Predigt zum 3. Herrentag nach Pfingsten (Röm. 5:1-10; Mt. 6:22-33) (21.06.2026)
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Liebe Brüder und Schwestern,
es kommt immer wieder vor, dass aufrichtige und herzensgute Christen in der Beichte darüber klagen, dass sie in ihrem Leben „nichts Großes vollbracht“ haben. Aber Gott erwartet keine Großtaten im irdischen Sinne von uns. Gewiss gibt es Menschen, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen natürlichen Fähigkeiten von Gott berufen sein können, aus der Motivation ihres Glaubens herausragende Werke zu verrichten, also Regenten, Feldherren, Wissenschaftler, Künstler, Entdecker, Erfinder, Sportler usw. Und doch meine ich, dass Peter der Große, Napoleon, Newton, Paganini, Kolumbus, Tesla oder Muhammad Ali, deren Errungenschaften unbestritten sind, nicht unbedingt vorrangig Gottes Ruhm im Auge hatten. Doch „was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?“ (Mt. 16:26; Mk. 8:36; vgl. Lk. 9:25)! Deshalb ermahnt uns der Herr heute: „Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ (Mt. 6:24). Die Ausrichtung des Menschen muss folglich auf das Himmlische statt auf das Irdische sein (s. Mt. 6:25-33). Damit wir hierbei gleich von Anfang an nicht auf den falschen Weg geraten, erklärt der Herr, worauf es uns ankommen soll: „Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!“ (Mt. 6:22-23). Der heilige Gregorios Palamas (+1357) hebt die Tatsache hervor, dass der Herr „das Auge“ im Singular verwendet, und Sich somit allegorisch auf den Verstand des Menschen bezieht. Und der heilige Johannes Chrysostomos (+407) zieht folgenden Vergleich: „Wenn der Steuermann den Wellen zum Opfer gefallen, die Leuchte erloschen, der Anführer gefangengenommen ist, welche Hoffnung gibt es da noch für die Untergebenen?“ Wenn also alle unsere Bestrebungen vom reinen Denken bestimmt sind, wird auch „der Körper“, d.h. das Herz, unser ganzes Inneres und letztlich auch unsere Handlungsweise von der Liebe Gottes erleuchtet werden. Das ist es, worauf es ankommt! Das ist das einzig Notwendige – nicht viele Sorgen und Mühen! Wer sich dafür entscheidet, hat das Bessere gewählt, und das soll ihm nicht genommen werden (s. Lk. 10:41-42). Amen.