Predigt zum Sonntag der Vorväter (Kol 3,4-11; Lk 14,16-24), 28.12.2025
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Liebe Brüder und Schwestern,
wir gehen nun langsam auf das Finale der Weihnachtsfastenzeit zu. Diese dauert ja vierzig Tage, umfasst also knapp sieben Wochen. Wir hätten damit also heute quasi den fünften Advent – für westliche Ohren ein sehr ungewöhnlicher Terminus. An diesem vorletzten Sonntag vor Weihnachten wird den Vorvätern Christi, also den Heiligen des Alten Testamentes gedacht. Und da wird in der Lesung des Evangeliums auf das Gastmahl Bezug genommen, in dem drei Gruppen von Leuten die Einladung des Gastgebers aus durchaus ehrenwerten Gründen ausschlugen und dann der Einladende sich andere Gäste sozusagen von der Straße holte.
Nun, was dieses eigentlich für uns bedeutet, dürfte allen klar sein. Wir sind zu dem größten Gastmahl, welches es gibt, welches sich man überhaupt vorstellen kann, geladen: zur Kommunion. Schauen wir aber auf die Realität:
In Deutschland gehen in der heutigen Zeit ca. 5 % der Christen zum Gottesdienst, in anderen christlich geprägten Ländern ist es vergleichbar. D.h. auf die Gesamtbevölkerung bezogen, nur etwa 3 von 100. Und nicht jeder Gottesdienstbesucher nimmt dabei auch an der Kommunion teil. Wir sind also leider auf dem besten Wege, das zu wiederholen, was in diesem Gleichnis dargestellt wurde.
Wenn wir uns umschauen, dann sehen wir, dass zumeist etwas mehr als die Hälfte der Gottesdienstbesucher an der Kommunion Teilhabe hat. Und davon sind eine Menge Kinder. Welches Vorbild geben eigentlich die Eltern ihren Kindern, wenn sie diese fast jeden Sonntag zur Kommunion führen – was ja grundsätzlich zu begrüßen ist – aber selbst nicht kommunizieren? Was sollen die Kinder für ein Verhaltensmuster mitgegeben bekommen? Unweigerlich wird sich das einprägen, wie sich die Eltern verhalten – Kinder beobachten genau! Wenn wir also als Christen ihnen Vorbild sein wollen und möchten, dass unsere Kinder dieses christliche Leben, auch wenn sie älter werden, führen werden, dann müssen wir es ihnen vorleben. Kinder sind doch die Zukunft! Das heißt, sich selbst als Erwachsene auch auf die Kommunion vorbereiten und dann diese auch zum Gottesdienst bekommen. Die heutige Lesung gibt mit dem darin beschriebenen Gleichnis den klaren Hinweis darauf. Lasst es uns also nicht diesen drei Gruppen von Leuten aus dem Gleichnis gleichtun, diese Einladung Gottes auszuschlagen und kommen wir zum Gottesdienst und nehmen wir an der Kommunion würdig teil!
Klar, bedingt die Teilnahme an der Kommunion, dass wir vorbereitet gehen. Was das bedeutet, schreibt in der heutigen Apostellesung der Apostel Paulus in seinem Brief an die Kolosser:
„Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist!“
Spätestens mit unserer Taufe und unserer bewussten Entscheidung für Christus dürfte uns allen offensichtlich sein, dass diese Dinge in unserem Leben nichts mehr zu suchen haben. Schritt für Schritt müssen wir uns von ihnen abwenden und sie überwinden. Tun wir es nicht, dann ist die Konsequenz offensichtlich:
„Um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. Unter denen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet.“
Was müssen wir also tun, damit dieses nicht geschieht? Paulus führt dazu weiter aus:
„Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund. Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat!
Mit unserer Taufe haben wir – so wie es in dem Tauflied heißt – „Christus angezogen“. Die alten Handlungen müssen wir konsequent ablegen, um unser Taufversprechen einzuhalten. Das ist natürlich nicht einfach. Es ist vergleichbar mit einem Beet oder einem Acker, in dem neben den Nutzpflanzen immer wieder Unkraut durchkommt. Wir können es zwar ausreißen. Doch wenn immer noch ein noch so kleines Wurzelstück im Boden verbleibt, kommt das Unkraut wieder. Es ist also im bildlichen Sinne ein Kampf, den wir führen, um auch jedes noch so kleine Würzelchen, was Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden, Lüge hervorbringt, zu vernichten.
Die Kommunion gibt uns dabei Stärkung. Wir sind alle zu dieser eingeladen, egal, welcher Nationalität, welchen gesellschaftlichen Standes oder welchen Geschlechtes wir sind, denn der Apostel schreibt am Ende der heutigen Lesung die erfreuliche Botschaft an alle:
„Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen.“
Unsere Vorväter haben den Weg dafür bereitet, dass letztendlich alle die Möglichkeit haben, errettet zu werden. Taufe und die Teilhabe an der Kommunion sind der Weg dafür.
So lasst uns den Ahnen Christi danken, wie es auch im heutigen Festlied, dem Troparion der Vorväter gesungen wird:
„Im Glauben hast du die Vorväter gerechtfertigt / und durch sie die Kirche aus den Nationen gefreit. / Die Heiligen rühmen sich in Herrlichkeit; / denn aus ihrem Samen erwuchs die ruhmvolle Frucht, / die dich samenlos geboren hat. / Auf ihre flehentlichen Bitten, Christus Gott, // erbarme dich unser.“
Amen.