all seinen Engeln, und all seinem Hochmut, und all dem Dienst, die ich ihm durch meine Hinwendung zum (…) geleistet habe (hier nennt der Büßende die konkrete Art der Beschäftigungen mit dem Okkultismus, die er betrieb. Die Entsagung ist dreimal zu wiederholen.)
Frage: Versprichst du, dich fortan mit dem Okkultismus nicht mehr zu beschäftigen?
Antwort: Ich verspreche.
Frage: Versprichst du, der Kirchenleitung und den Hirten der Russischen Orthodoxen Kirche Gehorsam zu leisten?
Antwort: Das verspreche ich und zur Zusicherung dessen küsse ich das Kreuz und das Evangelium meines Herrn Jesu Christi. Amen.
Der Büßende küsst das Kreuz und das Evangelium. Danach spricht der Priester über ihn das gewöhnliche Lossprechungsgebet.
Ebenso sollte die Beichte derjenigen aufgebaut werden, die sich mit keinen okkulten Lehren gezielt beschäftigt haben, sondern bei den Okkultisten Hilfe gesucht haben. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass der größte Teil der Bevölkerung Russlands okkulten Einflüssen ausgesetzt ist. Zumindest hat fast jeder die TV-Sendungen mit Kaschpirowski gesehen oder Wasser während Tschumaks TV-Sitzungen „aufgeladen“. In solch einer großen Stadt wie St. Petersburg hatten sich ungefähr 25% der Mitglieder der orthodoxen Gemeinden, bevor sie sich zur Orthodoxie bekehrten, Dienstleistungen von Okkultisten in Anspruch genommen. Am häufigsten wenden sich Menschen - da sie erhoffen, von diesem oder jenem Unbehagen geheilt zu werden, - an Personen mit außersinnlicher Wahrnehmung, Heilpraktiker, Vertreter der nicht-traditionellen Medizin und Bioenergetiker. Menschen wenden sich auch an Magier und Hexen, um Verwünschungen und Folgen des bösen Blicks wegzuhexen, Geliebte anzuzaubern, die weg gegangenen Ehemänner zurückzugewinnen, sich von der Trinksucht, dem Rauchen und der Fettsucht zu befreien, Defekte der Kindererziehung zu korrigieren. Sehr viele Menschen besuchen Auftritte von Magiern und Schamanen, die auf den Szenen der Kulturpaläste und Stadien stattfinden, manchmal gehen die Besucher sogar ohne konkrete Ziele dorthin, einfach aus Neugier und „damit es besser wird“. Wir empfehlen, die Beichte solcher Menschen wie folgt aufzubauen.
DIE BEICHTE DERJENIGEN, DIE SICH AN DIE DIENSTE DER OKKULTISTEN GEWANDT HABEN
Nach der ausführlichen Beichte spricht der Priester den Büßenden nicht los, sondern fragt ihn:
Erkennst du an, dass die Wendung an Personen mit außersinnlicher Wahrnehmung, Bioenergetiker, „volkstümliche“ Heilpraktiker und Vertreter der nicht-traditionellen Medizin, Hypnotiseure, Kodierer, Astrologen, Magier, Zauberer, Galsterweiber, Spiritisten, kontaktlose Masseure, Parapsychologen, sowie auch Besuche von Auftritten von Magiern, Heilpraktikern und Astrologen, Sehen und Hören von Fernseh- und Radiosendungen mit ihrer Teilnahme für die Seele und den Körper tödlich sind, zu besonders tiefen Kommunikation und Gemeinschaft mit gefallenen Geistern führen und dich an der Todsünde der direkten Gemeinschaft mit Dämonen schuldig machen?
Der Büßende antwortet: Ich erkenne es an und bereue diese Sünde von ganzem Herzen.
Frage: Hast du vielleicht deinen Nächsten und Bekannten geraten, bei Okkultisten Hilfe zu suchen? Falls ja, büße diese Sünde.
Antwort: Ich bereue es und verspreche, mir alle Mühe zu geben, um diejenigen, die durch meine Ratschläge verführt worden sind, zur Buße zu bringen.
Frage: Bereust du den Erwerb, die Bewahrung, das Studieren und die Verbreitung der Literatur über den Okkultismus, den Besuch von Vorlesungen, die Propaganda und die Verbreitung von okkulten Kenntnissen?
Antwort: Das bereue ich und verspreche, die gesamte Literatur über die okkulten Lehren, die ich habe und benutze, zu vernichten.
Frage: Entsagst du dem Satan und all seinem Dienst?
Antwort: Ich entsage dem Satan und all seinen Werken, und all seinen Engeln, und all seinem Hochmut, und all dem Dienst, die ich ihm durch meine Hinwendung zum Okkultismus geleistet habe. (Die Entsagung ist dreimal zu wiederholen.)
Frage: Versprichst du, dich fortan an Okkultisten unter keinen Bedingungen zu wenden?
Antwort: Das verspreche ich und zur Zusicherung dessen küsse ich das Kreuz und das Evangelium meines Herrn Jesu Christi. Amen.
Der Büßende küsst das Kreuz und das Evangelium. Danach spricht der Priester über ihn das gewöhnliche Lossprechungsgebet.
AUS DEM BESCHLUSS DES BISCHOFSKONZILS DER RUSSISCHEN ORTHODOXEN KIRCHE „ÜBER PSEUDOCHRISTLICHE SEKTEN, NEOHEIDENTUM UND OKKULTISMUS“
(2. Dezember 1994, Hl.-Daniel-Kloster, Moskau)
„Der Herr entschied, dass wir in den Zeiten leben, wenn ‚ viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen sind‘ (1 Joh 4,1), die zu uns ‚ in Schafskleidern kommen, inwendig aber sie reißende Wölfe sind‘ (Mt 7,15)…
Die alten gnostischen Kulte werden wiederbelebt, und die sogenannten „neuen religiösen Bewegungen“ entstehen, die das ganze System der christlichen Werte einer Revision unterziehen, in den reformierten orientalischen Religionen eine Weltanschauungsgrundlage zu finden versuchen und sich manchmal an den Okkultismus und die Magie wenden.
Wiederbelebt sind das Heidentum, die Astrologie, die theosophischen und die spiritistischen Gesellschaften, welche einst von Helena Blavatsky gegründet wurden, die beanspruchte, über eine „alte Weisheit“ zu verfügen, die den Uneingeweihten verborgen sei.
Verstärkt wird „die Lehre der Lebendigen Ethik“ propagiert, die von der Roerich-Familie eingeführt worden und auch „Agni-Yoga“ genannt ist.
Adressiert an jene unserer Zeitgenossen, die im spirituellen Leben und den Fragen des Glaubens unerfahren sind, führen die Prediger der falschen Lehren die Namen unseres Herrn Jesu Christi, der All-Heiligen Gottesgebärerin und vieler Heiliger, insbesondere des Heiligen Sergius von Radonesch und des Heiligen Johannes von Kronstadt, unnütz im Munde , was Lästerung und Falschaussage ist.
Das Geweihte Bischofskonzil, der apostolischen Tradition folgend, bezeugt: alle oben aufgelisteten Sekten und „neuen religiösen Bewegungen“ sind mit dem Christentum inkompatibel. Die Menschen, die die Lehren dieser Sekten und Bewegungen teilen, und, mehr noch, bei ihrer Verbreitung mitwirken, HABEN SICH AUS DER ORTHODOXEN KIRCHE EXKOMMUNIZIERT.
Das Bischofskonzil hält es für unzulässig, orthodoxe Symbole (Ikonen, Fresken, Abbildungen von Gotteshäusern und Klöstern) in okkult-heidnischen und sektiererischen Publikationen zu verwenden, und verurteilt es, Aufnahmen von orthodoxer Musik in Radio- und Fernsehsendungen, welche die oben aufgelisteten Kulte propagieren, zu übertragen, und missbilligt es scharf, dass Orthodoxe an Maßnahmen teilnehmen, die von solchen in diesem Beschluss erwähnten Gruppen organisiert werden.
Zugleicht beruft das Bischofskonzil alle treuen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche, das Evangelium unseres Herrn Jesu Christi weit zu propagieren, Menschen über die Tödlichkeit der Irrlehren aufzuklären und demjenigen zu helfen, wer vorübergehend fehlgegangen ist, indem er der Propaganda der sektiererischen Prediger nachgegeben hat. Allerdings darf der Widerstand gegenüber falschen Ansichten nicht mit Intoleranz gegenüber den Trägern solcher mit dem Christentum inkompatiblen Lehren selbst einhergehen. „ Wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht … habet keinen Umgang mit ihm … und achtet ihn nicht als einen Feind, sondern weiset ihn zurecht als einen Bruder“ (2 Thes 3,14-15).
Wir berufen alle Mitglieder der Kirche, für die Aufklärung der von den Irrlehren Besessenen zu beten und „ das uns anvertraute Gut“ fest zu bewahren, indem wir uns „von den ungöttlichen, eitlen Reden und Widersprüchen der fälschlich sogenannten Kenntnis“ wegwenden“ (1 Tim 6,20)“.
Die Heilige Schrift über Magie und Ähnliches: „So spricht der Herr!“
Die prophetischen und apostolischen Worte über Weissagung, Wahrsagung, Zauberei, Hexerei, Zeichendeuterei, Geisterbeschwörung, Augurium und anderer Arten der Magie
Es gibt keinen modernen Magier oder Zauber („Hellseher“, Parapsychologen bzw. anderen Adepten des Okkultismus), der auf diese oder jene Weise nicht versucht hätte, die Rechtfertigung seiner Tätigkeit in der Bibel zu finden. Deshalb wird das, was die Heilige Schrift über all das (also über diejenigen, die sich mit den okkulten Praktiken beschäftigen) sagt, noch interessanter. Die weite Liste der alten Epitheta, die in den biblischen Texten benutzt werden und sich auf die Magie beziehen, lässt keinen Zweifel daran, dass sie das gesamte Spektrum des modernen Erbes dieses schwarzen Gebiets der menschlichen „Tätigkeit“ umfangen. Diejenigen, die in der Bibel als Magier bzw. Toten- und Geistesbeschwörer beschrieben sind, die flüstern und murmeln, die Bannsprecher, Zauberer, Hellseher, Wahrsager, Zeichendeuter, die Magie und Zauberei betreiben, die Wolken, Kelche, Bäume u.a. deuten, die in Wäldern weihrauchen, die Idole anbeten, die Teraphime machen, sind die modernen Spiritisten, Astrologen, „Hellseher“, also Personen mit außersinnlicher Wahrnehmung, Zauberer, volkstümliche Heilpraktiker, "Bannsprecher“, „Schwätzer“ und anderer Vertreter des praktischen Okkultismus und der sogenannten „Psy-Phänomene“. Dieser Beruf ist eben so uralt, wie der andere bekannte Beruf. Zudem ist mit dem in der Bibel häufig benutzten Wort „ Hurerei“ in der Regel eher Magie als die eigentliche Unzucht gemeint. Das Wort Gottes weist auf das erste nicht nur als auf den Vorläufer des zweiten hin, sondern auch als auf die Grundlage vieler Katastrophen des historischen und des spirituellen Daseins der Menschen.
Also geben wir das Wort der Heiligen Schrift, ohne Kommentare - denn SO SPRICHT DER HERR
Nachdem der Herr das von ihm auserwählte Volk aus Ägypten – dem „Haus der Sklaverei“, wo die Magie bis auf den Rang des staatlichen Religion erhoben worden war, herausgeführt hatte, gab ER ihnen die Gesetze, nach denen das von der ägyptischen Weltauffassung befreite und durch die vierzig Jahre der Wüste bereinigte Volk leben sollte. Der Magie wurde eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Herr lehrte darüber wie folgt:
[2 Mose 22,18] Eine Zauberin sollst du nicht leben lassen .
[3 Mose 19,26] ... ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zauberei treiben.
[3 Mose 19,31] Ihr sollt euch nicht zu den Totenbeschwörern und zu den Wahrsagern wenden; ihr sollt sie nicht aufsuchen, euch an ihnen zu verunreinigen. Ich bin Jahwe, euer Gott.
[3 Mose 20,26-27] Und ihr sollt mir heilig sein, denn ich bin heilig, ich, Jahwe; und ich habe euch von den Völkern abgesondert, um mein zu sein. Und wenn in einem Manne oder einem Weibe ein Totenbeschwörer- oder Wahrsagergeist ist, so sollen sie gewißlich getötet werden; man soll sie steinigen, ihr Blut ist auf ihnen.
[5 Mose 18,10-14] Es soll keiner unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier, oder Bannsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder der die Toten befragt. Denn ein Greuel für Jahwe ist ein jeder, der diese Dinge tut; und um dieser Greuel willen treibt Jahwe, dein Gott, sie [die Nationen] vor dir aus. Du sollst vollkommen sein gegen Jahwe, deinen Gott. Denn diese Nationen, die du austreiben wirst, hören auf Zauberer und auf Wahrsager; du aber, nicht also hat Jahwe, dein Gott, dir gestattet.
Nachdem die Seele des Volkes Israels etwas friedlicher geworden war, wies der Herr über den Propheten auf die Ursache des Friedens hin:
[4 Mose 23,21-23] Er erblickt keine Ungerechtigkeit in Jakob und sieht kein Unrecht in Israel; Jahwe, sein Gott, ist mit ihm, und Jubelgeschrei wie um einen König ist in seiner Mitte. Gott hat ihn aus Ägypten herausgeführt; sein ist die Stärke des Wildochsen. Denn da ist keine Zauberei wider Jakob, und keine Wahrsagerei wider Israel. Um diese Zeit wird von Jakob und von Israel gesagt werden, was Gott gewirkt hat.
Während die Magie treibenden heidnischen Völker durch den Willen Gottes vernichtet wurden, wurde es betont:
[Jos 13,22] Und Bileam, den Sohn Beors, den Wahrsager, töteten die Kinder Israel mit dem Schwerte, nebst ihren Erschlagenen.
Als der Herr dem König Saul über den Propheten Samuel auf die Widerspenstigkeit gegenüber den Willen Gottes erwies, sagte ER so:
[1 Sam 15,22-23] Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst.
Über die Ursachen des mannigfachen Unheils der israelischen und später auch der jüdischen Königtümer sprach der Herr viel und klar zu den Propheten:
[2 Kön 17,14-20] Aber sie hörten nicht und verhärteten ihren Nacken, gleich dem Nacken ihrer Väter, welche Jahwe, ihrem Gott, nicht geglaubt hatten. Und sie verachteten seine Satzungen und seinen Bund, den er mit ihren Vätern gemacht, und seine Zeugnisse, die er ihnen bezeugt hatte; und sie wandelten der Eitelkeit nach und handelten eitel, und den Nationen nach, die rings um sie her waren, von denen Jahwe ihnen geboten hatte, nicht wie sie zu tun. Und sie verließen alle Gebote Jahwes, ihres Gottes, und machten sich gegossene Bilder, zwei Kälber, und machten eine Aschera, und bückten sich vor dem ganzen Heere des Himmels und dienten dem Baal. Und sie ließen ihre Söhne und ihre Töchter durchs Feuer gehen, und trieben Wahrsagerei und Zauberei, und verkauften sich, zu tun, was böse war in den Augen Jahwes, um ihn zu reizen. Da erzürnte Jahwe sehr über Israel und tat es vor seinem Angesicht hinweg; es blieb nichts übrig, nur der Stamm Juda allein. Auch Juda beobachtete nicht die Gebote Jahwes, seines Gottes; und sie wandelten in den Satzungen Israels, die es gemacht hatte. Da verwarf Jahwe den ganzen Samen Israels und demütigte sie, und er gab sie in die Hand von Plünderern, bis er sie von seinem Angesicht weggeworfen hatte.
[2 Kön 21,1-6] Zwölf Jahre war Manasse alt, als er König wurde, und er regierte fünfundfünfzig Jahre zu Jerusalem; und der Name seiner Mutter war Hephzi-Bah. Und er tat, was böse war in den Augen Jahwes, nach den Greueln der Nationen, die Jahwe vor den Kindern Israel ausgetrieben hatte. Und er baute die Höhen wieder auf, die sein Vater Hiskia zerstört hatte, und errichtete dem Baal Altäre, und machte eine Aschera, so wie Ahab, der König von Israel, gemacht hatte, und er beugte sich nieder vor dem ganzen Heere des Himmels und diente ihnen. Und er baute Altäre in dem Hause Jahwes, von welchem Jahwe gesagt hatte: In Jerusalem will ich meinen Namen setzen. Und er baute dem ganzen Heere des Himmels Altäre in den beiden Höfen des Hauses Jahwes. Und er ließ seinen Sohn durchs Feuer gehen, und er trieb Zauberei und Wahrsagerei, und bestellte Totenbeschwörer und Wahrsager: er tat viel Böses in den Augen Jahwes, um ihn zu reizen.
[Jes 8,19-22] Und wenn sie zu euch sprechen werden: Befraget die Totenbeschwörer und die Wahrsager, die da flüstern und murmeln, so sprechet: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Soll es für die Lebenden die Toten befragen? Zum Gesetz und zum Zeugnis! Wenn sie nicht nach diesem Worte sprechen, so gibt es für sie keine Morgenröte. Und es wird darin umherziehen, schwer gedrückt und hungernd. Und es wird geschehen, wenn es Hunger leidet, so wird es erzürnt sein und seinen König und seinen Gott verfluchen. Und es wird aufwärts schauen und wird zur Erde blicken: und siehe, Drangsal und Finsternis, angstvolles Dunkel; und in dichte Finsternis ist es hineingestoßen.
[Jes 47,9-15] Dieses beides wird über dich kommen in einem Augenblick, an einem Tage: Kinderlosigkeit und Witwentum; in vollstem Maße werden sie über dich kommen, trotz der Menge deiner Zaubereien, trotz der gewaltigen Zahl deiner Bannsprüche. Und du vertrautest auf deine Bosheit, du sprachst: Niemand sieht mich. Deine Weisheit und dein Wissen das hat dich irregeführt; und du sprachst in deinem Herzen: Ich bin's, und gar keine sonst! Aber es kommt ein Unglück über dich, das du nicht wegzaubern kannst; und ein Verderben wird über dich herfallen, welches du nicht zu sühnen vermagst; und plötzlich wird eine Verwüstung über dich kommen, die du nicht ahnst.
Tritt doch auf mit deinen Bannsprüchen und mit der Menge deiner Zaubereien, worin du dich abgemüht hast von deiner Jugend an! Vielleicht kannst du dir Nutzen schaffen, vielleicht wirst du Schrecken einflößen. Du bist müde geworden durch die Menge deiner Beratungen. Sie mögen doch auftreten und dich retten, die Himmelszerleger, die Sternebeschauer, welche jeden Neumond kundtun, was über dich kommen wird! ...Siehe, sie sind wie Stoppeln geworden, Feuer hat sie verbrannt! Vor der Gewalt der Flamme konnten sie ihr Leben nicht retten: Es war keine Kohle, um sich zu wärmen, kein Feuer, um davor zu sitzen.
Also sind dir geworden, für welche du dich abgemüht hast; deine Handelsgenossen von deiner Jugend an, sie irren umher, ein jeder nach seiner Richtung hin; niemand hilft dir.
Über das Lügen der Wahrsager und seine Folgen spricht der Herr wie folgt:
[Jer 29:8-9] Denn so spricht Jahwe der Heerscharen, der Gott Israels: Laßt euch von euren Propheten, die in eurer Mitte sind, und von euren Wahrsagern nicht täuschen; und höret nicht auf eure Träume, die ihr euch träumen lasset. Denn sie weissagen euch falsch in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt, spricht Jahwe.
[Hes 13:3-10,17-23] So spricht der Herr, Jahwe: Wehe den törichten Propheten, welche ihrem eigenen Geiste nachgehen und dem, was sie nicht gesehen haben! Wie Füchse in den Trümmern sind, Israel, deine Propheten geworden. In die Risse seid ihr nicht getreten, und die Mauer habt ihr nicht vermauert um das Haus Israel her, um standzuhalten im Streit am Tage Jahwes. Sie schauten Eitles und Lügenwahrsagung, die da sagen: "Spruch Jahwes!", obwohl Jahwe sie nicht gesandt hat; und sie ließen hoffen, dass ihr Wort erfüllt würde. Schautet ihr nicht ein eitles Gesicht, und sprachet ihr nicht Lügenwahrsagung, als ihr sagtet: "Spruch Jahwes!", und ich hatte doch nicht geredet?
Darum spricht der Herr, Jahwe, also: Weil ihr Eitles redet und Lüge schauet, darum, siehe, will ich an euch, spricht der Herr, Jahwe; und meine Hand wird wider die Propheten sein, die Eitles schauen und Lüge wahrsagen. Im Rate meines Volkes sollen sie nicht stehen, und in das Buch des Hauses Israel nicht eingeschrieben werden, und in das Land Israel sollen sie nicht kommen. Und ihr werdet wissen, dass ich der Herr, Jahwe, bin. Darum, ja, darum dass sie mein Volk irreführen und sprechen: Friede! obwohl kein Friede da ist;
Und du, Menschensohn, richte dein Angesicht wider die Töchter deines Volkes, welche aus ihrem Herzen weissagen; und weissage wider sie und sprich: So spricht der Herr, Jahwe: Wehe denen, welche Binden zusammennähen über alle Gelenke der Hände und Kopfhüllen machen für Häupter jedes Wuchses, um Seelen zu fangen! Die Seelen meines Volkes fanget ihr, und eure Seelen erhaltet ihr am Leben?
Und ihr entheiliget mich bei meinem Volke für einige Hände voll Gerste und für einige Bissen Brotes, indem ihr Seelen tötet, die nicht sterben, und Seelen am Leben erhaltet, die nicht leben sollten; indem ihr mein Volk belüget, das auf Lügen hört? -
Darum spricht der Herr, Jahwe, also: Siehe, ich will an eure Binden, mit welchen ihr fanget, will die Seelen wegfliegen lassen und sie von euren Armen wegreißen; und ich will die Seelen freilassen, die ihr fanget, die Seelen, dass sie wegfliegen.
Und ich werde eure Kopfhüllen zerreißen und mein Volk aus eurer Hand erretten, damit sie nicht mehr zur Beute werden in eurer Hand. Und ihr werdet wissen, dass ich Jahwe bin.
Weil ihr das Herz des Gerechten mit Lüge kränket, da ich ihn doch nicht betrübt habe, und weil ihr die Hände des Gesetzlosen stärket, damit er von seinem bösen Wege nicht umkehre, um sein Leben zu erhalten: darum sollt ihr nicht mehr Eitles schauen und nicht ferner Wahrsagerei treiben; und ich werde mein Volk aus eurer Hand erretten. Und ihr werdet wissen, dass ich Jahwe bin.
Über die Entstehung der Magie:
[Jes 2,6] Denn du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstoßen; denn sie sind voll dessen, was vom Morgenlande kommt, und sind Zauberer gleich den Philistern, und schlagen ein mit den Kindern der Fremden .
Die Prophezeiung über Ägypten:
[Jes 19,1-4] Siehe, Jahwe fährt auf schneller Wolke und kommt nach Ägypten. Und die Götzen Ägyptens beben vor ihm, und das Herz Ägyptens zerschmilzt in seinem Innern. Und ich will Ägypten aufreizen gegen Ägypten; und sie werden streiten, ein jeder wider seinen Bruder und ein jeder wider seinen Nächsten, Stadt wider Stadt, Königreich wider Königreich. Und der Geist Ägyptens wird vergehen in seinem Innern, und ich will seinen Ratschlag zunichte machen: und sie werden die Götzen und die Beschwörer und die Zauberer und die Wahrsager befragen. Und ich will die Ägypter überliefern in die Hand eines harten Herrn; und ein grausamer König wird über sie herrschen, spricht der Herr, Jahwe der Heerscharen.
Die Prophezeiung über Babylon:
[Jer 50,35-36] Das Schwert über die Chaldäer, spricht Jahwe, und über die Bewohner von Babel und über seine Fürsten und über seine Weisen! Das Schwert über die Schwätzer, dass sie zu Narren werden! Das Schwert über seine Helden, dass sie verzagen!
Über den Magismus der heidnischen Riten und ihre spirituellen Folgen sprach der Herr wie folgt:
[Hos 4,12-14] Mein Volk befragt sein Holz, und sein Stab tut es ihm kund; denn der Geist der Hurerei hat es irregeführt, und, ihren Gott verlassend, huren sie. Sie opfern auf den Gipfeln der Berge und räuchern auf den Hügeln, unter Eiche und Pappel und Terebinthe, weil ihr Schatten gut ist; darum huren eure Töchter und treiben eure Schwiegertöchter Ehebruch. Ich werde es an euren Töchtern nicht heimsuchen, dass sie huren, und an euren Schwiegertöchtern, dass sie Ehebruch treiben; denn sie selbst gehen mit den Huren beiseite und opfern mit den Buhldirnen; und das Volk, das keinen Verstand hat, kommt zu Fall.
[Jes 57,1-6] Der Gerechte kommt um, und niemand nimmt es zu Herzen, und die Frommen werden hinweggerafft, ohne dass jemand es beachtet, dass der Gerechte vor dem Unglück hinweggerafft wird. Er geht ein zum Frieden; sie ruhen auf ihren Lagerstätten, ein jeder, der in Geradheit gewandelt hat. Und ihr, nahet hierher, Kinder der Zauberin, Same des Ehebrechers und der Hure! Über wen machet ihr euch lustig, über wen sperret ihr das Maul auf und strecket die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder des Abfalls, ein Same der Lüge, die ihr für die Götzen entbranntet unter jedem grünen Baume, die ihr Kinder in den Tälern schlachtetet unter den Klüften der Felsen? An den glatten Steinen des Talbaches war dein Teil; sie, sie waren dein Los; auch gossest du ihnen Trankopfer aus, opfertest ihnen Speisopfer. Sollte ich mich darüber trösten?
Über die Habsucht der Magier aller Zeiten und Völker sprach der Herr so:
[Mi 3,5-8] So spricht Jahwe über die Propheten, die mein Volk irreführen, welche mit ihren Zähnen beißen, und Frieden rufen; und wer ihnen nichts ins Maul gibt, wider den heiligen sie einen Krieg: Darum soll es euch Nacht werden, ohne Gesicht, und Finsternis werden, ohne Wahrsagung; und die Sonne wird über den Propheten untergehen, und der Tag über ihnen schwarz werden. Und die Seher werden beschämt und die Wahrsager zu Schanden werden, und sie werden allesamt den Bart verhüllen, weil keine Antwort Gottes da ist. Ich hingegen, ich bin mit Kraft erfüllt durch den Geist Jahwes, und mit Recht und Stärke, um Jakob seine Übertretung kundzutun und Israel seine Sünde.
Über die kommende Vergeltung sprach der Herr so:
[Hos 9,7] Gekommen sind die Tage der Heimsuchung, gekommen die Tage der Vergeltung; Israel wird es erfahren. Der Prophet wird närrisch, der Mann des Geistes wahnsinnig, wegen der Größe deiner Ungerechtigkeit und der großen Feindseligkeit.
[Mi 5,9-14] Und es wird geschehen an jenem Tage, spricht Jahwe, da werde ich deine Rosse ausrotten aus deiner Mitte und deine Wagen vernichten. Und ich werde ausrotten die Städte deines Landes und alle deine Festungen niederreißen. Und ich werde die Wahrsagereien ausrotten aus deiner Hand, und du wirst keine Zauberer mehr haben. Und ich werde deine geschnitzten Bilder und deine Bildsäulen aus deiner Mitte ausrotten, und du wirst dich nicht mehr niederwerfen vor dem Werke deiner Hände. Und ich werde deine Ascherim herausreißen aus deiner Mitte und deine Städte vertilgen. Und ich werde in Zorn und in Grimm Rache üben an den Nationen, die nicht gehört haben.
[Nah 3,4-6] Wegen der vielen Hurereien der anmutvollen Hure, der Zauberkundigen, welche Nationen verkauft mit ihren Hurereien und Geschlechter mit ihren Zaubereien. Siehe, ich will an dich, spricht Jahwe der Heerscharen; und ich werde deine Säume aufdecken über dein Angesicht, und die Nationen deine Blöße sehen lassen und die Königreiche deine Schande. Und ich werde Unrat auf dich werfen, und dich verächtlich machen und dich zur Schau stellen.
[Sach 13,1-5] An jenem Tage wird ein Quell geöffnet sein dem Hause Davids und den Bewohnern von Jerusalem für Sünde und für Unreinigkeit. Und es wird geschehen an jenem Tage, spricht Jahwe der Heerscharen, da werde ich die Namen der Götzen ausrotten aus dem Lande, und ihrer wird nicht mehr gedacht werden; und auch die Propheten und den Geist der Unreinheit werde ich aus dem Lande wegschaffen. Und es wird geschehen, wenn ein Mann ferner weissagt, so werden sein Vater und seine Mutter, seine Erzeuger, zu ihm sprechen: Du darfst nicht leben, denn du hast Lüge geredet im Namen Jahwes! Und sein Vater und seine Mutter, seine Erzeuger, werden ihn durchbohren, wenn er weissagt. Und es wird geschehen an jenem Tage, da werden die Propheten sich schämen, ein jeder über sein Gesicht, wenn er weissagt; und sie werden nicht mehr einen härenen Mantel anlegen, um zu lügen. Und er wird sprechen: Ich bin kein Prophet, ich bin ein Mann, der das Land bebaut; denn man hat mich gekauft von meiner Jugend an.
[Mal 3,5] Und ich werde euch nahen zum Gericht und werde ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer und gegen die Ehebrecher und gegen die falsch Schwörenden; und gegen die, welche den Tagelöhner im Lohn, die Witwe und die Waise bedrücken und das Recht des Fremdlings beugen, und mich nicht fürchten, spricht Jahwe der Heerscharen.
Wer stellte sich der apostolischen Predigt entgegen?
[Apg 13,6-12] Als sie aber die ganze Insel bis Paphos durchzogen hatten, fanden sie einen gewissen Mann, einen Magier, einen falschen Propheten, einen Juden, mit Namen Bar-Jesus, der bei dem Prokonsul Sergius Paulus war, einem verständigen Manne. Dieser rief Barnabas und Saulus herbei und begehrte das Wort Gottes zu hören.
Elymas aber, der Zauberer (denn so wird sein Name verdolmetscht), widerstand ihnen und suchte den Prokonsul von dem Glauben abwendig zu machen. Saulus aber, der auch Paulus heißt, erfüllt mit Heiligem Geiste, blickte unverwandt auf ihn hin und sprach: O du, voll aller List und aller Bosheit, Sohn des Teufels, Feind aller Gerechtigkeit! Willst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren? Und jetzt siehe, die Hand des Herrn ist auf dir! Und du wirst blind sein und die Sonne eine Zeitlang nicht sehen. Und alsbald fiel Dunkel und Finsternis auf ihn; und er tappte umher und suchte solche, die ihn an der Hand leiteten.
Dann, als der Prokonsul sah, was geschehen war, glaubte er, erstaunt über die Lehre des Herrn.
Über die Listigkeit der Magier:
[Apg 8,9-24] Ein gewisser Mann aber, mit Namen Simon, befand sich vorher in der Stadt, der Zauberei trieb und das Volk von Samaria außer sich brachte, indem er von sich selbst sagte, dass er etwas Großes sei; welchem alle, vom Kleinen bis zum Großen, anhingen, indem sie sagten: Dieser ist die Kraft Gottes, die man die große nennt. Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit den Zaubereien außer sich gebracht hatte. Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium von dem Reiche Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Weiber. Aber auch Simon selbst glaubte, und als er getauft war, hielt er sich zu Philippus; und als er die Zeichen und großen Wunder sah, welche geschahen, geriet er außer sich.
Als aber die Apostel, welche in Jerusalem waren, gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen; welche, als sie hinabgekommen waren, für die beteten, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten; denn er war noch nicht auf einen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.
Als aber Simon sah, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der [Heilige] Geist gegeben wurde, bot er ihnen Geld an und sagte: Gebet auch mir diese Gewalt, auf dass, wem irgend ich die Hände auflege, er den Heiligen Geist empfange.
Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du gemeint hast, dass die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei! Du hast weder Teil noch Los an dieser Sache, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. Tue nun Buße über diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir etwa der Anschlag deines Herzens vergeben werde; denn ich sehe, dass du in Galle der Bitterkeit und in Banden der Ungerechtigkeit bist. Simon aber antwortete und sprach: Bittet ihr für mich den Herrn, damit nichts über mich komme von dem, was ihr gesagt habt.
Über die falsche Natur der Wahrsagerei:
[Apg 16,16-19] Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, dass uns eine gewisse Magd begegnete, die einen Wahrsagergeist hatte, welche ihren Herren vielen Gewinn brachte durch Wahrsagen. Diese folgte dem Paulus und uns nach und schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Höchsten, die euch den Weg des Heils verkündigen.
Dies aber tat sie viele Tage. Paulus aber, tiefbetrübt, wandte sich um und sprach zu dem Geiste: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus zu derselben Stunde.
Über die Unterschiede im geistigen Tun und über die Folgen der Umkehr zur Wahrheit:
[Apg 19,13-20] Aber auch etliche von den umherziehenden jüdischen Beschwörern unternahmen es, über die, welche böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus auszurufen, indem sie sagten: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, welchen Paulus predigt! Es waren aber gewisse Söhne eines jüdischen Hohenpriesters Skeva, ihrer sieben, die dies taten.
Der böse Geist aber antwortete und sprach zu ihnen: Jesum kenne ich, und von Paulus weiß ich; aber ihr, wer seid ihr? Und der Mensch, in welchem der böse Geist war, sprang auf sie los und bemeisterte sich beider und überwältigte sie, so dass sie nackt und verwundet aus jenem Hause entflohen.
Dies aber wurde allen bekannt, sowohl Juden als Griechen, die zu Ephesus wohnten; und Furcht fiel auf sie alle, und der Name des Herrn Jesus wurde erhoben. Viele aber von denen, die gläubig geworden waren, kamen und bekannten und verkündigten ihre Taten.
Viele aber von denen, welche vorwitzige Künste getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen; und sie berechneten den Wert derselben und fanden ihn zu fünfzigtausend Stück Silber. Also wuchs das Wort des Herrn mit Macht und nahm überhand.
Über das Böse und das Gute im Menschen:
[Gal 5,16-24] Ich sage aber: Wandelt im Geiste, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander entgegengesetzt, auf dass ihr nicht das tuet, was ihr wollt. Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter Gesetz.
Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind: Hurerei, Unreinigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Sekten, Neid, Totschlag, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, von denen ich euch vorhersage, gleichwie ich auch vorhergesagt habe, dass, die solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden.
Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; wider solche gibt es kein Gesetz.
Die Offenbarung über das Ende der Zeitalter:
[Offb 9,20-21] Und die übrigen der Menschen, welche durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten nicht Buße von den Werken ihrer Hände, dass sie nicht anbeteten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die ehernen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können.
Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten, noch von ihren Zaubereien, noch von ihrer Hurerei, noch von ihren Diebstählen.
[Offb 18,21-24] Und ein starker Engel hob einen Stein auf wie einen großen Mühlstein und warf ihn ins Meer und sprach: Also wird Babylon, die große Stadt, mit Gewalt niedergeworfen und nie mehr gefunden werden.
Und die Stimme der Harfensänger und Musiker und Flötenspieler und Trompeter wird nie mehr in dir gehört werden, und nie mehr wird ein Künstler irgend welcher Kunst in dir gefunden werden, und das Geräusch des Mühlsteins wird nie mehr in dir gehört werden, und das Licht einer Lampe wird nie mehr in dir scheinen, und die Stimme des Bräutigams und der Braut wird nie mehr in dir gehört werden; denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde; denn durch deine Zauberei sind alle Nationen verführt worden.
Und in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen gefunden und von allen denen, die auf der Erde geschlachtet worden sind.
So spricht der Herr selbst:
[Offb, 21,6-8] Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.
Wer überwindet, wird dieses ererben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.
Den Feigen aber und Ungläubigen und mit Greueln Befleckten und Mördern und Hurern und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern, ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches der zweite Tod ist.
[Offb 22,13-16] Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
Glückselig, die ihre Kleider waschen, auf dass sie ein Recht haben an dem Baume des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen!
Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge zu bezeugen in den Versammlungen.
[1] Anatoli Kaschpirowski und Allan Tschumak sind okkultistisch orientierte Hypnotiseure, die durch Fernsehauftritte in der ehemaligen UdSSR populär wurden und vorgeben, Wunderheiler zu sein. Menschen, die bei ihnen Heilung suchten, berichten oft von Verschlechterungen ihrer Krankheiten, Auftreten von psychischen Störungen, dem Hören von Stimmen und Besessenheit. (Anm.d.Ü.)
[2] Im zwölften Jahrhundert kamen zum Patriarchensynod in Konstantinopel Türken, die behaupteten, sie seien Christen. „Wie kam es dazu, dass man Euch Türken, Mohammedaner, getauft hat?“, wurden sie gefragt. Sie antworteten, dass sie eine Sitte hätten, ihre Kinder bei orthodoxen Priestern taufen zu lassen, denn ihrer Meinung nach befand sich in jedem neugeborenen Kind ein böser Geist, der „wie ein Hund stank“, solange das Kind die Christliche Taufe nicht bekommen habe. Der Synod erkannte solch eine Taufe nicht an, denn sie wurde nicht als Mittel gesucht, das den Menschen von jeglichem seelischen Makel bereinigt, erleuchtet und heiligt; nicht mit einer guten orthodoxen Absicht, sondern wie eine „körperliche Arznei“ und Magie. (Еп. Никодим Милаш. Правила Правосл. Церкви с истолкованиями. СПб., 1911, т.1, с 615).
[3] Dabei muss berücksichtigt werden, dass viele, nachdem sie sich in den Okkultismus versenkt hatten, aufrichtig glaubten, das „das wahre Christentum“ errungen zu haben.
[4] Der Hl. Method war ein hochverehrte Bekenner, der zu seiner Zeit für den Schutz der heiligen Ikonen eingetreten war, wofür er Folter und Haft in einem furchtbaren Kerker auf einer der Prinzeninseln ertragen musste. Als Ausgebildetster aller Mönche schrieb er in Rom die Werke des Dionysius Areopagita ab. Es ist ein ganzer Korpus an theologischen, kanonischen und hagiographischen Werken von Method erhalten. Methods Vita berichtet, dass er sieben Gebetssammlungen („Psalter“) verfasste, aus denen er jeweils eine Woche lang vorlas, ohne Essen zu sich zu nehmen. An den Wochentagen der Fastenzeit nahm er nicht einmal Wasser zu sich, sondern trank nur samstags und sonntags. Am 4. März 843 wurde er zum Bischof geweiht. Am 11. März wurde er auf den Patriarchen thron inthronisiert. Der Hl. Patriarch Method ist Autor der Ordnung des Gottesdienstes zu Ehren des Triumphs der Orthodoxie, die zur Gedenkfeier des Sieges über den Ikonoklasmus zusammengefasst wurde [und am ersten Sonntag des Großen Fasten zelebriert wird].
[5] Die Anwendung der Regel des Hl. Method ist einigermaßen umstritten. Manche Kirchenhistoriker bezeichnen die gottesdienstliche Ordnung, die sich auf ihre praktische Anwendung bezieht, als „mittelalterliche griechische Praxis“, die in der synodalen Periode der Russischen Kirche entschieden verworfen worden sei. Diesbezüglich wäre folgendes bemerkenswert: das Patriarchenamt des Hl. Method dauerte von 834 bis 837, und bereits 866 berichtete Patriarch Photios in seinem Sendschreiben an die Ostpatriarchen von der Bekehrung der Russen und davon, dass seine ehemaligen Feinde ihn gebeten hätten, ihnen einen Bischof zu weihen. Das Nomokanon des Patriarchen Photios enthält diese Regel (Kap. 56); also wurde sie auch angewandt. Russland nahm die Orthodoxie mit „allem Griechischen“ auf, einschließlich der Praxis der Aufnahme der Abtrünnigen in die Kirche. Daher war diese Regel in allen Euchologia enthalten, wo sie vor dem griechischen Original gelandet war, und daher wurde auf sie durch Metropolit Petro Mohyla verwiesen. Sie entkam auch den Berichtigungen des Patriarchen Nikon, die er bereits im Jahre 1659 im Nomokanon vornahm, auch wenn die Ordnung der Aufnahme von Häretikern leicht modifiziert wurde.
Für das kirchliche Bewusstsein Russlands der synodalen Periode (17. und 18. Jh.) war es undenkbar, den Abtrünnigen von der Orthodoxie das Sakrament erneut zu spenden. Dies wurde nicht nur als kirchliches, sondern auch als schweres staatliches Verbrechen angesehen und endete in manchen Fällen mit der Todesstrafe.
[6] Im Erlass des Hl. Synods „Wie Häretiker oder Abtrünnige aufzunehmen sind“ («Како приимат иеретики или отступники…»), der in den Euchologia seit Beginn des 17. Jh. (z.B. «Чинопоследование соединяемых…», Москва, Синод. т. 1849) zu finden ist, wird diese Ordnung völlig vernachlässigt. Nicht einmal der Erzpriester Sergius Bulgakow erwähnt sie in seinem ersten Band des „Leitfadens für Kleriker“ («Настольная книга священнослужителя»). Dennoch werden sowohl die Regel des Hl. Method als auch die dazugehörige gottesdienstliche Ordnung immer wieder in verschiedenen Euchologia veröffentlicht. Dabei besteht allerdings eine schwer zu erklärende Besonderheit. Seine spätere Auffassung der synodalen Periode unterscheidet sich in wesentlichen Fragmenten prinzipiell von den früheren Versionen (darunter auch von der ersten Übersetzung des Nomokanons, die in der Zeit des Patriarchen Iosif vorgenommen wurde).
Die Regel des Hl. Method ist eine Form der kirchliche Oikonomia in Bezug auf die 73. Regel des Hl. Basilios dem Großen und die oben erwähnte Regel des Gregor von Nyssa über die „Kommunion der willentlich Abgetretenen, die nur am Sterbebett zu spenden ist“. Doch war sie in der damaligen Tradition (zur Zeit des Ikonoklasmus) auch sehr streng: sechs Jahre Kirchenbann für diejenigen, die durch Angst ausgetreten waren, und ihre Aufnahme durch Myronsalbung; zehn Jahre für willentlich Ausgetretene und dann ebenfalls Aufnahme durch Myronsalbung. Beide Kategorien von Abtrünnigen wurden nach der Myronsalbung sofort zur Kommunion zugelassen.
In der späteren Auffassung mussten diejenigen, die aus Angst ausgetreten waren, sich während zwei Perioden des Großen Fastens (also nur zwei und nicht sechs Jahre lang) vorbereiten und nach der darauffolgenden Myronsalbung sofort zur Kommunion zugelassen werden; diejenigen, die willentlich ausgetreten waren, sollten sich ebenso lange (also nicht zehn Jahre lang) vorbereiten und dann ebenso mit Myron gesalbt werden, aber die Kommunion durften sie erst am Sterbebett empfangen. Diese deutlich künstliche und widersprüchliche Auffassung, die sich anscheinend aus den theologischen und kanonischen (eventuell auch politischen) Perturbationen der Epoche erklärt, zeigt, dass alles irgendwie doch zu den Regeln der erwähnten Hl. Hierarchen zurückkehrt. Sogar die Lesung dieses Erlasses bedarf besonderer Forschung – er verweist nämlich auf die 95. Regel der Trullianischen Synode, wobei aber diese Regel die Hauptidee des Erlasses nicht bestätigt.
[7] Vgl. Jak 3,7. (Anm.d.Ü.)
[8] Die Ordnung der Segnung der Brote auf der Vesper. (Anm.d.Ü.)
[9] „Erscheine, Herr, über diesem Wasser…“
[10] Eine „Ordnung“ ist aber keinesfalls eine „individuelle Schöpfung“...
[11] Das Bischofskonzil 1994 hat nach ausführlicher Prüfung die Lehre von Nikolas und Helena Roerich als okkultistisch bezeichnet und beschossen, dass sie und ihre Nachfolger von der Kirche exkommuniziert werden. (A.d.Ü.)
[12] In der Praxis der langjährigen Beobachtung von Menschen, die diesem „Charisma“ unterlagen, ist uns aufgefallen, dass seine Folgen in der menschlichen Seele länger und schädlicher wirken als selbst ernsthafte okkultistische „Initiationen“.
[13] Die gefallenen Geister, die in der Roerichs-Lehre als „Lehrer der Menschheit“ dargestellt werden. (A.d.Ü.)
[14] Offb 2,24. (Anm.d.Ü)
[15] Prof. Dr. Erzdiakon Andrey Kuraew. (Anm.d.Ü.)
[16] Die Moon-Sekte „prophezeit“ die Nähe des Weltuntergangs in Form des Dritten Weltkriegs, im Laufe dessen Moon der Gebieter des Universums werde, (Anm.d.Ü.)
[17] Mitglieder der russischen Abteilung der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewegung und ihrer Abzweige. (Anm.d.Ü.)
[18] Vgl. Röm. 9:5. (Anm.d.Ü.)
[19] Unter Mahatmas werden in der von Eheleuten Roerich dargelegten Agni-Yoga-Lehre spirituelle Lehrer verstanden, die über okkulte Kräfte verfügen und an der „spirituellen“ Evolution der Erde teilnehmen. Sie wohnen angeblich in Shambala im Himalaya. Die Agni-Yoga sei durch diese Lehrer offenbart worden. (Anm.d.Ü.)
[20] Eine Antithese zum Satz aus dem Evangelium: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich.“ (Joh14,6)
[21] Bei den Kappadokiern sind die Begriffe „Wesen“ und „Natur“ in vielen Kontexten austauschbar
[22] Lk 17,21 (A.d.Ü.)
[23] Die okkulte Transformation ist nicht nur eine hässliche Verzerrung der christlichen Auffassung der spirituellen Verklärung durch die Erlangung des Heiligen Geistes, sondern auch eine Verzerrung des Sinnes der Tabor-Verklärung des Heilandes selbst.
[24] Wir erwähnen einige ernsthafte Werke zu diesem Thema: „Fourteen Lessons in Yogi Philosophy“ von Ramacharaka; „The Occult Anatomy of Man“ von Manly Hall; „Man and his bodies“ von Annie Besant.
[25] Apg. 8:9. (Anm.d.Ü.)
[26] Mt. 24:22. (Anm.d.Ü.)
[27] Vgl. Eph 6,12. (Anm.d.Ü)
[28] Lk 11,23 (Anm.d.Ü.)
[29] Das Buch über die Irrlehre Wissarions. (Anm.d.Ü.)
[30] Mt 15,14 (Anm.d.Ü.)
[31] Einige Gläubige, die sich für „ultra-orthodox“, halten, weigern sich, russische Ausweise zu erhalten, da sie in dem Ornamentum die Seitennummer die „Antichristus-Zahl“ 666 sehen. Die Menschen, die diese Ausweise besitzen, halten sie für Träger des Siegels des Antichristus. (Anm.d.Ü.)
[32] Apg. 8:9. (Anm.d.Ü.)
[33] Vgl. Eph 6,12. (Anm.d.Ü)
[34] Nach der slawischen Nummerierung der Psalmen. (Anm.d.Ü.)
[35] Kombination von neurolinguistischer Programmierung, Hypnose und Aversionstherapie. (Anm.d.Ü.)