Predigt zum Hochfest der Verklärung des Herrn (2 Petr. 1:10-19; Mt. 17:1-9) (19.08.2026)
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Liebe Brüder und Schwestern,
vor Seiner Transfiguration kündigt der Herr folgendes an: „Amen, Ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod keineswegs schmecken werden, bis sie den Menschensohn haben kommen sehen in Seinem Königtum“ (Mt. 16:28). Er meint damit die drei Jünger – Petrus, Jakobus und Johannes, welche noch in diesem Leben das Königtum Gottes in seiner Pracht sehen werden. Warum aber nur diese drei? Hätte der Herr alle zwölf Jünger mit auf den Berg der Verklärung genommen, wäre einer unter ihnen gewesen, der dieser Gnade nicht würdig war. Hätte der Herr hingegen nur Judas nicht mitgenommen, hätte dieser einen Vorwand gehabt, es Seinem Meister heimzuzahlen. Ähnlich war es wohl auch im Garten Gethsemane, als nur diese drei Jünger dem Herrn in Seiner schwersten Stunde beistehen sollten.
Nun aber, vierzig Tage vor dem Kreuzleiden des Herrn, sehen diese drei Jünger die Herrlichkeit Christi. Sie sehen den Menschensohn in Seinem Königtum kommen. Sie reihen sich gewissermaßen in den Kreis derer ein, die im Alten Bund ebenfalls die Herrlichkeit Gottes nicht in einer Vision, sondern von Angesicht zu Angesicht schauten: Moses (s. Ex. 33:12-23) und Elias (s. 3/1 Kön. 19:11-12). Nach einhelliger Darstellung der heiligen Väter offenbarte Sich im Alten Bund jedes mal der Logos, also die zweite Hypostase der Heiligen Dreiheit. So auch in diesen beiden Fällen. Die beiden Propheten sahen da die Herrlichkeit, die der Sohn Gottes vor Anbeginn der Welt bei Seinem Vater besaß (s. Joh. 17:5). Was aber die drei Jünger Christi auf dem Gipfel des Thabor sahen, war die Herrlichkeit des Menschensohns, die der Fleisch gewordene Gottessohn durch das Leiden und den Tod am Kreuz erringen sollte. Es sind ja exakt vierzig Tag von nun an für den Herrn bis zum Kreuztod auf Golgotha, liturgisch manifestiert in der Kreuzerhöhung – dem Hochfest des Kreuzes. Die Herrlichkeit Gottes, die wir im Königtum Gottes erleben wollen, ist nur über den Kreuzweg zu erlangen. So ist die Nachfolge Christi in der Kirche: „Alles ist durch Ihn und auf Ihn hin erschaffen; und Er ist vor allem, und alles hat Bestand in Ihm; und Er ist das Haupt des Leibes, der Kirche; Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit Er in allem der Erstrangige werde. Denn die ganze Fülle hatte Wohlgefallen, in Ihm zu wohnen und durch Ihn alles auf Ihn hin zu versöhnen, indem Er Frieden gemacht hat durch das Blut Seines Kreuzes“ (Kol. 1:16b-20a). Amen.